Erste Gerichtsbilanz zum Kölner Sex-Mob – Erst ein Schuldspruch wegen sexueller Nötigung

Von 8. Oktober 2016 Aktualisiert: 8. Oktober 2016 11:09
Die Abhandlung der Verfahren läuft nur schleppend: Neun Monate nach den gesellschaftsverändernden Ereignissen der Kölner Silvesternacht mit rund 1.200 Strafanzeigen sind erst elf von 19 aufgenommenen Verfahren abgeschlossen, gegen die restlichen acht wurden Rechtsmittel eingelegt. Die am Freitag vom Kölner Amtsgericht vorgelegte Zwischenbilanz sieht mager aus.

Von den 19 bisher verhandelten Verfahren im Zusammenhang mit den Ereignissen der Kölner Silvesternacht wurden elf Verfahren rechtskräftig abgeschlossen, gegen acht Urteile wurde Berufung eingelegt.

19 Urteile – 22 Straftäter

Die 22 Angeklagten zwischen 16 und 35 Jahren, die aus fünf Ländern nach Deutschland kamen, zehn aus Algerien, neun aus Marokko und je einer aus dem Irak, Libyen und Tunesien. Sie erhielten Urteile zwischen 480 Euro Strafe und 20 Monaten Haft ohne Bewährung. Die meisten der angeklagten Straftaten waren Diebstahlsdelikte. Ein Verfahren endete mit einem Urteil wegen sexueller Nötigung und eines, gegen einen Grapscher, wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage, wie der „Focus“ berichtet.

In den bisher abgeschlossenen Verfahren wurden viermal Geldstrafen und siebenmal Bewährungsstrafen verhängt. In einem Fall wurde zur Bewährung eine zusätzliche Geldstrafe, in einem anderen Fall ein Dauerarrest von vier Wochen verhängt. Sechsmal wollte das Gericht keine Bewährungsstrafen verhängen und ordnete Haft an. In zwei Fällen wurde die Entscheidung über Verhängung und Vollstreckung der Strafe zurückgestellt, da es sich um heranwachsende Angeklagte handelte. Ein Angeklagter wurde freigesprochen.

Nur wenige ausstehende Verfahren

In vier weiteren Verfahren wurden Strafbefehle erlassen, es gab keine Gerichtsverhandlung. Außer den bisher verhandelten Straffällen warten noch rund ein Dutzend Verfahren gegen Männer aus Algerien, Marokko, dem Irak, Ägypten, Afghanistan und dem Iran auf ihre Eröffnung.

Alles in allem geht die Abarbeitung der rund 1.200 Strafanzeigen mehr als schleppend vonstatten und die Zeit arbeitet in diesem Fall für die Straftäter, deren Ermittlung immer schwieriger wird.

 

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