Migration aus Afrika: Merkel will mit Stipendien Schleppern entgegenwirken

Epoch Times29. August 2018 Aktualisiert: 30. August 2018 12:41
Mehr afrikanische Studenten an deutschen Universitäten: Die Kanzlerin will die Zuwanderung über Abkommen mit den afrikanischen Staaten steuern und Stipendien vergeben.

Auf der Westafrika-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Senegal, Ghana und Nigeria spielt das Thema Migration eine zentrale Rolle. In ganz Afrika sparen Familien darauf, mindestens ein Kind auf den Weg nach Europa zu schicken. Schleuser kassieren hohe Summen, um Menschen durch die Wüste und in kleinen Booten über das Mittelmeer zu bringen. Das Unterfangen ist gefährlich, nicht selten endet es nicht in Europa, sondern mit dem Tod.

Merkel wirbt dafür, dass nicht mehr Schlepper und das Gesetz des Stärkeren darüber bestimmen, wer nach Europa kommt. Der Kanzlerin will die Zuwanderung über Abkommen mit den afrikanischen Staaten steuern. So soll verhindert werden, dass sich Menschen unter Einsatz ihres Lebens nach Europa durchschlagen, um dann dort eine Existenz ohne Zukunftsperspektiven zu fristen.

Bereits jetzt gibt es für Afrikaner die Möglichkeit, als Studenten nach Deutschland zu kommen – allerdings unter zwei Bedingungen: Sie müssen ein bestimmtes Niveau an Deutschkenntnissen vorweisen und ihren eigenen Lebensunterhalt in Deutschland sichern können. Gerade Letzteres ist für viele ein Problem. Die Überlegungen der Bundesregierung sehen daher die vermehrte Vergabe von Stipendien sowie die Förderung von Deutschkursen bereits in den Herkunftsländern vor.

Ein solches System der legalen Zuwanderung soll sich besonders an junge Afrikaner richten, die für ein Studium oder eine Ausbildung nach Europa kommen wollen. Für die europäischen Länder hätte das den Vorteil, auf diesem Weg den in vielen Branchen verbreiteten Mangel an Fachkräften lindern zu können.

Für die afrikanischen Staaten birgt das Vorhaben allerdings die Gefahr eines „brain drain“, also des Verlusts kluger Köpfe. Dies ließe sich nur verhindern, wenn Europa hilft, die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Voraussetzungen auf dem Nachbarkontinent dauerhaft so zu verbessern, dass die jungen Afrikaner nach einer Ausbildung in Europa in ihren Heimatstaaten Perspektiven für die Zukunft sehen. (afp)

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