Anti-NGO-Schiff gestoppt, Kapitän verhaftet: Identitäre sitzen auf Nordzypern fest

Von und 26. Juli 2017 Aktualisiert: 27. Juli 2017 6:21
Das Anti-NGO-Schiff "C-Star" der Identitären Bewegung ist von türkischen Behörden festgesetzt worden. Der Kapitän und sein Vize werden im Hafen von Famagusta festgehalten, berichtet eine nordzyprische Zeitung.

Die Mannschaft der „C-Star“ ist von der nordzyprischen Polizei verhaftet worden, meldet die Zeitung „Kibris Postasi“ (Zypern Post).

Das Schiff mit Mitgliedern von „Defend Europe“, einer Aktion der Identitären Bewegung, liegt im Hafen von Famagusta in der türkischen Republik Nordzypern vor Anker.

Der Kapitän und sein Stellvertreter wurden wegen angeblich gefälschter Dokumente verhaftet und das Schiff evakuiert, so der Bericht. Die Besatzung wurde in die Polizeibehörde von Famagusta gebracht. Damit ist unklar, wann die Reise weitergeht, die als nächstes nach Sizilien führen sollte.

Die Identitäre Bewegung hatte Mitte Mai eine Finanzierungskampagne im Internet gestartet und insgesamt 76.000 Euro gesammelt, um den 14-tägigen Einsatz des Schiffes zu finanzieren. Seitdem stießen sie auf zahlreiche Hindernisse. Sogar ihr Paypal-Account wurde gesperrt.

NGOs sollen überwacht werden

Erklärtes Ziel der „Identitären“ war es, die Arbeit internationaler Hilfsorganisationen vor der libyschen Küste zu blockieren und zu überwachen.

„Wir werden jeden Funkspruch von ihnen [NGOs] aufnehmen, wir werden jede mögliche Kommunikation mit den Schleppern entlarven. Und wir werden darauf achten, dass sie sich an die neuen Regeln der italienischen Regierung penibel genau halten“, hatte Martin Sellner, der Kopf der Identitären Bewegung Österreich in einem Youtube-Video angekündigt.

Die C-Star war bereits vergangene Woche im Suezkanal gestoppt worden, weil es dem Kapitän nicht gelungen war, eine zufriedenstellende Crew-List vorzulegen, berichtete der britische „Independent“.

Sellner bestätigt: Schiff wurde gestoppt

Sellner bestätigte nun gegenüber „Buzzfeed“, dass das Schiff in Zypern gestoppt wurde: „Es ist das gleiche wie im Suezkanal“, so der Aktivist. „Falsche Vorwürfe, die zu Repressalien führen, um uns Zeit zu stehlen. Das Unternehmen wird dagegen vor Gericht ziehen“.

Eigentlich wollten die Identitären diese Woche mit der C-Star Catania in Sizilien erreichen. In Catania treffen besonders viele NGO-Schiffe mit Migranten ein.

Der Bürgermeister von Catania, Enzo Bianco, hatte jedoch bereits im Vorfeld seinen Widerstand erklärt. Laut „Independent“ sagte er: „Die Leute auf diesem Boot sind nicht willkommen und ich werde sicherlich die Behörden bitten, das Anlegen in unserem Hafen aus Gründen der öffentlichen Sicherheit zu verhindern.“

Die Identitäre Bewegung wird in Deutschland vom Verfassungschutz beobachtet.

Siehe auch:

„Werden die NGOs am Schleppen hindern“: Identitäre wollen mit eigenem Schiff vor Libyens Küste

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