China: Warum eine Uni und eine „reiche Frau“ Zensur-Opfer sind

Epoch Times23. September 2013 Aktualisiert: 4. September 2016 12:55
IT-Spezialist Ng geht davon aus, dass in China mindestens 100.000 Personen damit beschäftigt sind, Worte auf Weibo zu zensieren, der wichtigsten Suchmaschine Chinas. Auch ganz untypische Ausdrücke, wie „Kanadier französischer Abstammung“ sind auf Weibo tabu. Das liegt daran, dass die chinesischen Zeichen dafür „Jia Na Da Fa Yu“ heißen. Und darin sind die beiden Zeichen „Da Fa” enthalten.

„Ich glaube, dass Chinesen mehr Redefreiheit wollen. Aber sie haben keine Möglichkeit, bei der Internetzensur mitzureden“, sagt Jason Ng. Er untersucht die Google-Strategie am University of Toronto’s Citizen Lab und brachte am 29. August sein neues Buch, „Blocked on Weibo“ heraus.

Ng geht davon aus, dass in China mindestens 100.000 Personen damit beschäftigt sind, Worte auf Weibo zu zensieren, da es manchmal nur Sekunden dauert, bis ein Wort blockiert ist, das von den rund 600 Millionen Weibo-Nutzern zuvor eingegeben wurde.

Weibo ist der größte chinesische Mikroblogging-Dienst und Ng befasst sich in seinem neuen Buch mit einer großen Anzahl von Stichwörtern, die dort zensiert werden. Auch der Titel seines Buches wurde innerhalb von Minuten geblockt. Dabei hatte er ihn sogar in eine Bilddatei umgewandelt.

Ng befasst sich seit etwa zwei Jahren mit der Zensur von Stichwörtern. Von den rund 1.500 Wörtern auf Chinas schwarzer Liste sind 500 eindeutig und 150 davon erwähnt er in seinem Buch. Er will zeigen, wie Chinas Netzbürger das Internet nutzen – und welche Herangehensweisen sie haben, um über Weibo an Informationen heranzukommen.

China blockt „reiche Frau“ und „Frankoamerikaner“

Manchmal sei es schwer, vorherzusagen, welche Wörter zensiert werden und warum, sagt Ng. Normalerweise sind es solche, die die Behörden kritisieren. Etwa das Wort „Panzer“, weil es mit dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 in Verbindung gebracht wird. Einmal wurde aber auch „reiche Frau“ geblockt. „Reiche Frau“ bezog sich auf Guo Meimei, eine junge Frau, die mit ihrem Reichtum geprahlt und behauptet hatte, sie wäre eine Angehörige des chinesischen Roten Kreuzes. Die Wortkombination war im Internet stark angestiegen und wurde geblockt.

„Jiang Yanyong“ wurde zensiert, weil er aufgedeckt hat, wie die Kommunistische Partei 2003 die SARS-Epidemie unter den Tisch gekehrt hat. „Kashi“, ein Ort in Xinjiang, kann auf Weibo nicht aufgerufen werden, weil es dort immer wieder zu Ausschreitungen kommt.

Aber auch ganz untypische Ausdrücke, wie „Kanadier französischer Abstammung“ sind auf Weibo tabu. Das liegt daran, dass die chinesischen Zeichen dafür „Jia Na Da Fa Yu“ heißen. Und darin sind die beiden Zeichen „Da Fa” enthalten. Sie werden in Verbindung mit Falun Dafa benutzt, der in China verbotenen Meditationspraxis. Seit Falun Dafa, das auch unter dem Namen Falun Gong bekannt ist, in China verfolgt wird, wurden sämtliche Materialien und Bücher der Gruppe zensiert.

So musste auch die „Renmin University of China Law School“ der Zensur weichen, denn auch diese kommunistische Einrichtung enthält die Zeichen „Da Fa“, erzählt Ng. (ds)

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