Die 15Millionen-Feier in Peking

Von 8. November 2006 Aktualisiert: 8. November 2006 23:52

Am 4. November 2006 wurde in Peking auf einer Großveranstaltung die 15-millionste Online Parteiaustrittserklärung gefeiert. (siehe www.epochtimes.com) Grund für den Erfolg dieser feierlichen Veranstaltung war die Einladung renommierter Persönlichkeiten der chinesischen Geschichte sowie die rege Beteiligung an der anschließenden Podiumsdiskussion.

Daran nahmen unter anderem teil Nüwa (als Erschafferin der chinesischen Rasse), Großherrscher Yu (der auf großartige Weise im Altertum die chinesischen Flüsse in ihre Bahnen wies), Konfuzius (als Chef des später entstandenen Konfuzianismus), Li Bai (als Repräsentant der großartigen Gedichte der Tang Dynastie), Dschingis Khan (als ehemaliger Besatzer Chinas), der Kaiser Qianlong (als vorbildlicher Kaiser der Qing Dynastie), Mao Tse-tung (als Gründer der VR China), Deng Xiaoping (als Niederschläger der 4. Juni Studentendemo 1989) und Jiang Zemin (als Verantwortlicher für die Verfolgung von Falun Gong seit 1999).

Schon zu Beginn der festlichen Versammlung war sich ein großer Teil der Geladenen bewusst, dass die tägliche Austrittsrate von etwa 20.000 desertierten Parteileuten mit Freude zu begrüßen sei. Starker Widerstand kam nur aus dem rechten Flügel (unter Vorsitz von Deng Xiaoping), denn man fand einfach keine plausible Begründung, mit der man die Chinesen auch ohne KP zu einer weiteren Alleinherrschaft einzelner korrupter Beamten hätte überreden können.

Ein starkes Raunen ging durch die Anwesenden, als von Nüwa eine atemberaubende Frage an Mao Tse-tung gestellt wurde; er wurde mit der Frage konfrontiert, was denn die mühsame Erschaffung der chinesischen Rasse für einen Sinn habe, wenn gleich 70 Millionen von ihnen von einem machtgierigen psychopathischen Herrscher umgebracht würden? Mao konterte indem er sich für sein flegelhaftes Verhalten entschuldigte mit der Begründung, er habe in seiner Jugend keine anständige konfuzianische Ausbildung erhalten und nie gelernt, das Wort Tugend zu schreiben. Auch entschuldigte er sich mit Blick nach unten für die unter ihm eingeführte Ein-Kind-Politik, die Millionen getöteter Mädchen und Jungen zur Folge hatte.

Konfuzius nickte ihm bestätigend zu und schaute umgehend zum abgedankten Staatspräsidenten Jiang Zemin, dem auch maoistische Flegelei nachzusagen sei.

Großherrscher Yu fragte unverhohlen bei Deng Xiaoping nach, was denn die mühsame Ordnung der Flüsse für einen Sinn habe, wenn man sie in den wenigen Jahren der Öffnungs- und Reformpolitik gänzlich verschmutzen lasse und die Fische darin nicht überleben könnten? Deng Xiaoping musterte Jiang Zemin und gab zu verstehen, dass es wohl nicht so beabsichtigt war, auch sei es die Schuld von Jiang Zemin, denn dieser habe seine Fehler nicht erkannt und die Umweltzerstörung skrupellos weitergetrieben.

Mao hatte sich noch nicht wieder gesetzt, als ihm von dem vorbildlichen Schreiber Li Bai der nächste Vorwurf an den Kopf geworfen wurde: Für wen haben wir denn Tausende von Gedichten geschrieben, abgeschrieben und illustriert, wenn ihr sie in ein paar Jahren Kulturrevolution dem Feuer übergeben habt? Schon sprang Konfuzius von seinem Sitz auf und warf Mao böse Blicke zu, denn auch seine Schriften und Statuen waren zum großen Teil während der Kulturrevolution zerstört wurden.

Immer wieder wollte sich Kaiser Qianlong zu Wort melden, um den anwesenden Parteimitgliedern und Funktionären von eigenen Erfahrungen der tugendhaften Regierungspolitik, von Bescheidenheit und Selbstaufopferung für den Staat zu erzählen, doch er kam nicht so richtig zu Wort und wurde hin und wieder vom Gläseranstoßen und Festgeschmatze der Parteifunktionäre am benachbarten Buffet übertönt. Allein Dschingis Khan wurde mehrmals fast handgreiflich, wenn er Jiang Zemin zu Gesicht bekam, denn er hasste ihn schon immer dafür, wie er mit den friedlichen Falun Gong-Leuten umgesprungen war. So etwas habe es zu den Zeiten, als er noch China besetzt hielt, nicht gegeben.

Übereinstimmung gab es unter den meisten Anwesenden zu der Frage, ob es mit Freude zu begrüßen sei, dass die KP nun ihrem Ende – das heute mit der 15-millionste Parteiaustrittserklärung gefeiert wurde– entgegen gehe. Die anwesenden Persönlichkeiten der chinesischen Geschichte mussten feststellen, dass ihre großartigen Leistungen meist durch die KP zerstört wurden, im Publikum wurde der Beifall zu den 15 Millionen Austrittserklärungen immer dann tobend, wenn man nicht mehr nachvollziehen konnte, woher er kam, denn es war von vielen KP Spitzeln die Rede – und Vorsicht war geboten.

Die nächste Feierlichkeit ist für das Erreichen der 20 Millionen Austrittserklärungen angesetzt, manche Podiumsmitglieder konnten ihre Mitwirkung dafür nicht direkt zusagen, da auch der Toleranz von Konfuzius Grenzen gesetzt sind, Nüwa möchte erst dann wieder Chinesen erschaffen, wenn von der KP keine Spur mehr zu sehen ist, Li Bai möchte auch erst wieder in post-KP Zeiten als Literatur-Berater zurückkehren und Qianlong sieht keine Chance, die jetzige Führung wirklich zu verbessern. So bleibt der Erfolg der nächsten Feierlichkeit abzuwarten.

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