Laienbewegungen richten Appell zur Änderung der Sexuallehre

Epoch Times27. September 2015 Aktualisiert: 27. September 2015 2:02

Ein weltweites Netzwerk katholischer Laienbewegungen um die deutsche Reforminitiative „Wir sind Kirche“ hat die Teilnehmer der bevorstehenden Vatikansynode zu einer Liberalisierung der kirchlichen Sexuallehre aufgerufen. „Wir sind in großer Sorge über die ständig wachsende Diskrepanz zwischen Glaube und Gewissen bei der großen Mehrheit der Mitglieder der katholischen Kirche einerseits und in der Doktrin und der pastoralen Praxis des kirchlichen Lehramts andererseits“, heißt es in dem internationalen „Appell an die Synodenbischöfe“, der in der kommenden Woche veröffentlicht werden soll. Dem Appell schlossen sich unter anderem die „Wir sind Kirche“-Gruppen aus Deutschland, den USA, Irland, Italien, Schweden, Chile, Südafrika und Großbritannien an.

Am 4. Oktober treffen sich rund 400 Kardinäle, Bischöfe, Ordensleute und Laien in Rom, um unter der Leitung von Papst Franziskus über die katholische Familienethik zu beraten. Die Zeit sei reif „für eine stärkere Rückbindung der kirchlichen Lehre an das Evangelium“, schreiben die Verfasser des Appells. Dazu gehöre unter anderem „ein Überdenken des traditionellen Verständnisses der Unauflösbarkeit der Ehe“: „Paare, die zivilrechtlich geschieden und wiederverheiratet sind, sollten nach einer Zeit pastoraler Begleitung an allen Sakramenten teilnehmen und von der christlichen Gemeinschaft mit Freude aufgenommen werden.“ Weiter heißt es, ehemalige Priester, die geheiratet haben, sollten wieder Seelsorgeraufgaben in den Gemeinden übernehmen dürfen. Homosexuelle müssten die Möglichkeit haben, vollwertige Mitglieder der Kirche zu sein. „Jede Beschränkung oder diskriminierende Praxis gegen Homosexuelle in Kirche und Gesellschaft sollte angeprangert und bekämpft werden.“ Außerdem erwarten die Reformbewegungen von der Synode „eine angemessene Berücksichtigung der Situation von unterdrückten und missbrauchten Kindern und Frauen“. Die Kirche solle ihre Solidarität mit Opfern sexueller Gewalt in aller Welt zum Ausdruck bringen. „Gegenüber den Überlebenden sexuellen Missbrauchs durch Priester und Ordensleute sollte die Synode ein klares Zeichen der Reue setzen und sich verpflichten, ihnen und ihren Familien Gerechtigkeit, Mitgefühl und Fürsorge zukommen zu lassen.“

(dts Nachrichtenagentur)

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