Planwirtschaft kommt mit Corona nicht zurecht – „Das Gesundheitswesen in Deutschland ist sozialistisch“

Von 15. Oktober 2020 Aktualisiert: 19. Oktober 2020 14:58
„Die Politik verspricht dem Bürger alles, die Ärzte versuchen damit zurechtzukommen, die Patienten wundern sich über die manchmal kafkaesk anmutende Bürokratie.“ Bertram Steiner, Zahnarzt aus Berlin, bringt die drei Begriffe Kapitalismus, Sozialismus und Corona unter einen Hut.

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

Kapitalismus, Sozialismus und Corona. Corona hat ja im engeren und weiteren Sinne etwas mit Gesundheit zu tun, und so lassen Sie mich in der Einführung diesen Nexus kurz darstellen.

Das Gesundheitswesen in Deutschland, da werde ich Ihnen nichts Neues sagen, ist sozialistisch, besser noch: kommunistisch. „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“, formulierte Karl Marx 1875 in seiner Kritik des Gothaer Programms.

Und genauso ist das Funktionsprinzip des Gesundheitswesens in Deutschland: Jeder zahlt nach seinen Möglichkeiten in die Krankenkasse ein, jeder erhält die medizinische Leistung, derer er bedarf. Da der Bedarf natürlich nicht von dem „dummen“ Kranken festgestellt werden kann, denn er will im Krankheitsfalle natürlich alle verfügbaren Mittel bekommen, die seiner Gesundung dienen könnten, braucht es eine Instanz, die seinen Bedarf definiert. In der Bundesrepublik gibt es hierfür einen gigantischen Apparat. Früher nannte man so etwas Planwirtschaft.

In dieser Planwirtschaft hat sich die Bundesrepublik bequem eingerichtet: Die Politik verspricht dem Bürger alles, die Ärzte versuchen damit zurechtzukommen, die Patienten wundern sich über die manchmal kafkaesk anmutende Bürokratie.

Womit so eine Planwirtschaft nicht zurechtkommen kann, ist so etwas wie die Corona-Pandemie. Die Politik bekommt Panikattacken, die Medien baden sich in Endzeit-Alarmismus, die Bevölkerung ist irritiert und die Ärzte und ihre Mitarbeiter stehen schlagartig vor unbekannten Problemen.

Sie werden sich daran erinnern: Ende März gab es nicht nur kein Toilettenpapier mehr, sondern es gab auch für die Ärzte und Zahnärzte schlagartig keine Hygienematerialien mehr. Schlagartig war der Markt leergefegt.

Desinfektionsmittel, Latex-Handschuhe für die Behandlung und ein Nasen-Mund-Schutz waren nur noch auf dem schwarzen Markt erhältlich, natürlich zu Schwarzmarktpreisen. Eine schnelle Nachlieferung war nicht möglich, denn solche Artikel werden schon seit Jahren nicht mehr im Inland produziert, sondern im fernen China oder in anderen Ländern mit niedrigen Lohnkosten.

Dass gerade das sich kommunistisch nennende China in dieser Situation diese Produkte nicht sozialistisch verteilte, sondern ganz kapitalistisch zu einem Vielfachen des vorher geltenden Preises verkaufte und so dem Prinzip von Angebot und Nachfrage folgte, ist ein Aperçu am Rande, das es mir aber erlaubte, mich kurz zu halten.

So habe ich in meiner Eröffnung die drei Begriffe Kapitalismus, Sozialismus und Corona unter einen Hut gebracht und wünsche Ihnen zwei informative Panels und bin auf die Diskussionsbeiträge gespannt. Vielen Dank.

Diese Rede hielt Berliner Zahnarzt Bertram Steiner, Bundesvorstandsmitglied vom Freien Verband Deutscher Zahnärzte am 14. Oktober bei dem „Forum Freiheit 2020 – Kapitalismus, Sozialismus und Corona“, den die Friedrich August von Hayek-Gesellschaft in Verbindung mit der Hayek-Stiftung und dem Freien Verband deutscher Zahnärzte (FVDZ) veranstaltete. 

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