Symbolfoto.Foto: Sean Gallup/Getty Images

Erklärungsbedarf im Fall „Franco A.“: Er ist Elite-Offizier, plante internationale Manöver

Von 6. Mai 2017 Aktualisiert: 6. Mai 2017 16:23
Was verbirgt sich hinter der „Affaire Franco A.“? Der Bundeswehrsoldat, der als „falscher Syrer“ einen Anschlag plante, gehört zu einer Elite-Einheit und hat ein sehr hochrangiges Umfeld.

Unter dem Titel: „Unter falscher Flagge? Der „syrische Terrorist“ vom Bundeswehr-Bataillon 291“ beleuchteten die „Nachdenkseiten“ detailliert das Umfeld des Soldaten Franco A. Es ergibt sich das Bild, dass der 28-Jährige nicht irgendein Soldat ist, sondern ein Offizier, der internationale Manöver plante und in Kreisen verkehrte, in denen die Befehlsstruktur manchmal nicht ganz durchsichtig ist.

Der Verdacht eines Anschlags unter Falscher Flagge mit politischen Auftraggebern steht deshalb im Raum. Bislang bedienen Medien das Narrativ, dass A. seine Pläne aus ideologischen Gründen und als rechtsextremer Einzeltäter schmiedete. Und Politiker rufen danach, mögliche rechtsextreme Netzwerke in der Bundeswehr zu untersuchen.

Er besuchte „Ball der Offiziere“

Aufgeflogen waren Franco A.s Pläne, weil er auf der Toilette des Wiener Flughafens eine Pistole versteckt hatte – ausgerechnet ein Modell aus dem 2. Weltkrieg. Er habe es in einem Gebüsch gefunden, sagte er später zur Polizei. Bevor er die Pistole versteckte, hatte er am „Ball der Offiziere“ in der Wiener Hofburg teilgenommen.

Dieser Ball ist „ein Treffpunkt nicht nur der Offiziere des Österreichischen Bundesheeres und der Wiener Gesellschaft, sondern auch europäischer Politik und Wirtschaft“, heißt es laut Veranstalter, dem österreichischen Bundesheer. Auch Offiziere ausländischer Armeen besuchen diesen immer häufiger – „aufgrund der immer stärker werdenden internationalen Zusammenarbeit“ mit ausländischen Armeen.

Als Sponsoren des Balls fungieren internationale Rüstungskonzerne wie Krauss-Maffei Wegmann, BAE Systems und General Dynamics, berichten die „Nachdenkseiten“.

Scheinidentität mit Aufwand

Anhand der Fingerabdrücke auf der Pistole bemerkten Behörden den „syrischen Flüchtling“ David Benjamin – Franco A.s Doppelidentität. Er wurde daraufhin observiert und am 26. April von der Staatsanwaltschaft Frankfurt festgenommen, die seit Februar in dem Fall ermittelte. Seine Scheinidentität hatte A. mit erheblichem Aufwand aufgebaut.

Für die Staatsanwaltschaft ist offenkundig, dass der A. einen Terroranschlag plante und dieser mit dem fiktiven „syrischen Flüchtling“ in Verbindung gebracht worden wäre. Er wurde also während der Vorbereitung einer klassischen False Flag erwischt – einer Operation „unter falscher Flagge“. Ob dies seine eigene Idee war, oder er Auftraggeber hatte ist nun die Frage.

Das Jägerbataillon 291 in Illkirch, zu dem A. gehörte, ist keine gewöhnliche Einheit sondern eine Art Pionierverband für besondere Aufgaben. A.s Vorgesetzter, Marc-Ulrich Cropp, Jahrgang 1972, durchlief eine Karriere, die eng mit den Spezialkräften und auch mit den USA verknüpft ist, wo er eine Eliteausbildung erhielt. Mehr dazu im Bericht der „Nachdenkseiten“.

„Fehler“ im Asylverfahren

Spiegel Online berichtete einerseits, dass Franco A. unter seinen Kameraden als hochintelligenter Einzelgänger galt. Außerdem beleuchtete das Magazin die Unstimmigkeiten des Asylverfahrens, das A. durchlief:

Geradezu obskur wirkt im Nachhinein, dass der Offizier A., der sich als der Syrer David Benjamin ausgab, ausgerechnet einem Kameraden gegenüber saß. So war als Befrager ein von der Bundeswehr ans Bamf ausgeliehene Soldat eingesetzt, so steht es jedenfalls in den Akten. Auch ihm fiel jedoch nicht auf, dass auf der anderen Seite kein Syrer, sondern ein Oberleutnant aus seiner Truppe Platz genommen hatte.“

(Siehe: „Wie aus Franco A. ein syrischer Flüchtling wurde“)

Auffällig ist der große Aufwand, den die Strafverfolgungsbehörden bei der Aufklärung des Falles betrieben: Im Rahmen der Festnahme Franco A.s und eines weiteren Verdächtigen durchsuchten 90 Polizeibeamte 16 Objekte in Deutschland, Österreich und Frankreich. Bei einem Komplizen wurden 1.000 Schuss Munition und weiteres Material aus Bundeswehrbeständen gefunden.

 

 


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