Kunst und Kultur: Chinas langer Arm der Zensur reicht über die ganze Welt

Epoch Times6. Dezember 2019 Aktualisiert: 6. Dezember 2019 15:54
Es gehört zur Geschichte der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), Kunstaufführungen und andere öffentliche Auftritte zu verhindern, die das wahre Gesicht der Partei zeigen. Meistens werden dabei die Veranstalter unter Druck gesetzt.

Am 23. Mai 2010 standen die Künstler von Shen Yun Performing Arts plötzlich vor verschlossenen Türen. Das Nationaltheater in der Hauptstadt Moldawiens hatte alle geplanten Auftritte von heute auf morgen abgesagt. Die einzige Erklärung, die die Theatermanagerin damals abgab, lautete: „Ich habe Anweisungen bekommen.“

Später erfuhr die Künstlergruppe von einem Stadtrat, dass das Kulturministerium von Moldawien und das Theatermanagement von der ansässigen chinesischen Botschaft unter Druck gesetzt wurden, die Auftritte abzusagen. Allerdings verneinten beide, dass sie von den chinesischen Behörden kontaktiert worden seien.

Nach fünf Tagen äußerte sich der stellvertretende Außenminister bei einer Pressekonferenz zu dem Fall und erklärte, dass die Aufführungen die diplomatischen Beziehungen zwischen Moldawien und China behindern könnten.

Leeshai Lemish, Conferencier der Show, erfuhr wiederum einige Zeit später, dass Moldawien, der ehemalige Sowjetstaat, kurz vor dem Abbruch der geplanten Auftritte ein Darlehen von einer Milliarde Dollar von China versprochen wurde. „Es ist einfach, eins und eins zusammenzuzählen“, äußerte Lemish dazu.

Was ist „Shen Yun“?

Shen Yun, die Nummer 1 Show für klassischen chinesischen Tanz tourt seit 13 Jahren um die Welt. Dabei erweckt sie die 5000 Jahre alte traditionelle chinesische Kultur wieder zum Leben – und zwar durch Musik und Tanz.

Dass die Truppe vom chinesischen Regime so gefürchtet wird, liegt daran, dass sie auch Chinas Tabu-Thema Nummer 1 aufgreift, nämlich die Verfolgung von Falun Gong durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh).

Die Mitglieder der spirituellen Praktik, die auch Falun Dafa genannt wird, werden seit Beginn der Verfolgung 1999 in großer Anzahl inhaftiert und gefoltert.

Zensur exportieren

Es gehört zur Geschichte der KPCh, Kunstveranstaltungen und andere öffentliche Auftritte zu verhindern, die das wahre Gesicht der Partei zeigen. Meistens werden dabei die Veranstalter unter Druck gesetzt.

Im August dieses Jahres lehnte es die Nationalgalerie des australischen Bundesstaates Victoria ab, eine Veranstaltung stattfinden zu lassen, die von Hongkongs Sängerin und Schauspielerin Denise Ho mitorganisiert wurde. Ho unterstützt die Pro-Demokratie-Bewegung in Hongkong. Als Grund gab man „Sicherheitsbedenken“ an. Ho warf der Galerie jedoch vor, dem Druck Pekings nachgegeben zu haben.

In Dänemark gab es 2013 den Fall, dass die chinesische Botschaft von den Veranstaltern des Kopenhagener Internationalen Filmfestivals verlangte, kritische Dokumentarfilme über das chinesische Regime zu zensieren. Die KPCh drohte damit, dass mangelnde Kooperation die dänisch-chinesischen Beziehungen „beeinträchtigen“ würde.

Doch die Einflussnahme des chinesischen Regimes auf die weltweite Kunst- und Verlagsbranche endet hier nicht. In Hollywood werden Drehbücher so umgeschrieben, dass China immer in einem guten Licht dasteht. US-Verlage brechen Verträge mit chinesischen Dissidenten ab, damit sie das Regime nicht verärgern. Und ein großer Zeitungsverlag zensiert seine Texte aus eben demselben Grund.

Druck der Botschaft um Shows zu unterbinden

Für Shen Yun ist das alles nichts Neues. Lemish weiß von mindesten 74 Fällen, bei denen die KPCh versucht hat, auf verschiedenste Weise die Aufführungen zu verhindern. Da wurden Tournee-Busse manipuliert, verleumderische Briefe an örtliche Gesetzesvertreter geschrieben und Theater unter Druck gesetzt, bereits geplante Veranstaltungen abzusagen.

Es gab interne E-Mails, die dem dänischen Parlament als Beweis vorgelegt wurden, und die Chinas langen Arm der Zensur offenbarten. Zehn Jahre lang hatte Shen Yun versucht, am Royal Danish Theater aufzutreten. Immer wieder wurde das Ensemble abgewiesen mit der Begründung, dass der künstlerische Standard nicht den Standards des Theaters entspreche. Eine E-Mail jedoch, die dem Journalisten Thomas Focht zuging, zeigte, dass das Management sich im August 2017 mit Vertretern der chinesischen Botschaft getroffen hatte. Am Ende des Treffens sei die Frage gefallen, ob das Theater Kontakt mit Shen Yun habe. Wenn ja, sollte man keinesfalls einen Mietvertrag mit der Tanzgruppe unterschreiben.

Bei einer Anhörung im dänischen Parlament am 4. April 2019 erklärte Focht: „Die chinesische Botschaft und die Delegation setzten das Theater unter Druck, Shen Yun nicht auftreten zu lassen“.

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In Spanien gab es einen ähnlichen Fall. Dabei gab der chinesische Botschafter bei einem aufgezeichneten Telefongespräch zu, persönlich darin involviert gewesen zu sein, das Teatro Real in Madrid unter Druck gesetzt zu haben, worauf Shows von Shen Yun kurzfristig abgesagt wurden. Er habe dabei persönlich mit dem Generalmanager gesprochen.

Zurück nach Moldawien

Als an vorher besagtem Tag der Beginn der Aufführung näher rückte, erschienen die gut gekleideten Gäste nach und nach am Eingang des Theaters. Was sie vorfanden, waren verschlossene Türen und eine Tanzgruppe, die in ihren schwarzen Anzügen vor der Tür stand.

Lemish erzählt, dass manche Theaterbesucher gerade eine 30-stündige Zugfahrt aus Moskau hinter sich hatten. Als sie hörten, dass es keine Show geben würde, brachen sie in Tränen aus. Dann nutzten sie jedoch ihre Zeit, um zumindest Fotos mit den Tänzern zu machen und kauften ihnen Blumen auf dem nahegelegenen Markt.

Manche versuchten, das Geld für ihr Ticket erstattet zu bekommen. Das Theater schickte sie einfach weg. Auf Druck des Publikums gab das Theater ihnen dann die persönliche Telefonnummer des Veranstalters, der Opfer der Vertragsverletzung durch das Theater wurde.

Die folgenden Tage nutzte das Ensemble, um im lokalen Fernsehen über den Vorfall zu berichten.

Nach dem Vorfall in Moldawien schrieb der damalige Vize-Präsident des Europaparlaments einen Brief an die Moldawische Regierung und erklärte, dass er es sehr bedaure, dass man dem Druck durch die chinesische Botschaft nachgegeben habe.

Er hoffe, das „Europa und der Rest der Welt ähnlich viel Mut aufweisen kann wie die Künstler von Shen Yun und alle dem chinesischen Regime sagen, dass sie ihre groben und wiederholten Verletzungen der Menschenrechte und Würde nicht akzeptieren werden.“

Im März dieses Jahres wurde Pekings Behinderung von Shen Yun auf einer Konferenz der Mitglieder des Europäischen Parlaments als Beispiel für die aggressive Subversion Pekings angeführt.

„Mit diesem Beispiel von Shen Yun berühren wir ein sehr wichtiges Thema, nicht nur für die Frage der Situation in China, sondern auch für uns Europäer. Es geht um unsere Zukunft“, sagte Henri Malosse, ehemaliger Präsident des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses, einem beratenden Organ der EU, auf der Konferenz.

Wenn wir uns dem Druck einer fremden Macht beugen, nach ihrem Willen und Geschmack aufzutreten oder eben auch nicht aufzutreten, werden wir alle verlieren“, sagte Tunne Kelam, MdEP aus Estland.

Trotz der Herausforderungen ist Shen Yun in den letzten zehn Jahren von einer Tourneegruppe  auf sieben angewachsen.

Noch heute wartet Moldawien auf das vom chinesischen Regime zugesagte Darlehen von einer Milliarde Dollar. (ntd/nmc)

Originalartikel auf Englisch: The Chinese Regime’s Long Arm Of Arts Censorship

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