Undercover

Von 14. September 2007 Aktualisiert: 14. September 2007 12:34

Eine Frage drängt sich auf, wenn man die jüngst von Innenminister Wolfgang Schäuble angekündigte Online-Durchsuchung mit der schon abgesegneten Vorratsdatenspeicherung und der chinesischen Technologiespionage in Zusammenhang bringt: Bereitet die Bundesrepublik private Daten der hiesigen Bevölkerung für das chinesische Regime vor?

Spionage, Sabotage und Kommunismus, das gehört in China seit Beginn des 20. Jahrhunderts zusammen. So meldete Liu Fei, Vizeminister des Verteidigungsministeriums und enger Vertrauter Tschiang Kai-sheks, 1946 die Marschbefehle der Kuomintang (KMT) an die Zentrale der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) weiter, noch bevor diese die KMT–Armee erreichten.

Natürlich lässt sich chinesische Spionage nicht nur militärisch, sondern auch zur Sammlung von technischen Kenntnissen einsetzen. Kaum ein anderes Land bietet sich dabei so an wie Deutschland. Während andere technologisch entwickelte Staaten wie die USA die Produktion in vielen Bereichen schon in andere Länder ausgelagert haben, findet sich in Deutschland vergleichsweise noch eine große Ansammlung von Hochtechnologie-Fabriken. China als „Werkbank der Welt“ braucht die praxistaugliche, deutsche Technologie – die Entwicklung der eigenen Wirtschaft, das Wirtschaftswachstum, dient zur Legitimierung der Daseinsberechtigung der KPCh.

Aber es gibt noch einen Grund, warum die Volksrepublik Technologie aus dem Ausland stehlen muss: Kommunismus und freie Forschung vertragen sich nicht. Die KPCh muss, um bestehen und überleben zu können, selbstständiges, kreatives Denken eliminieren und die Bevölkerung gleichschalten – eigenständiges Denken bringt das System um. Doch ohne diese Kreativität und Selbstständigkeit ist wiederum Forschung nicht möglich. Schon jetzt befindet sich die chinesische Elite zu einem großen Teil im Ausland, vorwiegend in den USA. Abgesehen von einer Handvoll guten Forschern als Aushängeschild für den Westen wird durch das System selbst Forschung unmöglich gemacht – egal auf wie viele Personen das chinesische Forscherheer am chinesischen Festland auch anwächst. Die Anzahl der Forscher allein sagt schließlich noch nichts über deren Leistung aus.

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