Juli bis September 2017: 6.300 Flüchtlinge kamen über Libyen, 14.400 weitere über die Türkei nach Europa

Epoch Times23. November 2017 Aktualisiert: 24. November 2017 6:54
Zwischen Juli und September kamen weniger Migranten über Libyen, jedoch reisten mehr über die Türkei nach Europa ein: im Juli 3.300, im August 4.500 und im September 6.600.

Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk kamen zwischen Juli und September dieses Jahres weniger Migranten über Libyen nach Europa. Demnach sank die Zahl in diesem Zeitraum von 11.500 auf 6.300. Dagegen stieg die Zahl der über die Türkei gekommenen Menschen – laut einem Bericht des UNHCR waren es im Juli 3.300 Menschen, im August 4.500 und im September 6.600.

Die wenigsten Migranten versuchten die Überfahrt von Marokko nach Spanien. Trotz der abnehmenden Zahl der Migranten über das zentrale Mittelmeer wagten weiterhin tausende Menschen die gefährliche Reise nach Europa, warnte Pascale Moreau vom UNHCR.

Bis zum 20. November seien in diesem Jahr fast 3.000 Menschen ertrunken oder würden vermisst. 57 weitere seien auf ihrem Weg durch Europa oder an den Grenzen nach Europa ums Leben gekommen.

Seit 2015 wurden rund 42.000 Migranten aus dem Mittelmeer gefischt

Bei der EU-Marinemission „Sophia“ sind seit 2015 rund 42.000 Migranten aus dem Mittelmeer gerettet worden. Zugleich wurden 119 mutmaßliche Schleuser gefasst und eine ungenannte Zahl von Schiffen zerstört, teilte der italienische General Enrico Credendino am Donnerstag in Rom mit. Im Laufe der Mission seien ferner 201 libysche Mitglieder der Küstenwache ausgebildet worden.

Ziel der Ausbildung sei es, den Libyern die „Fähigkeit und Kompetenzen“ zu geben, „um korrekt im Meer arbeiten zu können“, fügte Credendino hinzu.

Aus diesem Grunde bildeten Teams von EU, des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) die Libyer in Sachen Menschenrechte und internationales humanitäres Recht aus.

Credendino, der sich am Rande einer Konferenz zu Migration und Sicherheit im Mittelmeer äußerte, räumte ein, dass die Einsätze schwierig seien. Grund sei, dass neben der Küstenwache auch Milizen im Mittelmeer unterwegs seien, die „die gleichen Schiffe und sogar die gleichen Uniformen“ trügen – „es ist nicht einfach zu wissen, wer wer ist“.

In der Flüchtlingskrise geht „Sophia“ seit Juni 2015 gegen Schleuser vor. Die EU-Schiffe dürfen dabei auf hoher See verdächtige Boote stoppen, durchsuchen und beschlagnahmen. Zudem retten sie Migranten aus Seenot. Seit dem vergangenen Jahr geht die Marine-Mission auch gegen Waffenschmuggel vor und bildet Personal für die libysche Küstenwache aus. An dem Einsatz ist auch die Bundeswehr beteiligt. (afp)

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