Spannung vor dem Urteil: Berliner Todesraser kam für Hochzeit aus Serbien nach Deutschland

Epoch Times19. Juni 2019 Aktualisiert: 19. Juni 2019 17:28

Im Prozess gegen einen mutmaßlichen Todesraser will das Berliner Landgericht am Donnerstag kommender Woche das Urteil verkünden. Die Verteidigung plädierte am Mittwoch auf ein Urteil für Milinko P. wegen fahrlässiger Tötung einer unbeteiligten Passantin, fahrlässiger Körperverletzung bei seinem an den Verletzungen verstorbenen Beifahrer sowie Diebstahls. In einem von seinem Verteidiger verlesenen Brief bat P. die Familie der 22-jährigen getöteten Studentin unter Tränen um Vergebung.

Die Verteidigung gab an, die Flucht vor der Polizei und der dabei verursachte Unfall vor einem Jahr seien auf eine „Kurzschlussreaktion“ zurückzuführen. P. sei nur vermindert schuldfähig und habe nicht erkannt, dass es sich bei den ihn verfolgenden Autos um Polizisten in Zivil gehandelt habe.

Die Staatsanwaltschaft fordert für ihn eine Strafe von acht Jahren und vier Monaten wegen eines verbotenen Autorennens sowie Diebstahls. Den in der Anklage erhobenen Mordvorwurf ließ sie fallen.

P. will nicht allein für das Geschehen verantwortlich gewesen sein

P. bestreitet, dass er für das Geschehen allein verantwortlich war. Er sei ursprünglich für eine Hochzeit in Köln aus Serbien nach Deutschland gekommen. In Berlin habe er einem Bekannten bei Besorgungen helfen wollen, der selbst keinen Führerschein besessen habe. Er habe erst am Tatabend erfahren, dass es um einen Diebeszug gehe.

Nachdem die Männer Werkzeuge aus einem Kleintransporter gestohlen hatten, seien sie von Zivilfahrzeugen eingekesselt worden. P. will den Angaben zufolge nicht erkannt haben, dass es sich um Polizisten handelte, während sein später verstorbener Beifahrer wiederholt „Mafia“ geschrien habe. Der Beifahrer habe außerdem das rechte Bein von P. nach unten aufs Gaspedal gedrückt, als dieser eigentlich vorsichtig die Kreuzung überqueren wollte.

Dort verursachte P. den schweren Unfall. Das Fluchtfahrzeug geriet ins Schleudern und prallte gegen die Studentin. Der Tod der Passantin löste großes Entsetzen aus. Die Studentin der sozialen Arbeit war an ihrer Hochschule als engagiert und gesangsbegeistert bekannt. Ihre Familie tritt im Prozess gegen P. als Nebenkläger auf und wird anwaltlich vom Linken-Politiker Gregor Gysi vertreten. (afp)

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