Durchsuchungen nach Ausschreitungen zwischen Flüchtlingen und Einheimischen in Bautzen

Epoch Times11. Januar 2017 Aktualisiert: 11. Januar 2017 15:24
Bei der Durchsuchungsaktion in Bautzen, Hoyerswerda, Schönteichen, Doberschau-Gaußig und im Ortsteil Gnaschwitz wurden demnach unter anderem 34 Mobiltelefone, fünf Computer, dutzende Speichermedien sowie zwei Schreckschusspistolen, ein Schlagring, ein Baseballschläger, zwei als Taschenlampen getarnte Elektroschocker und eine geringe Menge Betäubungsmittel beschlagnahmt.

Im Zusammenhang mit den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und Asylbewerbern im vergangenen Jahr im sächsischen Bautzen hat die Polizei mehrere Wohnungen durchsucht. Betroffen waren die Unterkünfte von 18 Tatverdächtigen im Alter von 15 bis 38 Jahren, darunter zwölf Asylbewerber und sechs Deutsche, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Görlitz mitteilten.

Bei der Durchsuchungsaktion in Bautzen, Hoyerswerda, Schönteichen, Doberschau-Gaußig und im Ortsteil Gnaschwitz wurden demnach unter anderem 34 Mobiltelefone, fünf Computer, dutzende Speichermedien sowie zwei Schreckschusspistolen, ein Schlagring, ein Baseballschläger, zwei als Taschenlampen getarnte Elektroschocker und eine geringe Menge Betäubungsmittel beschlagnahmt. Insgesamt waren etwa 130 Polizeibeamte im Einsatz.

Hintergrund waren die Krawalle im vergangenen Jahr in der Bautzener Innenstadt. Im September waren dort seit längerem schwelende Spannungen zwischen jungen Flüchtlingen und Deutschen eskaliert. Zwischen etwa 20 Ausländern und rund 80 Einheimischen kam es zu Übergriffen. Die Asylbewerber flüchteten sich schließlich in eine Asylunterkunft, die von der Polizei abgesichert werden musste. Auch Polizeibeamte waren angegriffen worden.

Vorübergehend galten daraufhin in der Stadt eine abendliche Ausgangssperre und ein Alkoholverbot für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Im November gab es dann in Bautzen erneut Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Asylbewerbern.

Insgesamt wird nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft gegen 88 Tatverdächtige ermittelt, darunter 65 Deutsche und 23 Flüchtlinge. Untersucht würden 135 Straftaten, die sich seit Mai 2016 in der Bautzener Innenstadt zugetragen haben sollen. Dabei gehe es auch um Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Nötigung.

Bautzen war in den vergangenen Monaten wiederholt in die Schlagzeilen geraten. Im März vorigen Jahres wurde Bundespräsident Joachim Gauck bei einem Besuch in der ostsächsischen Stadt ausgebuht und als „Volksverräter“ beschimpft.

Zuvor war im Februar ein ehemaliges Hotel in Bautzen, in das Flüchtlinge einziehen sollten, in Brand gesteckt worden. Die Brandstifter sind bisher unbekannt. Im Dezember wurden drei Männer festgenommen, die Brandsätze auf das Gelände eines Asylbewerberheims in der Stadt geworfen haben sollen. Schaden entstand nicht.(afp)

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