Bundesamts-Chef: Neubau von Bunkern „dauert Jahre“

Die Frage nach Schutzbunkern kommt seit Beginn des Kriegs in der Ukraine auch in Deutschland wieder auf. BBK-Chef Tiesler sieht eine Alternative zu Neubauten.
In Hamburg existieren noch hunderte unterirdische und oberirdische Luftschutzbunker - wie hier in der Feldstraße.
In Hamburg existieren noch hunderte unterirdische und oberirdische Luftschutzbunker – wie hier in der Feldstraße.Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Epoch Times8. Oktober 2022

Der Präsident und Chef des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Ralph Tiesler, sieht einen Neubau von Bunkern für den Zivilschutz skeptisch. „Neue Bunkeranlagen mit einem sehr hohen Schutzanspruch zu bauen, kostet sehr viel Geld und vor allem auch sehr viel Zeit“, sagte er dem „Tagesspiegel“. „Das dauert Jahre.“ Er hielte es für sinnvoller, über andere Konzepte nachzudenken. „Welche U-Bahnhöfe oder Tiefgaragen sind beispielsweise geeignet, um Schutz zu suchen? Auch darüber wollen wir uns einen Überblick verschaffen.“

Der russische Angriff auf die Ukraine und seine Folgen haben die Frage in den Blick gerückt. Wie gut ist der Bevölkerungsschutz in Deutschland auf Krisensituationen wie Stromausfälle oder gar ein Kriegsszenario vorbereitet? Man könne sich nicht vor der Frage drücken, „was es bedeuten würde, wenn eines Tages auf deutschem Boden wieder Krieg wäre“, sagte Tiesler in dem Interview.

Schutzraum-Abwicklung im März gestoppt

Nicht nur die Sirenen zur Warnung der Bevölkerung hat das Land nach dem Ende des Kalten Kriegs vielerorts abgebaut. 2007 war entschieden worden, die öffentlichen Schutzräume abzuwickeln – dieser Prozess wurde im März dieses Jahres gestoppt. Es läuft aktuell eine Bestandsaufnahme der noch vorhandenen Bunker und Schutzkeller.

„Bis Ende des Jahres wollen wir einen Überblick haben, welche Schutzräume noch da sind“, sagte der Bundesamts-Chef nun. „Im Laufe des nächsten Jahres wollen wir wissen, welche davon sich theoretisch wieder reaktivieren lassen. Dazu wäre es sicherlich sinnvoll, die noch vorhandenen Schutzräume wieder in die Zivilschutzbindung zu nehmen, sodass der Bund die Räume im Krisenfall auch nutzen kann.“ Aber das sei eine politische Entscheidung. Tiesler wies zugleich darauf hin, dass es auch früher „nie mehr Schutzräume als für drei Prozent der Bevölkerung“ gegeben habe. (dpa/mf)



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