Offene Wirtschaft, lasche Kontrollen - In Deutschland ist das Entdeckungsrisiko dubioser Finanzströme gering. Die Bundesrepublik gilt daher einer Studie zufolge als Eldorado für Geldwäsche.Foto: Patrick Pleul/Symbolbild/dpa

Geldwäscheverdacht: BKA beschlagnahmt 50 Millionen Euro

Epoch Times20. Februar 2019 Aktualisiert: 20. Februar 2019 15:08
Die Gruppierung erwirtschaftete den Ermittlern zufolge von 2011 bis 2014 durch Geldwäsche mehr als hundert Millionen Dollar sogenannter Schattengebühren, die meist von russischen Auftraggebern erhoben wurden.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im Zuge von seit drei Jahren laufenden Geldwäscheermittlungen gegen drei Beschuldigte Immobilien und Konten im Wert von rund 50 Millionen Euro beschlagnahmt. Die federführende Staatsanwaltschaft München I geht davon aus, dass das Vermögen aus Geldwäscheerträgen im Zusammenhang mit dem sogenannten Russian Laundromat stammt, wie BKA und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten. Dabei handelt es sich demnach um eine kriminelle Gruppierung.

Bereits am Montag wurden den Angaben zufolge vier Immobilien im Wert von rund 40 Millionen Euro in Schwalbach am Taunus, Nürnberg, Regensburg und Mühldorf am Inn beschlagnahmt. Daneben wurde demnach ein Konto bei einer Bank in Lettland mit einem erwarteten Guthaben in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro beschlagnahmt, das aus dem Verkauf einer Immobilie in Chemnitz stammen soll. Die Ermittler sicherten zudem Guthaben bei verschiedenen Banken in Deutschland in Höhe von rund 6,7 Millionen Euro.

Bei der Russian Laundromat handelt es sich laut BKA und Staatsanwaltschaft um eine kriminelle Gruppierung um einen ehemaligen leitenden Angestellten der 2016 von der Bankenaufsicht in Lettland abgewickelten AS Trasta Komersbanka. Sie soll für ihre Taten tausende Briefkastengesellschaften genutzt haben.

Die Gruppierung erwirtschaftete den Ermittlern zufolge von 2011 bis 2014 durch Geldwäsche mehr als hundert Millionen Dollar sogenannter Schattengebühren, die meist von russischen Auftraggebern erhoben wurden. Insgesamt seien Gelder im Wert von mehr als 22 Milliarden US-Dollar von etwa 20 russischen Banken über Banken in Moldau und Lettland transferiert worden. (afp)



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