Foto: STR/AFP/Getty Images.

Konfuzius vom Tiannanmen in Peking entfernt

Von 23. April 2011 Aktualisiert: 23. April 2011 3:46

PEKING – Nach Medienberichten wurde eine Statue des chinesischen Philosophen Konfuzius von seinem Sockel am Rande des Tiannanmen Platzes entfernt.

Die 7,9 Meter große, 17 Tonnen schwere Statue hatte einen Ehrenplatz vor dem Nordtor des kürzlich renovierten chinesischen Nationalmuseums, unweit von Maos Porträt, das über dem Eingang zur „Verbotenen Stadt“ hängt. Die Statue, im Januar errichtet, ist nun verschwunden und ihr ehemaliger Standort von Werbetafeln umgeben.

Der Verwaltungsausschuss, der für den Tiannanmen Platz verantwortlich ist, lehnte es ab, sich zu der Beseitigung der Statue zu äußern. „(Die Entfernung der Statue) kann zur Zeit nicht erklärt werden,“ sagte ein Ausschußmitarbeiter gegenüber der staatlich geführten „Global Times“, unter der Bedingung der Anonymität.

Das Nationalmuseum war für eine Stellungnahme am Donnerstag nicht erreichbar, heißt es.

Letzten Monat noch hatte Museumsdirektor Lu Zhangshen der lokalen Presse mitgeteilt, dass Konfuzius eine globale kulturelle Figur sei, und somit seinen Ehrenplatz verdient hätte.

„Bitte nicht die Konfuziusstatue mit Politik vermischen. Es hat nichts mit Politik zu tun,“ wurde Lu zitiert.

Einst von Mao und seinen Rotgardisten als feudalistisch denunziert, wird Konfuzius heutzutage von der Kommunistische Partei benutzt, um dem Image Chinas im Ausland einen sanften Touch zu geben.

Im Jahr 2004 begann China mit der Einrichtung sogenannter „Konfuzius-Institute“, die als Mittel für die Ausbreitung chinesischer Sprache und Kultur im Ausland dienen sollten. Heute gibt es sie in über 90 Ländern, meist an akademische Institutionen gebunden, wie beispielsweise an der Freien Universität in Berlin.

Wegen ihrer direkten Verbindung zur chinesischen Regierung, werden die Institute jedoch von Kritikern beschuldigt, ein Propagandawerkzeug der KPCh zu sein, was eine Einschränkung der Redefreiheit über sensible Themen, wie Tibet oder Falun Gong, in akademischen Kreisen fördert.

„Im Festland China wird den Menschen von der KPCh die Parteikultur eingeflößt und die wahre, traditionelle Kultur verschwindet. Ich glaube definitiv nicht daran, dass die KPCh auch nur irgendeine Verbindung zur traditionellen Kultur hat – sie benutzt sie nur. .. Alles wird zum Werkzeug für den Machterhalt,“ bemerkt dazu Yu Ying Shih, Professor für Geschichte und ostasiatische Studien an der Universität Princeton in den USA.

Über zwei Jahrtausende lang galt der Konfuzianismus als ein wesentlicher Teil der traditionellen chinesischen Kultur und baute Chinas moralisches System auf. Konfuzius lehrte, dass ein Land mit Tugendhaftigkeit und Barmherzigkeit zu regieren sei. Ein tugendhafter und barmherziger Herrscher regierte eine Gesellschaft, die sich nach hohen moralischen Anforderungen entwickeln sollte, und überließ es  den Menschen, in Frieden zu leben.

Foto: STR/AFP/Getty Images.

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