Taliban drohen mit Anschlägen während Wahlen in Afghanistan

Epoch Times8. October 2018 Aktualisiert: 8. Oktober 2018 11:20
Die radikalislamischen Taliban wollen den Ablauf der anstehenden Parlamentswahlen in Afghanistan nach eigenen Angaben mit Angriffen auf die Sicherheitskräfte stören. Ein Taliban-Sprecher bezeichnete die Abstimmung als "Verschwörung" der USA.

Die radikalislamischen Taliban wollen den Ablauf der anstehenden Parlamentswahlen in Afghanistan nach eigenen Angaben mit Angriffen auf die Sicherheitskräfte stören. Jeder, der die Durchführung der für den 20. Oktober angesetzten Abstimmung durch „Sicherheitsdienste“ unterstütze, solle „zum Ziel werden“, drohte Taliban-Sprecher Sabihulla Mudschahid am Montag in einer auf Englisch verfassten Mitteilung.

„Kein Stein soll auf dem anderen bleiben“, um die Abstimmung zu verhindern und zum „Scheitern“ zu bringen, verkündete Mudschahid. Die Wahlen bezeichnete er als „hinterhältige amerikanische Verschwörung“.

Die afghanische Parlamentswahl am 20. Oktober ist seit drei Jahren überfällig. Die Abstimmung sollte ursprünglich schon 2015 stattfinden, wurde aber wegen Sicherheitsbedenken und logistischer Probleme immer wieder verschoben. Insgesamt sind geschätzt 14 Millionen Menschen wahlberechtigt. Ein im Juni ausgerufener Waffenstillstand hatte nur kurze Zeit gehalten –  bereits ab Juli nahm die Gewalt in Afghanistan wieder deutlich zu.

Derzeit befindet sich der US-Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, zu Gesprächen über den ins Stocken geratenen Friedensprozess mit den Aufständischen. Am Sonntagabend traf er sich zu Gesprächen unter anderen mit Afghanistans Präsident Aschraf Ghani, wie das Präsidialbüro mitteilte.

Kabuls Regierungschef Abdullah Abdullah begrüßte den Besuch des aus Afghanistan stammenden Khalilzad in einer Fernsehansprache. Eine größere Aufmerksamkeit für den Friedensprozess erhöhe auch dessen „Erfolgsaussichten“, sagte Abdullah. Der US-Sondergesandte befindet sich auf einer zehntägigen Reise durch die Region und wird auch in Pakistan, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Katar erwartet. (afp)

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