Wien: „Wollte einfach irgendwen umbringen“ – Jugendlicher tötet Nachbarskind (7) mit dem Messer und wirft es in den Müll

Von 15. May 2018 Aktualisiert: 15. Mai 2018 18:15
Ein schrecklicher Kindermord erschüttert Wien. In der Nacht auf Dienstag wird ein 16-Jähriger unter dringendem Tatverdacht verhaftet. Er gesteht. "Es ist ein absoluter Ausnahmefall. So etwas ist mir in den letzten Jahrzehnten nicht erinnerlich", sagte Oberst Michael Mimra, Leiter des Ermittlungsdienstes beim LPD Wien erschüttert.

Freitag, 11. Mai, in Wien-Döbling: Im Hof des riesigen Sozialbaus an der Heiligenstädter Straße spielen einige Kinder. Unter ihnen befindet sich auch ein 7-jähriges Mädchen. Plötzlich ist die Kleine verschwunden, taucht nicht mehr auf. Man beginnt, sie zu suchen, berichten die „Salzburger Nachrichten“.

Die Familie der kleinen Volksschülerin sucht bis in die Nachtstunden nach dem Kind. Doch es bleibt verschwunden. Gegen 23 Uhr geht der ältere Bruder zur Polizei, gibt eine Vermisstenanzeige auf. Die Beamten machen sich auf den Weg, durchstreifen auf der Suche nach dem Kind die Gegend der Wohnanlage des Gemeindebaus mit etwa 300 Wohnungen. Irgendwann müssen die Polizisten abbrechen.

Ein schrecklicher Fund

Am frühen Samstagmorgen geht die Suche mit Verstärkung weiter: zwei Mordermittlergruppen, eine Bereitschaftseinheit, Dienst- und Stöberhunde. Die Mitarbeiter der Müllabfuhr werden informiert, beim Leeren der Container besonders vorsichtig zu sein.

Plötzlich gibt ein Arbeiter der Müllabfuhr Alarm. Aus einem Plastiksack ragen Kinderbeine heraus. Die Polizei sperrt die Umgebung um den Fundort. Auf der Suche nach dem Tatort überprüfen die Ermittler zunächst die Waschküchen, da die Leiche des Kindes gereinigt wurde. Nichts. Dann beginnt die Überprüfung der 300 Wohnungen.

Spürhunde der Polizei schlagen in der Nacht auf Dienstag an einer Nachbarstür der Opferfamilie an. In der Wohnung finden die Beamten Blutspuren. Ein 16-jähriger Jugendlicher gibt als Grund an, sich in der Schule in den Finger geschnitten zu haben. Doch bald schon gesteht er die Tat im Beisein seiner entsetzten Eltern, die bei seinem Geständnis zusammenbrachen. Seine Mutter kollabierte, musste durch den Rettungsdienst versorgt werden. Ein Freund der Familie brachte diese aus der Wohnung weg.

Die Familien des Opfers und des Täters kommen beide ursprünglich aus Tschetschenien, sind miteinander bekannt.

Ein eiskalter Mörder

Die Polizei sprach von einem extrem emotionslosen Geständnis des 16-Jährigen, so „OE24“: „Ich wollte einfach irgendwen umbringen.“

Wir haben ihn gefragt: ‚Warum dieses Mädchen?‘ Er hat diesen Stehsatz, den man oft hört, gesagt: ‚Sie war zur falschen Zeit am falschen Ort.'“

(Gerhard Haimeder, stellv. Leiter des Ermittlungsdienstes, Polizei Wien)

Das Motiv des jungen Täters ist unfassbar: „Er hat angegeben, dass sich bei ihm in der vergangenen Woche eine allgemeine Wut aufgebaut hat“, so LPD-Ermittler Haimeder. Der 16-Jährige ging auf ein Gymnasium, soll ein guter Schüler gewesen sein, sei auch nicht gemobbt worden. Polizeilich war er unbekannt. Er kam bereits mit zwei Jahren aus Tschetschenien nach Österreich.

Derzeit untersuchen die Ermittler den Computer und das Handy des 16-Jährigen. Bisher soll es keine Hinweise auf eine versteckte Radikalisierung geben. Auch sind derzeit keine Streitereien zwischen den beiden Familien bekannt.

Tödlicher Messer-Angriff

Die Tat geschah, während noch der jüngere Bruder des Täters im Hof mit den anderen Kindern spielte. Zur Tatzeit, Freitag gegen 15 Uhr, war das Mädchen mit dem Jugendlichen alleine in der Wohnung, um ein Eis zu essen. Die beiden kannten sich gut. „Er hat das Mädchen in das Badezimmer dirigiert, in die Duschtasse gestoßen und hat dort die Tat verübt“, erklärte Haimeder während der Pressekonferenz.

Es gab einen massiven Angriff gegen den Hals des Mädchens und ich weiß nicht, ob ich ihnen dass so sagen kann, er wurde fast zur Gänze abgetrennt, der Kopf.“

(Haimeder, Polizei-Oberst)

Dann habe der Täter versucht, die Spuren zu beseitigen und dabei sogar den Abfluss verstopft.

Hinweise auf ein Sexualverbrechen wurden bei der Obduktion der Kinderleiche nicht gefunden.

Bei einem Statement des Opferanwalts Nikolaus Rast während der Pressekonferenz der Polizei sagte dieser, dass er der Polizei für ihren schnellen Fahndungserfolg danke und dass er glaube, dass man vor einer Mordserie gerettet wurde – weil der Täter „aus Wut ein siebenjähriges Mädchen“ getötet habe.

Die Höchststrafe für ihn ist leider nicht lebenslang, sondern 15 Jahre.“

(Opferanwalt)

Es werde jedoch wohl ein Gutachten angefordert werden, um den Täter dann in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher einweisen zu können.

Zu Beginn der Pressekonferenz gab der Landespolizeivizepräsident Dr. Michael Lapuschitz noch zu bedenken:

Wir stellen fest, dass in der letzten Zeit deutlich mehr Gewalttaten unter Führung eines Messers begangen werden.“

(Lapuschitz, Vize-Polizeipräsident, Wien)

Dabei gehe es dem Polizei-General zufolge nicht nur um Tötungsdelikte, sondern auch um ganz einfache Körperverletzungen bei Raufereien. Der Griff zum Messer sei in der Großstadt bedauerlicherweise immer häufiger.

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