Ukrainischer Soldat an der Grenze zu Russland.Foto: ALEKSEY FILIPPOV/AFP via Getty Images

Ukrainischer Botschafter warnt vor wachsendem Risiko einer russischen Invasion

Epoch Times17. November 2021

Angesichts der russischen Truppenbewegungen an der Grenze zur Ukraine hat der ukrainische Botschafter in Berlin vor dem wachsenden Risiko einer Invasion gewarnt. „Noch nie seit 2014, als die Russen die Krim und Teile der Ostukraine mit Waffengewalt besetzt haben, war die Gefahr eines neuen, groß angelegten Einmarsches akuter als dieser Tage“, sagte Andrij Melnyk den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgabe). Auch Berlin sollte „diese Bedrohung viel ernster nehmen“, mahnte er.

Die ukrainischen und westlichen Nachrichtendienste hätten seit Tagen eine massive Verstärkung der russischen Truppenkonzentration beobachtet, bekräftigte Melnyk. Er sprach von 114.000 russischen Soldaten, die „vor der Ostgrenze der Ukraine und im besetzten Donbass“ stünden. Auf der annektierten Halbinsel Krim seien „rund 32.000 Kräfte stationiert, auch in Belarus sind es wohl mehrere Tausend“, sagte er weiter.

Der ukrainische Botschafter nannte es beunruhigend, dass das russische Militär nach den letzten großen Manövern im April und im Herbst schwere Waffen zurückgelassen habe. Darüber hinaus könnten „zusätzliche Truppen innerhalb weniger Tage für einen Angriff zurückbeordert werden“. „Bei uns herrscht Alarmstufe dreimal Rot“, sagte er.

Melnyk appellierte im Namen seiner Regierung an die Spitzen der Ampel-Parteien, „harte Signale“ an den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu senden, „dass er mit seiner Destabilisierungstaktik und seinen Erpressungsversuchen – seien es Gaslieferungen, Migranten oder Truppenverlegungen – keinen Erfolg hat“.

Das Koalitionsabkommen müsse „viel schärfere Sanktionsforderungen“ wie etwa ein Embargo von russischen Öl- und Gasimporten beinhalten, forderte der ukrainische Botschafter. Auch die umstrittene Ostseepipeline Nord Stream 2 „als Hauptwaffe des Kreml“ sollte „für immer gestoppt“ werden. „Das würde Putin zum Nachdenken bringen“. (afp)



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