Trauer nach tödlichem Messerangriff an slowakischer Schule

Ein junger Mann stürmt in seine ehemalige Schule. Ein Lehrer stellt sich ihm in den Weg und wird das erste Opfer. Noch immer ist das Motiv unklar.
Titelbild
Menschen zünden Kerzen vor der Schule im Ort Vrutky an.Foto: Miroslava Mlyn·rov·/TASR/dpa/dpa
Epoch Times12. Juni 2020

Ein mit einem Messer bewaffneter junger Mann hat in einer slowakischen Schule einen Lehrer getötet und vier weitere Menschen verletzt. Wie Polizeipräsident Milan Lucansky mitteilte, wurde der Angreifer nach der Tat am Donnerstag von Polizisten erschossen.

Nach Lucanskys Angaben auf der offiziellen Facebookseite der slowakischen Polizei war der Täter ein 22-jähriger ehemaliger Schüler der aus Grundschule und Gymnasium bestehenden Gemeinschaftsschule in der Kleinstadt Vrutky nahe der tschechischen Grenze.

Der aus der Nachbarstadt Martin stammende Täter war am Vormittag in das Schulgebäude eingedrungen und hatte zunächst Teile der Einrichtung beschädigt. Als sich ihm der stellvertretende Schulleiter in den Weg stellte, tötete er ihn mit mehreren Messerstichen. Anschließend stürmte er in eine Schulklasse und verletzte dort eine Lehrerin und zwei Kinder sowie schließlich den Schulwart, der versucht hatte, ihn festzuhalten. Die Lehrerin und eines der Kinder waren am Freitag „in sehr ernstem Zustand“, wie eine Krankenhaussprecherin dem TV-Nachrichtensender TA3 erklärte.

Die per Notruf alarmierte Polizei konnte den aus dem Schulgebäude flüchtenden Angreifer nur durch mehrere Schüsse stoppen. Abprallende Polizeischüsse verletzten dabei zwei Polizisten. Rund zweihundert Meter von der Schule entfernt endete die Verfolgung mit dem Tod des Angreifers. Ein Ärzte- und Psychologenteam betreute mehrere Personen an der Schule, die von den Ereignissen traumatisiert waren. Am Abend trauerten hunderte Menschen vor dem Schulgebäude und entzündeten Kerzen. Für Freitag wurde der Unterricht abgesagt.

Rätselraten herrschte über das Tatmotiv. Vermutungen eines Racheaktes widersprach der Bürgermeister von Vrutky im Gespräch mit Journalisten. Der Täter sei als Schüler unauffällig und unproblematisch gewesen, das habe auch die Schulleitung bestätigt. (dpa)



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