Die Favoriten der Vierschanzentournee

Die Vierschanzentournee verspricht große Spannung, einen ganz klaren Favoriten gibt es diesmal nicht. Auch ein Deutscher hat gute Chancen. Der Zweite und Dritte der vorigen Auflage gehören dagegen zunächst nicht zu den Anwärtern auf den golden Adler für den Gesamtsieger.
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Ryoyu Kobayashi geht als einer der Favoriten in die Tournee.Foto: Urs Flueeler/KEYSTONE/dpa/dpa
Epoch Times27. Dezember 2019

Im vergangenen Winter dominierte Ryoyu Kobayashi den Weltcup und die Vierschanzentournee. Auch diesmal zählt der Japaner zu den Anwärtern auf den Sieg an den Skisprung-Feiertagen rund um den Jahreswechsel.

Der alleinige Top-Favorit ist er aber nicht. Dafür verlief die Saison bislang zu ausgeglichen. „Ich denke, das wird eine ziemlich coole Tournee mit verschiedenen Siegern“, sagt Bundestrainer Stefan Horngacher.

Die Deutsche Presse-Agentur wirft vor dem Start der Tournee an diesem Sonntag in Oberstdorf einen Blick auf die Springer mit den größten Erfolgschancen. Auch ein Deutscher zählt dazu.

RYOYU KOBAYASHI: Am 23-Jährigen führt wieder kein Weg vorbei. Kobayashi feiert zwar anders als im vergangenen Winter nicht mehr einen Sieg nach dem anderen. Er leistet sich aber auch keine wirklichen Aussetzer. Seine schlechtesten Platzierungen im Weltcup waren bislang zwei sechste Plätze in Ruka und Nischni Tagil. In Klingenthal und bei der Tournee-Generalprobe in Engelberg gewann er.

KARL GEIGER: Der ruhige Oberstdorfer ist der größte Hoffnungsträger des Deutschen Skiverbandes (DSV). Anders als der Vorjahreszweite der Tournee, Markus Eisenbichler, und der -Dritte, Stephan Leyhe, springt Geiger in dieser Saison beständig auf sehr hohem Niveau und liegt im Gesamtweltcup auf Rang drei. Auch wenn er in diesem Winter noch kein Weltcupspringen gewann: Mit dem 26-Jährigen wird zu rechnen sein. „Ich bin stolz drauf, dass ich zum Favoritenkreis dazuzähle“, sagt Geiger. „Ich gebe Gas und dann schauen wir mal.“

STEFAN KRAFT: Der Österreicher musste kurz vor Weihnachten einen kleinen Schock-Moment verdauen. Kraft stürzte nach seinem Sprung im zweiten Durchgang von Engelberg, stand aber sogleich wieder auf. Der 26-Jährige ist schon ein Skisprung-Routinier und könnte gerade bei der Tournee, bei der es extrem auf Nervenstärke ankommt, von seiner großen Erfahrung profitieren. In diesem Winter landete er dreimal in Einzelspringen auf dem Podest – einmal ganz oben, zweimal wurde er Zweiter. Wenn es auf die Zielgerade geht, hat der Österreicher, der 2015 schon einmal Tourneesieger wurde, zudem einen Heimvorteil.

PHILIPP ASCHENWALD: Das gilt auch für seinen Landsmann Philipp Aschenwald. Der 24-Jährige ist vorne im Weltcup vielleicht die größte Überraschung der bisherigen Saison. Einmal wurde er Zweiter, einmal Dritter. Ruft er seine Top-Leistungen konstant ab, kann er die Arrivierten gehörig ärgern.

KAMIL STOCH: Der Pole weiß, worauf es bei der Tournee ankommt. Er gewann das Schanzenspektakel bereits 2017 und 2018 – mit dem heutigen DSV-Trainer Horngacher an seiner Seite. Bei seinem Sieg beim Weltcup in der Schweiz zeigte er drei Tage vor Weihnachten, dass er immer besser in Form kommt. Traditionell werden der 32-Jährige und die anderen polnischen Springer von zahlreichen skisprungverrückten Landsleuten an den Schanzen angefeuert.

DANIEL ANDRE TANDE, ROBERT JOHANSSON, MARIUS LINDVIK: „Wir haben ein paar Athleten, die gut auf dem Weg sind“, sagt der norwegische Nationaltrainer Alexander Stöckl – er hat recht. In Tande, der zu Beginn der Saison zweimal gewann, dann aber Probleme bekam, Johansson und Lindvik hat er drei Springer, die immer für einen Sieg gut sind. Auch Johann Andre Forfang hat durchaus Chancen, für eine Überraschung zu sorgen. Ähnlich wie Horngacher rechnet auch Stöckl mit einer spannenden und knappen Tournee. „Ich glaube, dass es bis zum letzten Sprung dauert und dass da noch was passieren kann. Das ist meine Hoffnung.“ (dpa)

Urs Flueeler

Hendrik Schmidt



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