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Das Töten von Kindern in China

Von 27. Mai 2010 Aktualisiert: 23. Juli 2018 13:28
Seit 1949 hat das chinesische kommunistische Regime seine Staatsmacht gebraucht, um systematisch Religion und Glauben in China auszurotten und einen extremen Materialismus zu entwickeln. Die Folgen sind verheerend.

Am Morgen des 23. März versammelte sich eine Gruppe von Kindern vor dem Schultor der Grundschule in Nanping und wartete darauf, dass das Tor geöffnet wurde.

Ein Mann kam auf sie zu und ohne auch nur ein Wort zu sagen fing er an, die Kinder mit einem langen Messer abzuschlachten. Bis zu dem Zeitpunkt, zu dem der Sicherheitsbeauftragte der Schule, ein Lehrer, jemand, der gerade seine Morgengymnastik machte und ein Autofahrer den Mann überwältigen konnten, hatte er bereits acht Kinder getötet und fünf schwer verletzt – Schüler im Alter von 8 bis 9 Jahren.

Die Tragödie ereignete sich in der Stadt Nanping in der Provinz Fujian. Die Nation stand unter Schock. Die staatseigenen Medien berichteten über den Vorfall und überall im Internet wurde über den Fall diskutiert. Obwohl einige Leute damit begannen, die Hintergründe dieses Vorfalls zu diskutieren und darüber zu sprechen, dass die Gründe dafür in der Gesellschaft zu suchen seien, begriff doch niemand, dass das erst der Anfang war.

Der Mörder Zheng Mingsheng, ein ehemaliger Arzt am örtlichen Krankenhaus, wurde sofort vor Gericht gestellt und am 8. April, zwei Wochen nach der Tat, zum Tode verurteilt. Bei Aufsehen erregenden Fällen nennt man das „die schwerste Strafe so schnell wie möglich verhängen“. Auf diese Art und Weise kommt keine Kritik an den Behörden auf, weil sie der Öffentlichkeit zeigen, dass sie ihren Job machen. So versuchen sie auch, potentielle Verbrecher abzuschrecken. Doch dieses Mal bestand das einzige Problem darin, dass die Taktik nicht aufging.

Vier Tage nach der Verurteilung ereignete sich eine weitere Tragödie. Dieses Mal vor einer Grundschule in der Provinz Guangxi, 800 Meilen weit entfernt. Eines der beiden Opfer war ein achtjähriger Schüler.

Die erste Reaktion der Behörden zeigte, dass es ihnen nicht so wichtig war, die Gründe für das Töten von Schulkindern herauszufinden, sondern vielmehr ein Exempel zu statuieren. Außerdem könnten genaue Analyse und Erörterung zu unangenehmen Ergebnissen für die Partei und den Staat führen. Am 28. April kam es zur Hinrichtung Zheng Mingshengs, 36 Tage nach der Tat. Das war selbst für chinesische Standards äußerst schnell.

Am Tag der Hinrichtung und an den zwei darauf folgenden Tagen ging das Töten an drei anderen Schulen weiter. Am 28. April verletzte ein ehemaliger Lehrer in der Provinz Guangdong 18 Grundschüler und einen Lehrer mit einem Messer. Laut Medienberichten wurden am 29. April in der Provinz Jiangsu 29 Kinder und 3 Lehrer in einem Kindergarten verletzt. Am 30. April fünf Kinder in der Provinz Shaanxi. Dieses Mal benutzte der Täter einen Hammer statt eines Messers.

Der jüngste und schrecklichste Fall ereignete sich in der Provinz Shaanxi. Sieben Kinder und zwei Erwachsene wurden in einem Kindergarten am 12. Mai mit einem Fleischer-Hackmesser getötet.

Tief liegende Gründe

In einem ungewöhnlichen Fernsehinterview legte Premierminister Wen Jiabao am 13. Mai dar: „Wir müssen nicht nur die Sicherheitsmaßnahmen verbessern, sondern auch die tief liegenden Gründe herausfinden, um dieses Problem zu lösen.“ Es kommt nicht häufig vor, dass ein chinesischer Parteiführer zugibt, dass es für kriminelle Handlungen tief liegende Gründe gibt.

Auch in anderen Ländern finden solche entsetzlichen Verbrechen statt. Doch sechs Massaker an hilflosen Kindern innerhalb von zwei Monaten in verschiedenen Provinzen, die tausend Meilen voneinander entfernt sind, können nicht mehr allein persönlichen Beweggründen zugesprochen werden. Man muss versuchen, die „tief liegenden Gründe“ zu verstehen.

Seit 1949 hat das chinesische kommunistische Regime seine Staatsmacht gebraucht, um systematisch Religion und Glauben in China auszurotten und einen extremen Materialismus zu entwickeln. Die meisten Religionen vertreten die Lehre: Du darfst nicht töten! Bevor der Kommunismus seine Herrschaft in China antrat, glaubten die meisten Chinesen: Wenn man ein Leben nimmt, muss man es mit einem Leben bezahlen, sei es in diesem oder im jenseitigen Leben.

Doch die Menschen, die in den letzten 60 Jahren in China aufgewachsen sind, haben erfahren, dass so viele Unschuldige getötet werden, sodass das Töten von Menschen zu einem Teil ihres Lebens geworden ist.

Der größte Teil des Mordens geht auf die regierende Partei und den Staat zurück. Das fängt an mit der Ermordung der Hausbesitzer in den frühen 1950er Jahren. Dann erfolgt die Ermordung von Klassenfeinden während der Kulturrevolution, das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Jahre 1989 und die Ermordung von Tausenden von Falun Gong-Anhängern in den letzten zehn Jahren. Menschen, die in einer solchen Umgebung aufwachsen und erzogen werden, haben keine Möglichkeit, auf normale Art und Weise die moralische Forderung „Du sollst nicht töten“ kennen zu lernen. Nur einige wenige erfahren sie noch in ihren Familien.

In den meisten Zivilisationen gilt: Schützt die Kinder. Kinder zu töten ist einfach undenkbar – doch nicht im heutigen China. In den letzten Jahren haben wir es nur zu oft erlebt, dass unschuldige und hilflose Kinder verletzt werden und das mit Billigung oder gar auf Veranlassung des kommunistischen Regimes.

Ein Beispiel dafür ist die hohe Anzahl von Todesfällen von Schülern während des Erdbebens in Sichuan. Nicht nur im Erdbebengebiet von Sichuan sondern in ganz China sind die schlechtesten Gebäude Grund- und Mittelschulen. Die besten Gebäude sind immer staatliche Büros.

Es war nicht immer so. Als es noch die ‚Republik China‘ (jetzt nur auf Taiwan) gab, lag dem lokalen Machthaber Lui Wenhui der Befehl vor, den Bürgermeister abzusetzen, wenn irgendein Regierungsgebäude besser war als ein Schulgebäude. Und nun vergleiche man einmal die Einstellung dieses Machthabers mit der Behandlung, die jene Beamten erfuhren, die für die „Tofu – Bauweise“ verantwortlich waren, die den Tod von Tausenden von Schülern verursachte. Nicht ein einziger Beamter ist jemals bestraft worden. Im Gegenteil: Wenigstens zwei Rechtsaktivisten, Tan Zuoren und Huang Qi, die versucht haben, die Wahrheit bei dem Erdbeben von Sichuan herauszufinden und der Öffentlichkeit zu zeigen, wurden angeklagt und zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Ein weiteres Beispiel ist Zhao Lianhai. Zhao ist Vater eines Opfers von mit Melanim verseuchtem Milchpulver. Millionen von Säuglingen und Kleinkindern bekamen Nierensteine und erkrankten für immer. Einige starben sogar. Die Verseuchung des Milchpulvers mit Melamin stellte eine Kette von High-Tech-Verbrechen dar, an deren Ende einfache Bauern standen, die die Milch lieferten.

Die Behörden exekutierten zwei Bauern. Die Behörden in der Provinz Hebei verboten ein Gerichtsverfahren gegen diejenigen, die für das Leid der Kinder verantwortlich sind. Zhao Lianhai glaubte dem Staat nicht und versuchte, die Wahrheit herauszufinden und rechtliche Schritte zu unternehmen. Er wurde verhaftet und am 30. März am Daxin Gerichtshof in Peking in einem Geheimverfahren verurteilt.

Jemand wird in einer Umgebung, in der die Ermordung unschuldiger Menschen und systematische Verbrechen an Kindern an der Tagesordnung sind, geboren. Er wächst dort auf und wird dort erzogen. Wie soll er jemals lernen, was richtig und was falsch ist? Wenn der Staat das Beispiel liefert und die ganze Nation zwingt, diesem Beispiel zu folgen, welche Ergebnisse sind dann wohl zu erwarten?

Originalartikel auf Englisch: Root Causes for Children Killed in China



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