Stockende Bayern müssen «Kurve kriegen»

Drei sieglose Spiele und ein lascher Auftritt wie in Frankfurt sind nicht Bayern-like. In allen drei Titel-Wettbewerben müssen die Stars eine Reaktion zeigen. Der Umstellungsprozess unter Ancelotti dauert an, Ausfälle stören - und einen Sportdirektor gibt's nicht mehr.
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Kapitän Philipp Lahm verlangt von den Bayern ein anderes Auftreten.Foto: Andreas Gebert/dpa
Epoch Times17. Oktober 2016

Beim FC Bayern baut sich Druck auf. Der energische Weckruf von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, nach drei sieglosen Spielen umgehend „eine andere Gangart“ anzuschlagen, muss von den Münchner Fußballstars innerhalb von acht Tagen in allen drei Titel-Wettbewerben befolgt werden.

Drei Heimspiele, drei Siege lautet die Vorgabe für die Aufgaben am Mittwoch (20.45 Uhr) in der Champions League gegen PSV Eindhoven und danach in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach sowie im DFB-Pokal gegen Augsburg.

„Wir müssen die Kurve kriegen“, erklärte Kapitän Philipp Lahm. Nicht nur bei den Resultaten, sondern auch in der Art der Auftritte. „Das Entscheidende ist die Qualität des Spiels“, betonte Rummenigge. Die Spielfreude, die Bayern-typische Dominanz und Kontrolle des Gegners sind verflogen. Nationalspieler Mats Hummels spricht von der „Pflicht, eine Schippe draufzulegen und uns deutlich zu steigern“.

Der Innenverteidiger skizzierte die Lage vor dem Eindhoven-Spiel deutlich. „Wir müssen das Heimspiel jetzt gewinnen, damit wir uns in der Gruppe wieder mehr von Platz drei distanzieren und nicht da auch noch in die Bredouille kommen.“ Die Bayern sind Tabellenzweiter mit drei Punkten, Außenseiter PSV rangiert dahinter mit einem Zähler.

Mit dem spielerisch ernüchternden 0:1 in der Königsklasse beim Vorjahresbezwinger Atlético Madrid begann vor drei Wochen die Ergebnisdelle der Bayern, die Arjen Robben aber noch nicht als „Mini-Krise“ einordnen möchte. „Das müssen wir uns nicht einreden lassen“, sagte der Niederländer, der von 2001 bis 2004 das PSV-Trikot trug. Aber auch der stets motivierte Außenangreifer ist genervt: „Die letzten drei Spiele haben wir nicht gewonnen – das stört.“

Carlo Ancelotti hat Rummenigges scharfe Kritik nach dem 2:2 in Frankfurt ausdrücklich geteilt und personelle Wechsel angekündigt. Am Montagvormittag begann mit einem Geheimtraining die Vorbereitung auf das plötzlich sehr besondere Königsklassenspiel gegen Eindhoven.

Die verletzten Franck Ribéry (Oberschenkel) und Arturo Vidal (Sprunggelenk) fallen als wertvolle personelle Optionen weg. Dafür könnten Javi Martínez und Douglas Costa verfügbar sein. Und Robert Lewandowski (Wade) sollte wieder von Anfang an stürmen können.

Auch Ancelotti dürfte eine andere Gangart anschlagen, ohne dabei seiner gerade in internationalen Wettbewerben erfolgreichen Linie untreu zu werden. „Ich bin nicht böse, wenn meine Mannschaft mal nicht gut spielt, aber wenn sie ohne Einstellung spielt“, sagte der Trainer. Sogar „zehn unkonzentrierte Minuten“ gesteht der Italiener seinen Spielern während einer Partie zu, wie er in Frankfurt sagte.

Es ist eine Großzügigkeit, die der Perfektionist Pep Guardiola niemals geduldet hätte. Der erhebliche Umstellungsprozess von Pep zu Carlo ist beim Rekordmeister noch nicht vollzogen. Die Bayern zeigen eine ungewohnte Verwundbarkeit. „Wir müssen ganz schnell wieder dahin kommen, dass die Gegner nicht das Gefühl haben, gegen uns etwas holen zu können“, sagte Robben.

Der Kader ist ja nicht schlechter bestückt. „Wir müssen gegen Eindhoven von der ersten Minute an ein anderes Leben an den Tag legen“, mahnte Neuzugang Hummels: „Die Individuelle Qualität haben wir sowieso, wenn wir das paaren mit Einstellung und Leidenschaft, dann sind wir verdammt stark.“

Laute öffentliche Weckrufe der Bosse und ein so erzeugtes Reizklima haben in der Vergangenheit oftmals Wirkung beim FC Bayern. Nach dem laschen Auftritt in Frankfurt übernahm Rummenigge diesen Part. Denn neben dem Trainerwechsel haben die Bayern auch die neue Situation, in dieser Saison nach dem Rückzug von Sportvorstand Matthias Sammer keinen Manager oder Sportdirektor mehr täglich hautnah beim Team zu haben. Die Neubesetzung der Position könnte wieder aktueller werden. (dpa)



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