VW zahlt Millionensumme an Opfer der Militärdiktatur in Brasilien

Epoch Times24. September 2020 Aktualisiert: 24. September 2020 12:33

Im Rechtsstreit mit früheren Arbeitern während der brasilianischen Militärdiktatur hat sich VW Brasilien Medienberichten zufolge auf einen Vergleich geeinigt. Im Verfahren um die Kollaboration des Konzerns mit dem damaligen Regime (1964-1985) solle am Donnerstag in São Paulo ein Vergleich über 5,5 Millionen Euro unterzeichnet werden, berichteten NDR, SWR und „Süddeutsche Zeitung“ am Mittwoch vorab. Ein großer Teil des Geldes solle an den Opferverband von ehemaligen Mitarbeitern und deren Hinterbliebenen gehen.

Insgesamt gehe es um mehr als 60 Betroffene, berichteten die Medien. Das Verfahren geht auf eine 2015 eingereichte Sammelklage ehemaliger Arbeiter zurück, die zu Diktaturzeiten im VW-Werk in São Paulo beschäftigt waren. Recherchen von NDR, SWR und „Süddeutscher Zeitung“ hatten demnach gezeigt, dass sich Volkswagen in Brasilien aktiv an politischer Verfolgung und Unterdrückung von Regime-Gegnern beteiligt hatte.

Der sogenannte Werkschutz in São Paulo habe wie ein Geheimdienst agiert, der die eigene Belegschaft ausspionierte. Demnach ließ die Konzerntochter VW do Brasil auch politische Verhaftungen durch die Geheimpolizei auf dem Werksgelände zu und lieferte die Betroffenen damit der Folter aus.

Die Recherchen ergaben demnach, dass der Vorstandschef in Wolfsburg im Jahr 1979 persönlich über die Verhaftungen informiert wurde. Mit dem jetzigen Vergleich entgeht VW einer gerichtlichen Auseinandersetzung.

Die Anzeige wurde von Anwälten der Nationalen Wahrheitskommission eingereicht, die 2012 von Präsidentin Dilma Rousseff zur Aufklärung der Verbrechen während der Militärdiktatur ins Leben gerufen worden war. (afp)

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