Ghani stinksauer über Trumps Bemerkungen – Afghanischer Präsident fordert „Klarstellung“

Epoch Times23. Juli 2019 Aktualisiert: 23. Juli 2019 13:13

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani hat von seinem US-Kollegen Donald Trump eine „Klarstellung“ zu dessen Bemerkung über eine mögliche „Auslöschung“ Afghanistans durch einen großen Militärschlag gefordert.

Ghanis Regierung erwarte eine Klarstellung von Trumps Äußerungen bei einem Treffen mit dem pakistanischen Premierminister Imran Khan am Vortag im Weißen Haus, erklärte das Präsidialamt am Dienstag in Kabul.

Trump hatte von einem Plan gesprochen, nach dem der Konflikt in Afghanistan „in zehn Tagen“ beendet sein könnte. Dann würde allerdings Afghanistan „von der Landkarte verschwinden“ – und er wolle nicht „zehn Millionen Menschen töten“.

Ghani ohnehin entzürnt

Die Klarstellung solle auf diplomatischem Wege erfolgen, erklärte das Präsidialamt in Kabul. Ghani ist ohnehin erzürnt darüber, von den direkten Gesprächen zwischen den USA und den radikalislamischen Taliban ausgeschlossen zu sein.

Die Bemerkungen Trumps riefen in den Online-Netzwerken in Afghanistan Entsetzen hervor. Trump bedrohe das afghanische Volk mit „Völkermord“, schrieb der Facebook-Nutzer Mohd Farhad. Er sei „schockiert“ und fühle sich „bedroht und beleidigt“.

Trumps Sonderbeauftragter für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, brach am Montag zu einer weiteren Mission in die Region auf. Khalilzad werde zunächst mit der Regierung in Kabul „die nächsten Schritte im Friedensprozess“ erörtern, erklärte das US-Außenministerium.

Talibanen lehnen Gespräche mit Ghani ab

So solle eine Verhandlungsdelegation „identifiziert“ werden, die an den Gesprächen teilnehmen könne. Die Taliban lehnen direkte Gespräche mit Ghani ab, den sie als Marionette Washingtons betrachten.

Die USA, die vor fast 18 Jahren in Afghanistan einmarschiert waren, wollen möglichst bald eine Friedensvereinbarung mit den Taliban erzielen.

Im Gegenzug sollen die Taliban Garantien geben, dass Afghanistan nie mehr zum Rückzugsort für Extremisten wird, wie es vor dem 11. September 2001 der Fall war. (afp)

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