Vier von fünf Franzosen glauben: Frankreich braucht „einen echten Chef, um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen“

Von 17. September 2020 Aktualisiert: 20. September 2020 9:15
78 Prozent der Franzosen sind eher pessimistisch. Frankreich sei im Niedergang – so ein Ergebnis der diesjährigen Umfrage „Fractures françaises“. Die Umfrage zeigte noch etwas anderes: Macrons Wählerschaft steht der Globalisierung kritischer gegenüber als in den Vorjahren und denkt konservativer.

Die Wählerschaft von Emmanuel Macron ist wirtschaftlich immer weniger liberal, so das Fazit von „Le Monde“ nach der Veröffentlichung der Ergebnisse der aktuellen „Fractures françaises“-Umfrage. Diese Umfrage wird seit 2013 jährlich von Ipsos Frankreich durchgeführt und dabei wurden 1.030 Fragebögen repräsentativ ausgewählter Personen ausgewertet. Die jetzigen Ergebnisse beziehen sich auf die Befragung vom 1. bis 3. September 2020.

Die Frage, die das Marktforschungsunternehmen an den Anfang der Auswertung stellt, lautet: „Welcher dieser beiden Meinungen stimmen Sie eher zu: Frankreich ist im Niedergang / Frankreich ist nicht im Niedergang? An diejenigen, die meinen, Frankreich befinde sich im Niedergang: Würden Sie sagen, dass der Niedergang Frankreichs unumkehrbar/nicht unumkehrbar ist?“

78 Prozent der Franzosen sind pessimistisch – ja, Frankreich sei im Niedergang. 51 Prozent davon sind der Meinung, es sei nicht umkehrbar. Nur 22 Prozent (in der Grafik grün) meinen, Frankreich sei nicht im Niedergang. Gleichzeitig erklären (in rot) 27 Prozent der Befragten, Frankreich sei im Niedergang und es sei reversibel.

Macrons Wähler kritischer gegenüber Globalisierung

Ein Ergebnis für den französischen Präsidenten Macron ist: Seine Wähler stehen der Globalisierung kritischer gegenüber und sorgen sich mehr um den staatlichen Interventionismus als in den Vorjahren.

Von allen befragten Personen haben sich die Anhänger von Macrons „La République en marche“ in der Frage der Globalisierung am weitesten verändert. Nur noch 67 Prozent sehen darin eine Chance für Frankreich, im Vergleich zu 81 Prozent im Jahr 2018. Und lediglich noch 53 Prozent (im Vergleich zu 73 Prozent im Jahr 2019) sind der Meinung, dass Frankreich sich der Welt stärker öffnen solle.

„Frankreich muss sich mehr schützen“ – 61 Prozent bejahten das, 39 Prozent verneinten (2013: 58 und 42 Prozent). Globalisierung wird eher als Bedrohung aufgefasst (60 Prozent).

Hauptsorge: Anstieg der Kriminalität

Die Hauptsorge der Franzosen ist zu 49 Prozent – auch wenn Corona mitgezählt wird – der Anstieg der Kriminalität. An zweiter Stelle folgen die Kaufkraft (39 Prozent), dann die Zukunft der Sozialsysteme (37 Prozent). Der Umweltschutz steht erst an vierter Stelle und gleichauf mit dem „Niveau der Kriminalität“ – 36 Prozent.

Die Studie deutet an, dass die Gegner der Corona-Maßnahmen „keine politisch große Rolle spielen. Vielleicht kann sich das noch ändern, aber derzeit besetzen sie eine Minderheits-Position, die in sozialen Netzwerken eine Bedeutung hat, aber weniger in den öffentlichen Diskussionen“, wie „Telepolis“ schreibt. Es gebe zwar privat Kritik an den Maßnahmen, doch im Großen und Ganzen dominiere die Anpassung.

74 Prozent der Befragten gab an, sich von „valeurs du passé“ (Werten aus der Vergangenheit) inspirieren zu lassen, das sind fünf Prozent mehr als zuvor. 82 Prozent glauben, dass Frankreich „einen echten Chef“ brauche, um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen. Gleichzeitig bewerteten 67 Prozent der Befragten die Aussage, dass die Demokratie das bestmögliche System sei (2014: 76 Prozent), mit ja. 55 Prozent sind der Meinung, dass die Todesstrafe wieder eingeführt werden sollte.

Dass andere Drittel der Bevölkerung ist überzeugt, dass es „andere Systeme gibt, die genauso gut sind wie die Demokratie“.

 

 

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN