Angora-Boykott nach Horror-Videos von gerupften Hasen aus China

Epoch Times17. Dezember 2013 Aktualisiert: 17. Dezember 2013 15:56

Mit Horror-Videos von blutverschmierten Hasen hat hat die Tierschutzorganisation Peta einen Boykott von Angora-Wolle aus China bewirkt. 30 Einzelhändler der Mode-Industrie, darunter Größen wie Calvin Klein und Tommy Hilfiger, haben angekündigt, Angora-Produkte aus ihrem Sortiment zu verbannen. Angora findet wegen seiner Flauschigkeit vor allem in Pullovern, Accessoires und wärmender Wäsche Verwendung. Die Faser wird ausschließlich von dem Angora-Kaninchen gewonnen.

Großer Händler-Boykott

Insgesamt neun chinesische Angora-Farmen hatte die Tierschutzorganisation Peta besucht und Undercover-Videos gedreht: Mit Bildern von auf Brettern gespannten Hasen, die in Todesangst versuchen, sich der Schurmaschine zu entwinden, oder klaffende Wunden vom Rupfen ihres Felles davontragen, rief die Organisation am 19. November zum Boykott der Flausch-Wolle auf. Erfolgreich: Mittlerweile haben laut Sky News 30 Modefirmen angekündigt, Angora aus dem Programm zu nehmen oder Nachforschungen über die Tierfreundlichkeit der von ihnen verwendeten Fasern anzustellen.

H&M, ESPRIT, C&A und der britische Konzern Marks&Spenzer wollen ihre Zulieferer untersuchen und bis auf weiteres auf  Angora verzichten. Modedesignerin Stella McCartney war von den Videos so schockiert, dass sie erklärte, nie wieder Angora zu verwenden, genauso die schwedischen Firmen Lindex, Gina Tricot, MQ und das dänische Unternehmen IC Companys. Der britische Online-Moderiese Asos will ab Januar 2014 Angora-Produkte aus dem Sortiment nehmen. Der Mutterkonzern von Calvin Klein und Tommy Hilfiger erklärte gestern seinen Verzicht.

Die Tortur des Rupfens

Das Leben eines eines chinesischen Angora-Hasen dauert laut Peta nur zwei bis maximal fünf Jahre: Er verbringt es in einem Einzelkäfig, damit seine Haare nicht von Artgenossen zerzaust werden können. Alle drei Monate wird ihm das flauschige Fell ausgerissen, wobei die Tiere vor Schmerz schreien und anschließend in Schockstarre fallen.

Die brutale Prozedur des Rupfens wird angewandt, weil die Haare länger nachwachsen. Geschorene Angora-Fasern bringen es nur auf ein Drittel der vollen Haarlänge. Pro Hase können nur 20 Gramm Angora „geerntet“ werden. 50 Hasen braucht man für ein Kilo der Faser, das in China je nach Qualität 100-200 Yuan (rund 13 – 25 Euro) kostet.

50 Millionen Hasen

China ist der weltgrößte Angora-Produzent: Über 90 Prozent der flauschigen Fasern, die weltweit verwendet werden, kommen aus dem Reich der Mitte. Es wird geschätzt, dass auf Chinas Farmen jährlich mehr als 4.000 Tonnen Angora produziert werden und über 50 Millionen Hasen dafür ihr Fell hergeben.

Da dort so gut wie keine Haltungs- und Tierschutzstandards existieren sind die hygienischen Verhältnisse erbärmlich und viele der Hasen leiden an Infektionskrankheiten. Auch gibt es keinerlei Strafen für Tierquälerei.

Viele der nun auf den Plan gerufenen europäischen Konzerne betonten, dass sie auf Angora aus „schonender Produktion“ achten würden. Angora wird außerdem in Argentinien, Chile, Tschechien und Ungarn produziert.

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