Diese Krankenhausmitarbeiter haben sichtlich Spaß an der Selbstverteidigungs-Schulung, die sie in Shanghai bekamen. Der Alltag in Chinas Krankenhäusern ist dagegen weniger lustig.Foto: Screenshot Weibo

Patienten-Hass: Chinas unbeliebte Ärzte bekommen Kungfu-Kurse

Von 7. November 2013 Aktualisiert: 7. November 2013 10:07

Arzt-Mord in einem Krankenhaus in Chinas Provinz Zhejiang: Am 25.Oktober sticht ein Patient mit einem Messer auf drei Ärzte ein und tötet einen von ihnen. Gewalt gegen Ärzte und Pflegepersonal ist in Chinas Krankenhäusern Routine. Um mit aggressiven Patienten fertig zu werden, haben viele Krankehäuser in China die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. In Shanghai reagierte man nun kreativer: Mit Kungfu-Kursen für Ärzte.

Hilfe vom Profi

So unterrichtete ein Taekwondo-Schwarzgurtträger am 5. November im Zhongshan Krankenhaus von Shanghai Ärzte, Krankenschwestern und andere Mitarbeiter. Das Shanghaier Huashan Hospital veranstaltete am gleichen Tag einen ähnlichen Kurs. Hier zeigte ein Profi vom lokalen Sicherheitsbüro, wie man Patienten-Attacken abwehrt.

Doch keine Lösung?

Die Ärzte sollten lieber mal an sich selbst arbeiten, Arroganz ablegen und ihre Umgangsformen verbessern, meinte ein Blogger dazu. Viele andere User nannten die Kunfu-Initiative der Krankenhäuser lächerlich. Und nicht nur die Internet-Community sieht den Grund für das angespannte Verhältnis zwischen Chinas Ärzten und Patienten im Gesundheitssystem selbst: Der aktuelle Arzt-Mord rückte das angespannte Verhältnis zwischen Chinas Ärzten und Patienten auch in den Fokus der Staatsmedien.

Innerhalb von zehn Tagen sechs Zwischenfälle meldete Chinas „Ärztevereinigung“ allein für Oktober. Die Chinesische Krankenhaus-Vereinigung kam in ihrer Umfrage „Gewalt gegen Ärzte 2012“ zu folgendem Ergebnis: In den 316 teilnehmenden Krankenhäusern aus 30 Provinzen gab es durschnittlich 27 Patienten-Attacken; ganze sieben mehr, als noch 2008, so das staatliche Sprachrohr Xinhua.

Ausbeutung“ von Patienten ist Routine

“Den Chinesischen Krankenhäusern fehlt es an Service und Komfort für Patienten”, formulierte es Liu Guoen, ein Wirtschaftsexperte, im Staatsfernsehen CCTV. Sogar der Report des regime-konformen Senders erwähnte regelmäßige Beschwerden über teure Krankenhausaufenthalte und Behandlungen. Sogar von „Patienten-Ausbeutung“ war die Rede. Oft würden unnötige und teure Medikamente verordnet werden, für deren Verkauf es Schmiergeld von der Pharmaindustrie gebe.

Ärzte auf Platz 1 der Unbeliebtheits-Skala

Schon 2010 hatte das Staatsmedium Global Times eine Umfrage zum gesellschaftlichen Ansehen verschiedener Berufsgruppen veranstaltet. Chinas Ärzte rangierten – gemeinsam mit den Beamten – auf Platz 1 der Unbeliebtheits-Skala.



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