Regenwürmer machen eine gesunde Bodenstruktur.Foto: Heinz-Christian Fründ

Naturschützer beklagen Regenwurmschwund in Deutschland

Epoch Times4. Januar 2017 Aktualisiert: 4. Januar 2017 8:52
Um die Regenwürmer ist es in Deutschland vielerorts schlecht bestellt. Monokulturen, ätzende Gülle und intensive Bearbeitung setzten den Würmern zu, was erhebliche Folgen für die Landwirtschaft habe, warnte die Naturschutzorganisation WWF am Dienstag in Berlin.

Um die Regenwürmer ist es in Deutschland vielerorts schlecht bestellt. Monokulturen, ätzende Gülle und intensive Bearbeitung setzten den Würmern zu, was erhebliche Folgen für die Landwirtschaft habe, warnte die Naturschutzorganisation WWF am Dienstag in Berlin. Die Folgen der Regenwurm-Armut seien „schlecht durchlüftete Böden, die zu wenig Wasser aufnehmen oder durchleiten“ sowie eine zu langsame Nährstoffrückgewinnung und Humusbildung.

„Ohne Regenwürmer ist der Boden lahm“, erklärte WWF-Expertin Birgit Wilhelm. Um trotzdem noch gute Erträge vom Acker zu bekommen, werde mit viel Dünger und Pestiziden nachgeholfen, was wiederum oft den Würmern schade. Wilhelm zufolge entsteht ein „Teufelskreis“.

Regenwürmer leisten einen wichtigen Beitrag für Bodenfruchtbarkeit, Erosionsschutz und Hochwasserprävention. Der WWF-Analyse zufolge sind in Deutschland 46 Arten heimisch. Mehr als die Hälfte davon wird als sehr selten oder sogar extrem selten eingestuft.

In den meisten Äckern leben dem WWF zufolge durchschnittlich nur drei bis vier, höchstens aber zehn verschiedene Arten. Auch die absoluten Zahlen seien in der Landwirtschaft gering. Vor allem auf Äckern mit eintöniger Fruchtfolge und starkem Maschinen- und Chemieeinsatz sinkt die Zahl der Würmer auf unter 30 Tiere pro Quadratmeter. Der Durchschnitt in kleinstrukturierten Äckern liegt bei rund 120 Exemplaren, auf wenig gepflügten Öko-Äckern können über 450 Würmer gezählt werden.

„Auf Mais-Monokulturen hin ausgerichtete Fruchtfolgen hungern die Regenwürmer förmlich aus, Gülle-Ammoniak verätzt sie, zu viel Bodenbearbeitung zerschneidet sie, und Glyphosat vermindert ihre Fortpflanzung“, beklagte der WWF.

Auch für den Hochwasserschutz hätten die kleinen Würmer große Bedeutung. Ein Boden mit sehr vielen Regenwürmern nimmt demnach bis zu 150 Liter Wasser pro Stunde und Quadratmeter auf, so viel wie bei starken Regenfällen sonst an einem Tag fällt. Ein an Regenwürmern verarmter Boden reagiere hingegen auf Regen „wie ein verstopftes Sieb“. Es komme nicht mehr viel durch. (afp)


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