Polizeieinsatz in Frankreich (Symbolbild).Foto: LIONEL BONAVENTURE/AFP/Getty Images

Polizei entdeckt enthauptete Seniorin in ihrer Villa – Tatverdächtiger verhaftet

Von 15. Oktober 2021 Aktualisiert: 15. Oktober 2021 12:41
Ihren Mann hatte die alte Dame vor zwei Jahren verloren. Seither lebte sie allein in der Villa im südfranzösischen Badeort Agde. Jeden Abend meldete sich die Seniorin telefonisch bei ihrem Sohn – außer am Mittwoch. Ein bisher unbekannter Täter hatte sie ermordet.

Agde, ist eine knapp 30.000-Einwohner-Stadt an der südfranzösischen Mittelmeerküste, rund 50 Kilometer südwestlich der Metropole Montpellier. Am 13. Oktober 2021 ereignete sich hier ein schreckliches Verbrechen. Mittlerweile wurde ein Tatverdächtiger festgenommen. Bei dem 51-Jährigen soll es sich um einen ehemaligen Boxer handeln, der gewisse psychische Probleme habe, berichten französische Medien. Die Festnahme erfolgte am Donnerstagabend gegen 21 Uhr in der Nähe von Agde.

Mord in der Villa am Fluss

Rettungskräfte entdeckten am späten Mittwochabend in der Villa einer 77-jährigen Seniorin an der Rue de la Capelette im Stadtteil Tamarisière, einer ruhigen Gegend nahe dem Ufer des Flusses Hérault, die Leiche der alten Dame. Einem Bericht der französischen Zeitung „Le Figaro“ zufolge hatte der Mörder sein Opfer enthauptet und den abgetrennten Kopf auf dem Küchentisch abgelegt.

Der im Großraum Paris lebende Sohn der alten Frau hatte sich über den fehlenden täglichen Anruf seiner verwitweten Mutter gewundert, die sich immer gegen 21 Uhr meldete. Über die Videoüberwachungsanlage in der Wohnung entdeckte der Sohn dann einen Schatten am Boden und alarmierte zunächst den Rettungsdienst. Als Erstes waren gegen 21:30 Uhr Feuerwehrleute am Ort des Geschehens und entdeckten nach dem geschlossenen Außentor die nicht verschlossene Hauseingangstür.

In der Wohnung war es dunkel. Als die Einsatzkräfte hineinleuchteten, entdeckten sie die Leiche der alten Frau in einer Blutlache am Boden und ihren Kopf auf dem Tisch daneben. Sie alarmierten daraufhin die Polizei, die nach Medienangaben gegen 2 Uhr am Tatort erschien. Bei der Untersuchung der Wohnung entdeckten die Beamten die Spuren eines Kampfes.

Festnahme eines Tatverdächtigen

Die Ermittlungen wurden von der Direction territoriale de police judiciaire in Montpellier übernommen und führten schon am Donnerstagabend zur Festnahme eines Tatverdächtigen. Bei dem 51-jährigen Mann soll es sich um einen von seiner Frau und den Kindern getrennt lebenden ehemaligen Profiboxer handeln, der im fünf Kilometer entfernten Ort Vias wohnt und laut Nachbarn psychische Probleme habe, berichtet der öffentlich-rechtliche Regionalradiosender „France Bleu“. Der Mann hatte dem Bericht nach Gelegenheitsjobs im Haus der alten Dame übernommen.

Nach Angaben von „Radio Monte Carlo“ (RMC) wurde der Mann aufgrund des Videomaterials der Hausüberwachungsanlage identifiziert und der Sender „BFMTV“ habe davon berichtet, dass der Verdächtige bei der alten Dame eine Kreditkarte gestohlen und 1.000 Euro abgehoben habe.

Erste Meldungen

Die zuständige Staatsanwaltschaft von Béziers leitete in dem Fall ein Mordermittlungsverfahren ein. Staatsanwalt Raphaël Balland informierte die Presse am Donnerstag, wie „Franceinfo“ berichtet. Auch die nationale Anti-Terror-Staatsanwaltschaft war über den Fall informiert worden, heißt es. Die Terrorismus-Spezialisten sahen nach dem zu diesem Zeitpunkt bekannten Ermittlungsstand aber keine Anhaltspunkte dafür, ihre Zuständigkeit geltend zu machen. Am Donnerstagvormittag wurde die Leiche der Seniorin ins forensische Institut in Montpellier zur Obduktion gebracht.

Den Justizbehörden war sie nicht bekannt, weder als Opfer noch eines Strafverfahrens wegen. Auch bei der Polizei in Agde hatte die wohlhabende alte Dame in den letzten Jahren keinerlei Anzeigen erstattet. Nachbarn hatten gegenüber „France Bleu“ erklärt, dass sie nichts bemerkt hätten: „Die Polizei sagte mir, es muss jemand gewesen sein, der das Opfer und das Haus kannte“, meinte André, ihr nächster Nachbar. Ein anderer Nachbar, Francis, meinte: „Sie war eine sehr nette Dame (…) ein sehr sanfter Mensch.“

Auf der Suche nach dem Täter und einem Mordmotiv wird derzeit das Videomaterial der Hausüberwachungsanlage analysiert. Wie es scheint, tappt die Polizei in dem Mordfall derzeit noch im Dunkeln. Eine mögliche Spur gibt es allerdings. Laut den Nachbarn hatten diese die alte Dame 48 Stunden vor dem Verbrechen mit einem ihnen unbekannten Mann gesehen, der etwa ihr Alter gehabt haben soll und mit einem Hund spazieren gegangen war.

Ihre Nachbarin Alexandra erzählte, dass sie die beiden kürzlich mit einem anderen Pärchen auf dem Boot der alten Dame gesehen hatte: „Evelyne war sehr diskret. Misstrauisch. Ich war überrascht und erfreut, sie mit diesen Leuten zu sehen. Seit dem Tod ihres Mannes war sie nicht zum Boot zurückgekehrt.“ Ob das alles mit ihrer Ermordung zu tun hat, muss nun die Polizei herausfinden.



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