Baubranche wittert Milliardengeschäft mit Flüchtlingen: Immobilienpreisspirale ungebremst

Von 26. September 2016 Aktualisiert: 27. September 2016 8:17
Experten sehen kein Ende der Preisspirale bei Immobilen. Wegen der kontinuierlichen Einwanderung übersteige die Nachfrage ungebrochen das Angebot. Zudem wurde wegen des wachsenden Bedarfs an Wohnraum ein Bauboom in Deutschland ausgelöst. Beide Geschäftszweige wittern Milliardengewinne.

Wegen der vielen Zuwanderer ist die Nachfrage nach Wohnraum in den letzten Jahren ständig gestiegen. Entsprechend gut ist die Stimmung in der Immobilienbranche. Zudem bestünde noch sehr viel Potenzial, so Vorstand Claudia Hoyer vom Hamburger Immobilienkonzern TAG laut dem Magazin „Focus“.

Bezogen auf die Unterbringung von Flüchlingen sagt Hoyer: „Wir sind seit Längerem mit den örtlichen Behörden auch jenseits der Ballungszentren im Gespräch, um Möglichkeiten einer Unterbringung in den Beständen auszuloten und zu angemessenen Preisen umzusetzen“.

In Großstädten und Ballungszentren sei eine Preisübertreibung zu sehen. Das liege daran, dass die Nachfrage ungebrochen das Angebot übersteigt. Claudia Hoyer glaubt nicht an ein Ende der Preisspirale. „Die Zuwanderung nach Deutschland steigt seit Jahren kontinuierlich an. Das erhöht die Nachfrage zusätzlich.“ Deswegen steigen die Wohnungspreise, so Hoyer.

Flüchtlingskrise löst Bauboom aus

Genauso profitiert 2016 die Baubranche enorm. Deutschland ist im Bauboom. Die Bewilligungen für Wohnungen in Wohnheimen, so auch Flüchtlingsheimen, seien verglichen mit 2015 um 142 Prozent gestiegen. Insgesamt wurden in dem Bereich 13.794 Wohnungen genehmigt – 2015 waren es noch 5.700. Das ergeben aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Zudem ziehe sich der Bauboom durch alle Segmente. So genehmigten Gemeinden von Januar bis Juli 213.000 Wohnungen – ein Plus von 26,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Hier spielt zusätzlich das extrem niedrige Zinsniveau mit hinein.

Das Bundesamt für Statistik verzeichnete:

ein Plus von 26,7 Prozent bei in Mehrfamilienhäusern,

ein Plus von 15,1 Prozent bei Zweifamilienhäusern und

ein Plus von etwa acht Prozent bei Einfamilienhäusern –

ähnliche Zahlen wurden zuletzt zur Jahrtausendwende erreicht. Damals wurden zwischen Januar und Juli rund 216.000 Wohnungen neu gebaut.

Obwohl die Kommunen seit der starken Zuwanderung von Flüchtlingen mehr Geld in die Errichtung erschwinglicher Wohnungen investieren, mangelt es noch immer an bezahlbaren Wohnungen, kritisiert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in einer Pressemitteilung. Auch dauere die Schaffung von Wohnraum viel zu lange, so Bauer Vizepräsident Thomas Bauer.

Eine Entspannung der Lage sei nicht zu erwarten, denn trotz der vielen neuen Baugenehmigungen sei der Bedarf viel größer. Im Vergleich zu den 350.000 bis 400.000 benötigten Wohnungen würde erst im kommenden Jahr die Marke von 300.000 fertigen Wohnungen überschritten. Deswegen werde die angespannte Situation am deutschen Wohnungsmarkt weiter anhalten, so Analysten laut „Focus“.

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN