Haseloff sieht Grenzen des Staates im Kampf gegen Coronavirus fast erreicht

Epoch Times22. Januar 2021 Aktualisiert: 22. Januar 2021 10:23

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sieht die Grenzen des Staates im Kampf gegen das Coronavirus als fast erreicht an. Es gebe eine überschaubare Zahl an Instrumenten, mit denen die Pandemie bekämpft werden könne, sagte Haseloff dem Magazin „Der Spiegel“ laut Meldung vom Freitag. „Und im Prinzip haben wir bald alle Register gezogen.“

Bis auf einen kompletten Shutdown gebe es nicht mehr viele Maßnahmen. Ein Herunterfahren der Wirtschaft und ein Schließen der Grenzen lehnte Haseloff jedoch ab. „Wir leben in einem offenen Europa. Wir können uns nicht einfach abkoppeln wie etwa Neuseeland.“

BBK schließt dritte Infektionswelle nicht aus

Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Armin Schuster, hat eine dritte Corona-Infektionswelle selbst nach einem Impfen breiter Bevölkerungsteile nicht ausgeschlossen. Noch in diesem Jahr könnten in Deutschland alle Menschen geimpft sein, die das wollten, sagte Schuster der „Rheinischen Post“ und dem „General-Anzeiger“ (Freitagausgaben). „Aber wir sollten die Gefahr einer dritten Welle nicht unterschätzen. Selbst wenn wir sehr gut impfen, könnte daraus zu früh ein gewisser Leichtsinn entstehen.“

Das BBK habe in einer Risikoanalyse „mit der Möglichkeit einer echten dritten Welle und nicht nur einer verstärkten zweiten Welle gerechnet“. Es brauche also unabhängig vom Impferfolg weiterhin Disziplin und Vertrauen. Weitgehend Normalität im öffentlichen Leben erwartet der BBK-Präsident nächstes Jahr. „Vorher sehe ich das nicht. Vielleicht ist es im dritten oder vierten Quartal dieses Jahres geschafft, dass alle geimpft sind, die das wollen.“

Der BBK-Präsident warnte jedoch vor Panikmache im Zusammenhang mit Berichten über mögliche Corona-Triagen in Deutschland. „Es gibt entgegen manchen Medienberichten keine Triagen in einem deutschen Krankenhaus“, sagte Schuster den Zeitungen. Sein Amt mit Sitz in Bonn habe einen Überblick über die Lage in deutschen Krankenhäusern und bekomme „täglich den aktuellen Stand über die freien Kapazitäten an Intensivbetten und Beatmungsgeräten bundesweit“. Schuster sagte: „Und ich versichere Ihnen: Es wird nicht triagiert. Und wenn wir die erweiterten AHA-Regeln beherzigen, wird das auch weiter nicht notwendig sein.“

Der BBK-Präsident sieht auch nicht die Gefahr einer Triage in Deutschland, also die bewusste medizinische Auswahl von Patienten, die an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden während andere Patienten unversorgt blieben. Auf die Frage, ob er eine solche Lage befürchte, sagte Schuster: „Definitiv nein. Wir sollten alles im Kampf gegen die Pandemie tun, nur eines nicht: kopflos werden.“ (afp/dts)

 



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