Russischer Sender RT empört über Sperrung „weithin beliebter“ Facebookseite

Epoch Times18. Februar 2019 Aktualisiert: 18. Februar 2019 16:49
Ein CNN-Bericht hatte offengelegt, dass In the Now - ebenso wie RT - vom russischen Staat finanziert wird.

Die Sperrung einer zum russischen Fernsehsender RT gehörenden Facebookseite hat für Empörung in Moskau gesorgt. „Wir haben keinerlei Facebookregeln gebrochen“, beschwerte sich RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan am Montag im Messengerdienst Telegram. Facebook habe die „weithin beliebte“ Seite des englischsprachigen RT-Projekts In the Now nach einem Bericht des US-Senders CNN gesperrt, „ohne die Anschuldigungen darzulegen“.

Der CNN-Bericht hatte offengelegt, dass In the Now – ebenso wie RT – vom russischen Staat finanziert wird. Simonjan argumentierte, es sollte kein Problem sein, dass die Seite die russische Finanzierung den Nutzern gegenüber nicht offen kommuniziert hätte. Kremlsprecher Dmitri Peskow forderte eine „Erklärung von Facebook hinsichtlich der genauen Gründe“ für die Sperrung. Das soziale Netzwerk sei ein „Druckmittel“ für Washington, fügte er hinzu.

Die Facebookseite von In the Now war am Montag nicht abrufbar. Auf der Videoplattform Youtube erklärt In the Now, eine „Gemeinschaft aufmerksamer Medienkonsumenten um wichtige, neugierige und zielgerichtete Inhalte“ aufbauen zu wollen. Der 2014 gestartete Youtube-Kanal erwähnt keine Verbindung zu RT oder Russland und hat 2,8 Millionen Seitenaufrufe. Die gesperrte Facebookseite zählte laut Simonjan vier Millionen Abonnenten und 2,5 Milliarden Aufrufe.

Das von der EU finanzierte Projekt EU vs. Disinfo (EU gegen Fehlinformation) erklärte, In the Now sei für ein junges Publikum erschaffen worden, das mit den politischen Berichten von RT nichts anfangen kann. Videos über die Säuberung der Ozeane oder wachsenden Atheismus hätten einen „hohen emotionalen und Unterhaltungswert“ und dienten als „Köder“, um die Verbindungen des Projekts mit Russland zu „tarnen“, hieß es.

Facebook hat im vergangenen Monat nach eigenen Angaben mehr als 500 aus Russland stammende Seiten gelöscht. Die meisten von ihnen wiesen Verbindungen zu Mitarbeitern der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik auf, an deren Spitze ebenfalls Simonjan steht. (afp)

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