Maischberger: Hitzige Debatte zwischen Göring-Eckardt und AfD-Baumann

Von 15. März 2018 Aktualisiert: 16. März 2018 8:04
Einen hitzigen Schlagabtausch lieferten sich Grünen-Chefin Katrin Göring-Eckardt und AfD-Abgeordneter Bernd Baumann am Mittwoch Abend bei Maischberger. Es sei die größte Unverschämtheit der AfD, dass sie sich als Vertretung des Volkes sehe, meinte die Grüne.

Angela Merkel „wird erstmal sich selbst gut tun, denn sie hat ja was gut zu machen“, eröffnet TV-Moderator Claus Strunz die Talkrunde bei Maischberger, bei der er in der Rolle des Gastes auftrat. Maischberger hatte für den Mittwoch Abend, also kurz nach der Kanzler-Wiederwahl Merkels zur Diskussion gestellt: „Merkel die Vierte: Große Koalition für die kleinen Leute?“

Strunz sei an diesem Tag erneut aufgefallen, dass Merkel eine „brilliante Problembeschreiberin ist, jetzt wird sie beweisen müssen, ob sie auch als Problemlöserin taugt, denn Beweise ist sie in den letzten vier Jahren schuldig geblieben.“

JU-Chef Paul Ziemiak beteuert sogleich, er habe für Merkel gestimmt, schließlich seien es die Leute nach sechs Monaten leid, auf eine Regierung zu warten.

Bernd Baumann, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD meinte, hier „liegt soviel im Argen, das hat es historisch noch nicht gegeben.“ Und überhaupt, nehme doch kein Mensch Horst Seehofer das Heimatministerium ab.

Ferdos Forudastan, Innen-Resort-Leiterin der „Süddeutsche Zeitung“ denkt, das Merkel „wahnsinnig müde“ sei, das sei aber auch verständlich.

Juso-Vorsitzender Kevin Kühnert sieht „Sand im Getriebe“ der neuen Koalition und Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen, will endlich vieles „an der Wurzel packen“, und Zusammenhalt wieder schaffen im Land.

Selbstfindungstherapie der Groko-Parteien

Claus Strunz wiederum könne kein Ziel sehen, wofür die Koalition stehe, dass jetzt aber drei Parteien eine Art Therapierunde machten, „um wieder zu sich selbst zu finden“, halte er schon für ein starkes Stück.

AfD-Baumann sieht eine Schieflage in der deutschen Sozialpolitik, über Jahre habe es geheißen, es sei kein Geld da – „und plötzlich sind allein 100 Milliarden Euro da, um eine Flüchtlingskrise zu bewältigen.“ Er findet, die Regelsätze für Hartz 4 sollten erhöht werden, vor allem für Leute, die 15 Jahre eingezahlt hätten. Dabei appelliert er an Leistungsgerechtigkeit.

Kühnert wirft der AfD in gleichem Atemzug vor, sie mache nichts gegen die Reichen. „Sind Sie bereit, den Reichen was wegzunehmen?“, will er von Baumann wissen.

Diplom-Ökonom Baumann rechnete kurz vor, der Staat habe durch Steuererhöhungen statt 500 Milliarden nun 700 Milliarden zur Verfügung, damit könne man ja wohl genug machen. 

„Satire versteht die AfD nicht“

Wirklich hitzig wurde die Debatte gegen Ende, als es um das Thema Deniz Yüzel ging. Die AfD wollte den deutsch-türkischen Journalisten Yücel vom Bundestag für zwei umstrittene Texte maßregeln lassen. Maischberger: „Ist er nun Deutscher“?

Baumann stelle überhaupt nicht in Frage, dass Yüzel Deutscher sei, antwortet dieser. Als er versuchte zu erklären, warum die AfD das Verhalten des Journalisten mit türkischen Wurzeln in Frage stellt, wird Göring-Eckardt richtig giftig und unterbricht ihn ständig mit Worten, wie „Satire versteht die AfD nicht“ und „Sie regen mich auf“.

Was Özdemir in seiner Bundestagsrede getan habe, sei ein „linkes Selbstgespräch“ gewesen, eine „hetzende Rede über die AfD, für die die Linken ihm zugeklatscht hätten“, erwidert Baumann in Bezug auf Özdemirs Wutausbruch.

Die größte Unverschämtheit der AfD

Göring-Eckardt merkt an, dass die AfD in Wahlen eben „keine 80 Prozent bekomme“, und die „größte Unverschämtheit der AfD“ sehe sie darin, dass sich die Partei hinstellen würde und erkläre, „sie sei die Vertretung des Volkes“. Denn das sei sie genau nicht! Die Grünen stünden für Freiheit, Demokratie und ein offenes Land, in dem jeder seine Meinung sagen könne und nicht dafür diffamiert werde – und sie halte es aus, dass Leute wie Baumann ihre Meinung frei sagen könnten.

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Die Mehrheit des Landes wolle eine humanitäre Flüchtlingspolitik, so die Grünen-Politikerin weiter, und deshalb werde man sie auch durchführen. Özdemir habe die AfD zurecht als Rassisten bezeichnet, meint sie, worauf Baumann eine Erklärung abliefert, was das Wort Rassist überhaupt bedeutet.

Stephan Paetow liefert bei „Tichys Einblick“ einen bissigen Kommentar zu der Szene, der es in sich hat. Er schreibt:

Früher irrte Katrin Göring-Eckardt zusammen mit Quoten-Cem wie so eine Art Hänsel und Gretel durch den grünen Märchenwald. Gestern bei Maischberger gab sie die böse Hexe – besser als sie die eigentlich harmlose Gretel je spielte. So kurz vor der Geisterstunde, etwa fünf vor Zwölf, fuhr einem der Schreck in die Glieder, von welchem Hass die Frau getrieben sein muss. Was sie gesagt hat? So egal, als ob in der Kirche eine Kerze umfällt, allein der Ton machte die Musik.

Abschließend die Frage von Maischberger an Kevin Kühnert, was Heimatpolitik für ihn sei. Der bläst unwissend die Backen auf und sagt, das werde sich in den nächsten Jahren zeigen.