Aus Profitsucht: Hollywood trägt Chinas Zensur in die Welt – Verrat an kultureller Freiheit?

Von 7. August 2020 Aktualisiert: 10. August 2020 19:14
Chinas Filmmarkt wächst. Laut Prognosen wird er in diesem Jahr den US-Markt als den umsatzstärksten Markt überholen – ein Riesengeschäft für Filmemacher. Doch Peking lässt nicht alle Filme auf den chinesischen Markt. Hollywood hat das erkannt und zensiert sich selbst, um dem Regime zu gefallen.

„Hollywood kapituliert zunehmend vor dem Druck des chinesischen Regimes“, sagt die Menschenrechtsgruppe „PEN America“ in ihrem neuen Bericht. Die Filmstudios zensieren ihre Filme, was die Redefreiheit bedrohe, heißt es in dem am 5. August veröffentlichten Bericht „Made in Hollywood, Censored by Beijing“ weiter.

Laut dem Bericht, der teilweise auf Interviews mit Brancheninsidern beruht, ködert Peking die Hollywood-Studios mit dem riesigen chinesischen Filmmarkt, um sie zur Zensur oder Änderung von Filmen zu bewegen – entweder durch direkte Zensuranträge oder zunehmend durch freiwillige Selbstzensur.

Peking bestraft Filmemacher, die China kritisieren

In diesem Jahr wird der chinesische Kinomarkt voraussichtlich den US-Markt überholen, der 2019 einen Umsatz von 11,4 Milliarden Dollar verbuchte. Peking erlaubt jährlich nur 34 ausländische Filme auf dem chinesischen Markt.

„Peking sendet eine klare Botschaft an die Filmwelt, dass Filmemacher, die China kritisieren, bestraft, doch diejenigen, die seinen Zensurbestimmungen entsprechen, belohnt werden“, heißt es in dem Bericht. Und weiter: „Die Kommunistische Partei Chinas hat in der Tat großen Einfluss darauf, ob ein Hollywood-Film profitabel sein wird oder nicht – und die Studiobosse wissen das“.

Hollywoods Selbstzensur zur Beschwichtigung Pekings

Der Bericht erwähnt zahlreiche Fälle von Selbstzensur in Hollywood zur Beschwichtigung des kommunistischen Regimes. So wurde zum Beispiel die taiwanesische Flagge von Tom Cruises Jacke in der kommenden „Top Gun“-Fortsetzung entfernt. Auch wurde eine Szene in dem Zombie-Film „World War Z“ von 2013 entfernt, in der China als der Ursprungsort für das Virus bezeichnet wurde, das den Zombie-Ausbruch auslöste.

„Auch wenn einige dieser Änderungen geringfügig erscheinen mögen – das Entfernen einer taiwanesischen Flagge hier oder die eines unbedeutenden Handlungselementes dort -, zusammengenommen beschneidet eine solche Zensur die künstlerische und kulturelle Freiheit, bringt abweichende Stimmen zum Schweigen und kann die globale Wahrnehmung verzerren, die von einflussreichen Filmen geprägt wird“, sagte James Tager in einer Erklärung. 

Tager ist Hauptautor des Berichts und stellvertretender Direktor für Forschung und Politik im Bereich der freien Meinungsäußerung bei PEN.

US-Justizminister: Hollywood macht wegen Profitsucht „Kotau“ vor Peking

Die Warnung kam, nachdem US-Justizminister William Barr im vergangenen Monat Hollywood dafür kritisiert hatte, wegen seiner „Profitsucht“ einen „Kotau“ vor dem kommunistischen Regime zu machen.

„Jedes Jahr werden die Amerikaner bei der Oscar-Verleihung darüber belehrt, wie dieses Land hinter den Idealen Hollywoods in Bezug auf soziale Gerechtigkeit zurückbleibt“, sagte Barr am 16. Juli. „Aber Hollywood zensiert jetzt regelmäßig seine eigenen Filme, um die Kommunistische Partei Chinas – den mächtigsten Menschenrechtsverletzer der Welt – zu beschwichtigen“, stellte Barr klar.

Alles mit China-Komponente nicht vor Zensur Pekings sicher

Der Druck aus Peking beschränkt sich nicht nur auf Filme, die für den chinesischen Markt bestimmt sind. Der Bericht zitiert auch Stanley Rosen, Professor für Politikwissenschaft und internationale Beziehungen an der Universität von Südkalifornien. Er warnt davor, dass das Regime „sich auf alles konzentrieren wird, was eine China-Komponente in sich trägt“.

„Glauben Sie nicht, dass, wenn Sie etwas machen, das nicht für China bestimmt ist – wie ein Indie-Film für einen kleinen Markt – China es nicht merken und es Ihrem Blockbuster-Film nicht schaden wird. Das wird es“, so Rosen.

Ein Produzent, der an mehreren Projekten mit chinesischer Finanzierung arbeitete, sagte zu PEN: „Die meisten Menschen sagen nichts gegen China, weil es die Erwartung gibt, ‚ich werde nie wieder arbeiten’“.

PEN zufolge sprachen viele Produzenten und Drehbuchautoren anonym mit der Gruppe, da sie finanzielle und berufliche Repressalien befürchteten, sollten sie den wachsenden Einfluss des KP-Regimes in Hollywood offen kritisierten.

Finanzielle Anreize in Hollywood erlauben Pekings Zensur weltweit

Laut dem Bericht wird Zensur vorausgesetzt, wenn es um gemeinsame Produktionen zwischen US-amerikanischen und chinesischen Studios geht, die Hollywood einen anderen Weg auf den chinesischen Markt ermöglichen. „Diese Koproduktionen erlaubten es der Kommunistischen Partei Chinas, ihre politische Botschaft zu verbreiten,“ heißt es. 

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Zum Beispiel zeigt der Zeichentrickfilm „Everest – Ein Yeti will hoch hinaus“ aus dem Jahr 2019 eine Karte mit der „Neun-Striche-Linie“. Das Regime benutzt sie, um seine territorialen Ansprüche im Südchinesischen Meer zu kennzeichnen. Pekings Ansprüche werden von mehreren südostasiatischen Ländern scharf kritisiert und wurden 2016 von einem internationalen Gerichtshof für unrechtmäßig erklärt.

Die steigenden Investitionen Chinas in Hollywood sorgten zudem indirekten für den Druck, den chinesischen Zensoren zu gefallen. „Die Investoren haben starke Anreize, dafür zu sorgen, dass ihre Hollywood-Partner und [Chinas] Propagandaabteilung gleicher Meinung sind“, heißt es in dem Bericht.

Das Original erschien in der englischen EPOCH TIMES (deutsche Bearbeitung von as)
Originalartikel: Hollywood Continues to Cave to Chinese Censorship, Jeopardizing Free Speech, Report Finds

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