Missbrauchsskandal Köln: Rund 230 Beschuldigte und mehr als 270 Opfer – Kardinal Woelki gesteht Fehler ein

Epoch Times21. Februar 2021 Aktualisiert: 21. Februar 2021 15:41

Der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki hat im Zusammenhang mit der Aufarbeitung von Missbrauchsvergehen Fehler eingestanden und sich entschuldigt.

„Sicher habe ich hier auch Schuld auf mich geladen“, sagte Woelki in einem am Wochenende verbreiteten Video. „Das alles tut mir von Herzen leid.“ Einem Bericht zufolge ist die Zahl von Missbrauchsopfern im Erzbistum Köln deutlich höher als bislang bekannt.

Woelki sprach in seinem Fastenhirtenwort von „tiefen Rissen“, die durch das Erzbistum gingen. Diese dürften nicht einfach „übersprungen“ oder „zugekittet“ werden. „All das bewegt und bedrückt mich sehr“, fuhr Woelki fort. Er versprach eine transparente und konsequente Aufklärung der Missbrauchsvergehen im Erzbistum Köln.

Vier Wochen vor der Vorlage eines Rechtsgutachtens zum Missbrauchsskandal im Erzbistum Köln wurden nun erste Zahlen zu Tätern und Opfern bekannt, die um mehr als das Doppelte über den bisherigen Angaben des Erzbistums liegen.

Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Samstag berichtete, kam die von Woelki unter Verschluss genommene Studie der Münchner Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl zu ähnlichen Ergebnissen wie das Ersatzgutachten des Kölner Strafrechtlers Björn Gercke.

Das Münchner Gutachten nennt nach Information der Zeitung rund 230 Beschuldigte und mehr als 270 Opfer. Gercke bestätigte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ für das von ihm im Auftrag des Erzbistums erstellte Ersatzgutachten die zuvor bereits vom „Spiegel“ genannten Zahlen von rund 200 beschuldigten Klerikern und rund 300 Opfern. „Es dürften die abschließenden Zahlen sein“, sagte Gercke der Zeitung. Die bloßen Zahlen sind ohne Erläuterungen jedoch nur bedingt aussagekräftig.

Das Erzbistum steckt in einer Vertrauenskrise. Kardinal Woelki steht selbst unter Verdacht, Missbrauchsvorwürfe gegen einen mittlerweile verstorbenen Priester vertuscht zu haben. Woelki weist diesen Vorwurf zurück.

Am Freitag war kurz nach der Freischaltung zusätzlicher Termine für Kirchenaustritte beim Kölner Amtsgericht der Server wegen Überlastung zusammengebrochen. Es habe eine „sehr hohe, gleichzeitige Zugriffszahl“ gegeben, teilte ein Gerichtssprecher mit. Wegen der anhaltend hohen Nachfrage nach Terminen für Kirchenaustritte hatte das Amtsgericht in der Domstadt zuletzt eine deutliche Aufstockung seines Angebots angekündigt. (afp)


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