Tesla-Chef Elon Musk bei einer Rede per Videokonferenz auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona am 29. Juni 2021.Foto: Josep Lago/AFP via Getty Images

Warnung und Tipps von Elon Musk zur StarLink-Nutzung in der Ukraine

Von 12. März 2022 Aktualisiert: 13. März 2022 0:59
Mit Satellitenunterstützung hilft Tesla-Chef Elon Musk den ukrainischen Streitkräften, angesichts der russischen Angriffe die Kommunikation aufrechtzuerhalten. Der Tech-Milliardär warnte jedoch auch vor der Gefahr der Nutzung, weil man sich als potenzielles Ziel für russische Raketenangriffe offenbaren könnte. Musk hatte ein paar Tipps parat.

Zwei Tage nach dem Einmarsch russischer Truppen in das Nachbarland Ukraine schrieb der ukrainische Vize-Premier und Digitalminister Mykhailo Fedorov am frühen Nachmittag des 26. Februar an Tesla-Chef Elon Musk gerichtet auf Twitter: „Während Sie versuchen, den Mars zu kolonisieren, versucht Russland, die Ukraine zu besetzen! Während Ihre Raketen erfolgreich aus dem All landen – greifen russische Raketen die ukrainische Zivilbevölkerung an! Wir bitten Sie, die Ukraine mit Starlink-Stationen zu versorgen und sich an vernünftige Russen zu wenden.

Der Tesla-Chef beschloss, die Ukrainer bei der Aufrechterhaltung der internen und internationalen Kommunikation zu unterstützen – auch wenn ihre herkömmlichen Telekommunikationsnetze kriegsbedingt versagen sollten. Es dauerte keine zehn Stunden, bis Tesla per Twitter meldete: „Der Starlink-Dienst ist jetzt in der Ukraine aktiv“ – und dass Terminals unterwegs seien. Zur Aufrechterhaltung des Internets und der Unterstützung des ukrainischen Kampfes gegen die russische Armee hatte Elon Musk den Satelliten-Internetdienst Starlink für die Ukraine freigeschaltet und die nötigen Empfangsanlagen auf den Weg gebracht.

Auf Twitter bedankte sich Mykhailo Fedorov am Abend des 28. Februar bei Musk mit einem Foto von einigen der gelieferten Geräte auf einem Lastwagen. Eine weitere Lieferung hatte Fedorov am 9. März bestätigt: „Die zweite Lieferung von Starlink-Stationen ist eingetroffen! Elon Musk hält sein Wort! Danke, dass Sie die Ukraine und den Frieden in der ganzen Welt unterstützen!“

Aufgrund der speziellen Situation war eine Anpassung der Software für StarLink in der Ukraine nötig. Fedorov hatte auf die russischen Angriffe auf die Infrastruktur hingewiesen und um Ideen gebeten, „um Starlinks und lebensrettende Dienste am Netz zu halten“.

Musk reagierte mit einer simplen, aber effektiven Lösung: „Aktualisierung der Software zur Reduzierung des Spitzenstromverbrauchs, damit Starlink über den Zigarettenanzünder im Auto mit Strom versorgt werden kann. Mobiles Roaming aktiviert, sodass die Phased-Array-Antenne das Signal auch im fahrenden Fahrzeug aufrechterhalten kann.“

Warnung: Vorsicht bei StarLink-Benutzung

Elon Musk warnte aber auch die Ukrainer, bei der Benutzung des Systems vorsichtig zu sein: „Wichtige Warnung: Starlink ist das einzige nicht-russische Kommunikationssystem, das in einigen Teilen der Ukraine noch funktioniert, daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es angegriffen wird, hoch. Bitte verwenden Sie es mit Vorsicht.“

Als ein Twitter-User nach Tipps fragte, antwortete Musk: „Schalten Sie Starlink nur bei Bedarf ein und platzieren Sie die Antenne so weit wie möglich von Personen entfernt.“ Musk riet zudem, man könne eine „leichte Tarnung über der Antenne anbringen, um visuelle Erkennung zu vermeiden“ und auf Nachfrage eines Users, ob auch eine dünne Schicht Sprühfarbe hilft, schrieb Musk: „Ja, sofern keine Metallpartikel in der Farbe enthalten sind“. So sollten die Satellitenverbindungen für das russische Militär möglichst unsichtbar bleiben und gezielte Angriffe vermieden werden.

Für Meinungsfreiheit und die Menschen

Offenbar forderten einige Regierungen von Elon Musk, mit Starlink die russischen Nachrichtenquellen zu blockieren, was dieser allerdings kategorisch ablehnte:

Wir werden dies nur mit vorgehaltener Waffe tun. Tut mir leid, ein Absolutist der Meinungsfreiheit zu sein.“

Um welche Regierungen es sich dabei handelte, verriet Musk nicht. Stunden später nur postete Musk, dass die Ukraine stark bleiben solle und auch sein „Mitgefühl für das große russische Volk, das dies nicht will“.

Wie wichtig Elon Musk offenbar die Meinungsfreiheit ist, zeigte sich auch gegenüber China.

Um was genau handelt es sich aber bei Starlink? Starlink ist das Orbital-Satelliten-Netzwerk von Elon Musks US-Raumfahrtunternehmen SpaceX und hat derzeit rund 2.000 Satelliten in der Erdumlaufbahn. Letztlich sollen es bis 42.000 Satelliten werden, um auch aus unterschiedlichen Gründen schlecht, unzuverlässig oder gar nicht mit Internet ausgestattete Regionen der Welt mit Hochgeschwindigkeits-Breitband-Internet zu versorgen.

Dazu bringe alle paar Wochen eine SpaceX-Rakete bis zu 60 Satelliten ins All. Auf einer niedrigen Umlaufbahn von wenig über 200 Kilometern wird eine Funktionsprüfung durchgeführt, berichtet der SWR. Nach Bestehen werden die Satelliten auf eine sichere hohe Umlaufbahn gebracht, während der „Ausschuss“ verbleibt und allmählich in die Atmosphäre absinkt und verglüht – eine kostenlose Müllentsorgung.

Krieg zwingt zu fossilen Brennstoffen

Der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland haben einen großen Einfluss auf die weltweite Energiesituation, insbesondere aber in Europa. Das ist auch dem als E-Mobility-Pionier bekannten Elon Musk klar. Doch die Situation erfordert ein rationales Umdenken. Hinsichtlich der Rückkehr zum verstärkten Einsatz fossiler Brennstoffe aufgrund der Energielage durch den Ukraine-Krieg meinte Musk: „Ich sage es nur ungern, aber wir müssen die Öl- und Gasproduktion sofort erhöhen.“ Außergewöhnliche Zeiten erforderten außergewöhnliche Maßnahmen, so der Tech-Milliardär. Erklärend fügte der Tesla-Chef wirtschaftlich rational betrachtend hinzu: „Offensichtlich würde sich dies negativ auf Tesla auswirken, aber nachhaltige Energielösungen können einfach nicht sofort reagieren, um die russischen Öl- und Gasexporte auszugleichen.“



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion