Brennpunkt Südchinesisches Meer: China baut Vietnam Militärbasis vor die Nase

Von und 26. November 2014 Aktualisiert: 26. November 2014 14:01

Im Südchinesischen Meer steigt die Spannung: Auf einem umstrittenen Riff vor der Küste Vietnams baut China den Vietnamesen gerade eine Militärbasis vor die Nase. Die künstliche Insel soll als Luftwaffen-Stützpunkt dienen.

Dies berichtete das britische Militärmagazin IHS Janes am 20. November. Die Website veröffentlichte eine Satellitenaufnahme des „Fiery Cross Reefs“, das westlich der Spratly-Inseln liegt – und diese zeigt, das Chinas Baggerschiffe in den vergangenen drei Monaten sehr fleißig waren und eine große Portion künstliches Land gewinnen konnten.

Das Riff lag bisher fast vollständig unter Wasser und die einzige bewohnbare Stelle war eine Betonplattform, welche die chinesische Armee schon vor Jahren gebaut hatte. Seit August ist auf der Felsenkette eine drei Kilometer lange Landebahn für Flugzeuge in Entstehung, das gesamte Areal ist zwischen 200-300 Metern breit.

Hier geht es zum Satelliten-Beweisfoto vom 14. November 2014!

Aktuell hat die neue Militärinsel schon eine Fläche von 0,9 Quadratkilometern, mehr als zehnmal so viel Fläche wie zuvor. Auf der Ostseite der Insel entsteht ein großzügiger Hafen, an dem auch Öltanker oder Marineschiffe ankern können und auch wichtige Wassertraßen sind von hier aus nicht weit.

China will Luftstützpunkt in Spratly-Inseln

Im südchinesischen Meer gibt es über 500 Inseln, wovon China lediglich 4 kontrolliert, wie ein hochrangiger chinesischer Militär einmal bemängelte. Vietnam besitzte 29 Inseln, die anderen Nachbarländer Philippinen, Malaysia und Brunei je mindestens drei Stück. Was für eine schlechte strategische Position für China!

Außerdem ist China der einzige Anrainer, der Ansprüche auf das Gebiet erhebt, ohne selbst einen Luftstützpunkt in den Spratlys zu haben: Vietnam hat Southwest Cay, Taiwan die Insel Itu Aba, die Philippinen sind auf Pagasa stationiert und Malaysia legte auf dem Swallow Reef eine Landebahn an (auch eine künstliche, strategische Insel).

Nur 460 Kilometer vor Vietnam

Experten gehen davon aus, dass China die neue Militärbasis baut, um aus der isolierten Lage auszubrechen, in die es geraten ist, nachdem mehrere Nachbarländer und ostasiatische Staaten begonnen haben, näher zusammenzuarbeiten, weil sie mit den Pekinger Machthabern unzufrieden waren. Die neue Basis ist ein starkes Statement und bedroht Vietnam sogar direkt, weil sie nur 460 Kilometer vom wichtigen vietnamesischen Tiefseehafen Cam Ranh Bay entfernt ist – einem der strategisch bedeutendsten Häfen der Welt.

Von der neuen Insel aus könnte China mit Kampfjets innerhalb kürzester Zeit vietnamesisches Territorium erreichen und auch für dort stationierte Raketen wäre es ein Klacks, Vietnam zu bombardieren, wie die Hongkonger Zeitung Ming Pao feststellte. Eine neue Flugüberwachungszone, vergleichbar der im Ostchinesischen Meer, ließe sich von der Basis aus leicht kontrollieren.

Chinas neuer Militärstützpunkt mit Landebahn ensteht nur 460 Kilometer vor Vietnams wichtigstem Hafen Cam Ranh Bay.Chinas neuer Militärstützpunkt mit Landebahn ensteht nur 460 Kilometer vor Vietnams wichtigstem Hafen Cam Ranh Bay.Foto: Screenshot Google Maps

Bauaktivitäten in umstrittenen Gewässern

Doch ist Fiery Cross nicht die einzige Militärbasis, die sich China gerade ins südchinesische Meer baut, es gibt noch mindestens drei weitere Baustellen im umstrittenen Mittelbereich des Gewässers: Johnson South Reef, Cuarteron Reef und Gaven Southern Reef. Die USA sind davon nicht begeistert. Ein Sprecher des Pentagon sagte dazu: „Das Seegebiet, in dem die Inseln gerade gebaut werden, steht im Zentrum des Streits zwischen China und dessen Nachbarländern. Washington hofft, dass China dort mit dem Inselbauen aufhört und alle Seiten, die dort Ansprüche anmelden, sich mit solchen Aktivitäten zurückhalten.“

Bei den aktuellen Spannungen im Südchinesischen Meer spielen auf Chinas Seite auch einige Entscheidungen eine Rolle, die vor Jahrzehnten kurz nach Gründung der „Volksrepublik“ getroffen wurden – und die das Regime nun bereut, meinte Li Tianxiao, China-Experte aus New York gegenüber EPOCH TIMES. Denn mittlerweile wurden im Südchinesischen Meer Erdöl und Gas-Vorkommen gefunden und Vietnam hat keine Lust, eine Inselgruppe wieder herzugeben, welche ihnen 1957 vom großen „kommunistischen Bruderstaat“ aus Freundschaft und Verhandlungskalkül geschenkt wurde. Dies war unter anderem die bewohnbare, 10 Quadratkilometer große Bạch Long Vĩ Insel, mit der auch 32.000 Quadratkilometer wertvoller Fischereigrund an Vietnam gingen.

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