Klaas Heufer-Umlauf hat mit einem Statement zur Lage der EU einen Internethit gelandet.Foto: Screenshot / Facebook NDR Talk Show

Appell an „dümmste Generation“ Europas: VIDEO mit Klaas Heufer-Umlauf wird zum Hit

Epoch Times5. Mai 2017 Aktualisiert: 6. Mai 2017 12:40
Wir sind „die dümmste Generation, die je gelebt hat, wenn wir Europa kaputt machen.“ Dieser Satz von Klaas Heufer-Umlauf („Joko und Klaas“) ist derzeit ein Internethit. Eingebettet ist der Satz in eine verschwurbelte Rede, welche die EU mit Europa gleichsetzt und die Abschaffung der „verdammten Nationalitäten“ fordert.

„Wer Moderator Klaas Heufer-Umlauf bisher für einen unpolitischen Pausenclown gehalten hat, dem sei diese Brandrede für Europa wärmstens ans Herz gelegt“, schrieb die NDR Talk Show am vergangenen Freitag. Die User folgten dem Aufruf: Mittlerweile wurde das Video 5,8 Millionen mal auf Facebook geklickt.

Hier das Video:

Hier sein Text:

Wie jeder jetzt gemerkt hat langsam, es ist ein sichtbarer Schaden entstanden, wenn´s jetzt gerade um Europa geht“, sagt Heufer-Umlauf:

Ich bin 1983 geboren. Also ich bin in eine Zeit hineingeboren worden, in der bestimmte Werte, die momentan in Frage gestellt werden, Toleranz, das Miteinander, eine offene Gesellschaft, christliche Werte – völlig egal ob man getauft ist oder nicht – ich bin nicht getauft – aber das respektvolle Miteinanderumgehen, diese ganzen Dinge, von denen ich in meiner Generation immer denken durfte, das kommt mit der Post. Jetzt habe ich irgendwie gemerkt, das ist überhaupt nicht selbstverständlich.

Da sind Leute nicht zur Wahl gegangen. Was passiert? Brexit. Da gehen Leute zur Wahl – und zwar wahrscheinlich mehrheitlich die Menschen, die das aus falschen Motiven tun oder fehlgeleitet sind durch was auch immer für eine Informationspolitik, und wählen Trump.  Da sind Dinge kaputt gegangen – vor unseren Augen. Dinge, die wir nie für möglich gehalten hätten. Und deswegen glaube ich, dass jetzt die beste Zeit ist, einen ‚Pulse of Europe’ oder überhaupt eine europäische Identität wieder zu entwickeln von Leuten, die Europa niemals in der Erschaffung erfahren haben, sondern eigentlich immer mit einem mittlerweile erschaffenen Europa aufgewachsen sind.

Wir haben nicht das Gefühl gehabt, zum ersten Mal mit dem Fahrrad über die Grenze zu fahren. In meiner Generation gab es das alles schon. Das heißt: Jetzt weg von den verdammten Nationalitäten, und zurück zur europäischen Identität. Und man merkt, wenn wir das jetzt nicht machen, sind wir die dümmste Generation, die je gelebt hat, wenn wir Europa kaputt machen.“

Zahlreiche Medien lobten das Statement des Moderators und Schauspielers.

Was ist „Pulse of Europe“?

„Pulse of Europe“ ist laut Wikipedia eine 2016 in Frankfurt am Main gegründete überparteiliche und unabhängige Bürgerinitiative mit dem Ziel, „den europäischen Gedanken wieder sichtbar und hörbar [zu] machen“.

„An der rasanten Radikalisierung des politischen Lebens wirkt vieles bedrohlich. Nach Brexitvotum und Trump können wir aber nicht in Schockstarre verharren“, so die Website der Initiative. Angesichts des vermehrten Auftretens rechtspopulistischer und nationalistischer Parteien sei es ihr Anliegen, dieser Entwicklung mit einer öffentlichen, pro-europäischen Bewegung entgegenzutreten.

Die Organisation ist seit 7. April ein eingetragener Verein und wird von den Frankfurter Rechtsanwälten Daniel und Sabine Röder geführt. Die Website der „Graswurzelbewegung“ ist hochprofessionell gestaltet und getextet. Darauf wird aufgerufen, wöchentliche Events, immer Sonntagnachmittag um 14 Uhr zu veranstalten:

Packt Europafahnen ein, motiviert Kollegen und Kolleginnen und Bekannte, kommt alle und bringt Eure Familien und Freundeskreise mit. Wir möchten jede Woche mehr Menschen auf den Straßen und Plätzen werden, die an die Idee Europa glauben (…) So stellen wir die Bindung zwischen der Europäischen Union und ihren Bürgerinnen und Bürgern wieder her – let’s be the Pulse of Europe!“

Hier ein kleiner Ausschnitt aus einem Focus-Artikel, über ein „Pulse of Europe“-Event in München, vom 2. April:

„Das Publikum wird angehalten, die ersten beiden Strophen der EU-Hymne mitzusingen. Begeisterung kommt bei den Menschen auf, als sie animiert werden, in die Hände zu klatschen und sich dabei dreimal um je 45 Grad zu drehen.“

Trotzdem werde die EU bei den Demos nicht nur „hochgejubelt“, sondern es werde auch Kritik geäußert, wird eine 19-jährige Politikstudentin zitiert, die sagt: „Ich will mehr Mitsprache für mich und die Bürger der EU.“

(rf)



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