Henriette Reker (Archivbild).Foto: dpa

Skandal: SPD macht Wahlparty in Köln – ohne Maske und Sicherheitsabstand

Von 28. September 2020 Aktualisiert: 28. September 2020 19:46
Trotz einer chancenlosen Position ihres Kandidaten in der Stichwahl wollte sich die SPD in Köln am Sonntagabend ihre Wahlparty nicht nehmen lassen. Am Ende fing sie sich einen Shitstorm ein: In der Kneipe wurde ohne Maske gefeiert, auch auf Abstand wurde nicht geachtet.

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Die Kölner SPD hat allerdings am Sonntagabend (27.9.), dem Abend der Stichwahlen um die Posten der Oberbürgermeister und Landräte im Land NRW, selbst in nicht unerheblichem Maße dazu beigetragen, dass es neben einer Wahlniederlage auch noch einen Shitstorm in den sozialen Netzwerken gegen Genossen gab.

Kandidat der SPD in Köln kam auf 40,7 Prozent

Gemessen an Umfragen im Vorfeld der Wahlen war es durchaus überraschend, dass es SPD-Kandidat Andreas Kossiski gelang, die hoch favorisierte Amtsinhaberin Henriette Reker, die von CDU und Grünen unterstützt wurde, in die Stichwahl zu zwingen. Dort hatte der ohnehin schon mit einem Rückstand von 18,3 Prozent gestartete Sozialdemokrat allerdings keine Chance und verlor mit 40,7 zu 59,3 Prozent.

Eine Wahlparty wollten sich die Genossen dennoch nicht nehmen lassen. Immerhin konnten sie Städte wie Gelsenkirchen oder Dortmund verteidigen, auch in einigen Landkreisen blieb die SPD voran.

Der WDR zeigte in seiner Wahlberichterstattung Liveaufnahmen von der Zusammenkunft der Kölner SPD – und bald wurde auf Facebook und Twitter mehr über diese gesprochen als über das Ergebnis der Stichwahl selbst.

Wahlparty verlief nicht Lauterbach-konform

In einer Kneipe hatten sich, wie auch „Der Westen“ berichtet, Dutzende Anhänger der Partei versammelt, verfolgten gemeinsam die Medienberichterstattung und analysierten die eintrudelnden Ergebnisse aus den Wahllokalen. Was den WDR-Zuschauern nicht verborgen blieb: Mit den Abstandsregeln in Corona-Zeiten nahmen es die Anwesenden nicht allzu genau – und keiner von ihnen war mit Mund-und-Nasenschutzmaske zu sehen.

Für eine Partei, die mit Gesundheitssprecher Karl Lauterbach über einen der wortgewaltigsten Mahner vor Corona-Gefahren und Befürworter weitreichendster Pandemie-Maßnahmen quer durch die politischen Lager verfügt, wirkte dieses Bild ungewohnt. Entsprechend zeigten sich Kommentatoren auf Facebook und Twitter irritiert. Ein Nutzer fragte:

Sagt mal, liebe @SPD, das kann doch nicht euer Ernst sein?“

Ein anderer, Ali Utlu, schrieb:

Nachher werde ich wieder anfangen für meine Rentner einzukaufen, weil sie wegen den steigenden Corona Zahlen in Köln Angst haben selbst einzukaufen. Woher steigende Zahlen kommen? Schaut euch mal die „Wahlparty“ der SPD in Köln an. Keine Masken. Kein Abstand. Kein Gewissen.“

In Köln gibt es zurzeit 471 aktive Fälle von COVID-19. Gegenüber Freitag war das ein Plus von 62. Von den Infizierten befinden sich 53 in stationärer Behandlung. Die Zahl von 471 Infizierten ist der höchste Wert seit dem 14. April, schreibt „Der Westen“, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 34,4.



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