Demonstration der Partei "Die Rechte" in Leipzig, 18.03.2017Foto: screenshot/youtube

Proteste gegen Neonazi-Aufmarsch in Leipzig + Video-Livestream

Von 18. März 2017 Aktualisiert: 18. März 2017 16:48
In Leipzig demonstrierten heute zehn Gegendemonstrationen gegen einen geplanten Aufmarsch von Rechtsextremisten. Mehrere hundert Demonstranten gingen auf die Straße. Bisher gab es keine Ausschreitungen, der ÖPNV fährt wieder regulär. Bisher kam es zu 20 Verhaftungen.

Bis zum Nachmittag verlief alles friedlich: Die Partei „Die Rechte“ hat für heute in Leipzig zu einer Demo unter dem Motto „Heimat erhalten – Familien fördern – Zukunft gestalten!“ aufgerufen, während das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ zu einer Gegendemo mobilisiert.

Dabei richtet sich „Die Rechte“ gegen“ Raubtierkapitalismus, Perspektivlosigkeit und steigende Betreuungskosten in Schulen und Kindergärten“ sowie gegen „die Unfähigkeit der derzeitigen Regierung“. Es wurden ca. 300 bis 400 Teilnehmer erwartet.

Mittlerweile meldet die Polizei Sachsen auf twitter unter #le1803:
Der Verkehr rollt wieder und auch der ÖPNV der @LVB_direkt fährt wieder regulär. #le1803 pic.twitter.com/l8ZvuFIiWi

Gegen 16:30 Uhr meldete eine Polizeisprecherin, dass die Teilnehmer der rechten Demonstration zum großen Teil über den Hauptbahnhof abgereist sind. Kleiner Gruppen befinden sich aber noch im Stadtgebiet.

 

Die Stadt ging von etwa zehn Gegendemonstrationen aus, insgesamt elf Bündnisse hatten Proteste angekündigt. Mit einem Großaufgebot will die Polizei befürchtete Ausschreitungen verhindern.

Hartes Durchgreifen angekündigt

Die Behörde hat eine hartes Durchgreifen gegen Randalierer angekündigt. Der Polizeieinsatz werde einer der größten in der jüngeren Vergangenheit sein, hieß es.

 Nach Infos des Ermittlungsausschuss derzeit etwa 20 Ingewahrsamnahmen

In der Arthur-Hoffmann-Straße wurden nach Angaben der Polizei Barrikaden gebaut und Polizisten seien „aus einer Gruppe Gegendemonstranten heraus mit Steinen und Böllern beworfen worden. Es gab 14 Ingewahrsamnahmen wegen des Verdachts auf schweren Landfriedensbruch“, schreibt die „LVZ“.

Ursprüngliche Route sollte durch Connewitz führen

Ursprünglich sollte die Route durch den linksalternativen Stadtteil Connewitz führen. Weil Krawalle befürchtet werden, lehnte die Stadt dies ab und legte eine neue Route fest. Mit einem Protest dagegen scheiterten die Organisatoren sowohl vor dem Verwaltungsgericht als auch dem Oberverwaltungsgericht in Bautzen.

Am Rande einer Neonazi-Demonstration in Leipzig war es im Dezember 2015 zu schweren Ausschreitungen gekommen. Vermummte aus der linksradikalen Szene hatten Sicherheitskräfte mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern geworfen. Die Beamten gingen daraufhin mit Wasserwerfern und Reizgas vor. 69 Polizisten wurden verletzt. (ks/dpa)

Video: Livestream von der Demo der Partei „Die Rechte“ in Leipzig – Gegendemo angekündigt

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