China kauft sich russische High-Tech Kampfjets

Von 30. September 2013 Aktualisiert: 30. September 2013 16:16

China will offenbar im großen Stil russische Kampfjets einkaufen. Russlands staatliche Nachrichtenagentur RIA Novosti meldete, dass man im Gespräch sei. „Die Unterzeichnung findet höchstwahrscheinlich nächstes Jahr statt“, wurde Viktor Komardin, Vize-Chef von Russlands staatlichem Waffenexporteur zitiert.

China verfolgt seit langem das Ziel, die Amerikaner als Weltmacht Nr. 1 abzulösen und bis zum Jahr 2020 wirtschaftlich und technisch ebenbürtiger Gegner zu sein. Der Kauf der Su-35, Russlands modernstem Kampfflugzeug, soll dieses Ziel – zumindest in militär-technologischer Hinsicht – in greifbare Nähe rücken.

Chinas Jet-Technologie – immer eine Nasenlänge hinter Russland

Der geplante Kauf der Su-35 sagt viel über den technische Level der chinesischen Luftwaffe aus: Noch immer hat das Regime mit der Anfertigung hochmoderner Ausrüstung seine Nöte, denn Chinas Militär ist von ausländischen Importen und geklautem Know-How abhängig. 

In den achtziger Jahren begann China mit der Entwicklung seines Kampfflugzeugs J-10, dessen Prototyp in den 90ern zu Probeflügen abhob. Nach einer Serie von Pannen und Rückschlägen wendete sich China jedoch an Russland. 1992 kaufte sich China 50 russische Su-27 und kaufte dort seitdem all seine Kampfjets, Düsenjäger und Bomber. 

Die Website globalsecurity.org sieht im Kauf der Su-27 „einen Mangel an Vertrauen in die eigenen industriellen Fähigkeiten.“. China habe jahrelang versucht, die Flugzeuge J-10 zu entwickeln, um damit ähnliche Aufgaben wie die Su-27 bewältigen zu können. Bis Ende 2006 wurde die J-10 nicht fertig. Und das obwohl sich der Flieger – vor allem sein Triebwerk – auf russische Teile stützt. 

Und auch bei der Entwicklung des neuesten Kampfjets J-20 verrannte sich China in technischen Problemen. Nach Pannen und Rückschlägen kam wieder der Hilferuf an Russland für den aktuell besten Fighter – dieses mal die Su-35. Kampfjets werden ihrem technischen Level nach in Generationen eingeteilt. Die Su-35 gehört zu Russlands letzten Fightern der vierten Generation und wird als Generation 4,5 eingestuft. 

Ist Chinas J-20 nur ein Prestige-Projekt?

Weltweit bewegen sich die Entwicklungen jedoch schon auf die fünfte Generation zu, wobei die USA ihren Fighter F-35 auch für Verbündete zugänglich gemacht haben. Die russische Su-35 ist eines der wenigen Flugzeuge der 4,5 Generation, das es mit der amerikanischen F-35 aufnehmen könnte. Die zwei Jets haben ähnliche Fähigkeiten, wobei Verteidigungsanalytiker der F-35 wegen ihrer modernen Tarnkappenfähigkeit den Sieg zusprechen. Während China beim Bau der J-20 wieder an seine Grenzen stieß, deutet die angepeilte Fertigstellung zwischen 2017 und 2020 an, dass es sich nur um ein Vorzeigeprojekt handelt. Denn bis 2020 entwickelt die USA längst eifrig die nächste Generation Kampfjets. 

Chinas Fighter-Technologie scheiterte bisher an zwei Punkten: Dem Triebwerk und der Tarnkappentechnik. Bisher wurden AL-31FN-Triebwerke aus Russland importiert, wobei eine Fälschung der russischen Triebwerke erfolglos blieb.

Schon 2010 wollte China nach Vorbild des russischen Triebwerks WS-10A eigene Antriebstechnik herstellen, so die amerikanische Website StrategyPage für Militärnachrichten. Ein Jahr später wurde dann in Russland nachbestellt. Chinesische Regierungsbeamte waren verärgert und forderten von Chinas staatseigener Luftfahrtfirma sogar eine öffentliche Erklärung. StrategyPage meint, dass „die öffentliche Debatte in China auf die anhaltende Unfähigkeit verweist, nichtmal die niedrigeren Herstellungsstandards Russlands zu erreichen, dessen staatliche Unternehmen [während der Sowjet-Herrschaft] auch nie imstande waren, mit dem Westen gleich zu ziehen.“

Zufällige Ähnlichkeit mit russischen Flugzeugen 

Überhaupt soll die J-20 ein Nachbau der ausgemusterten russischen Mikojan-Gurewitsch (MiG 1.44) sein, die niemals in Serie ging. Designs der Flugzeuge ähneln sich stark. Ein Beamter des russischen Verteidigungsministeriums, der anonym bleiben wollte, sagte Reuters 2011, dass „die Chinesen anscheinend Zutritt zu Dokumenten dieses Jets hatten.“ Ein unabhängiger Analytiker erwähnte außerdem, dass China die Technologie für einzelne Teile, einschließlich dem Heck der Mikoyan, für Geld kaufe.Der russische Hersteller MiG leugnete jedoch, dass er den Chinesen Technologie übertrug. Douglas Barrie, Luftkriegspezialist am Londoner Institut für strategische Studien sagte zu Ria Novosti: „Wenn Zufall, dann ist ein sehr auffälliger. Russland mag technische Unterstützung gewährt haben, doch inwiefern lässt sich nicht überprüfen.“

Auch über die Tarnkappeneigenschaften der J-20 gehen die Meinungen ausseinander. Chinas Regime nennt sie „hochentwickelt“. Doch woher stammt die Technologie? Manche sagen, hier sei das Know-How der amerikanischen F-22 per Cyber-Spionage geklaut worden, andere verweisen auf Geschäftspartner Russland. Und wiederum andere sehen das Vorbild in jenem amerikanischen Tarnkappenjet F-117 Nighthawk, der 1999 über Serbien abgeschossen wurde.

Die Tarnkappentechnik entscheidet

Die Tarnkappeneigenschaft der J-20 ist der Knackpunkt, denn die Tarntechnik der MiG-1.44 ist längst ein alter Hut. Moderne Tarnkappeneigenschaften gehen über bloßes Design hinaus, haben komplexe Beschichtungen, die Radar absorbieren können und weitere Tricks, wie das Verstecken von Energieemissionen, die Minimierung von Turbulenzen und die Verringerung von Wärmestrahlung. Der amerikanische Militärkorrespondent David Axe bemerkt in seinem Blog „War is Boring“, dass die J-20 anscheinend keine Tarndüsen hat, um eine Radarentdeckung von hinten zu vermeiden. Auch erwähnt er, dass sie „Enten“ verwendet, jene kleinen beweglichen Flügel, die „Radar-reflektierende Ränder verstärken“.

Auch wenn China sich bei der Entwicklung von Kampfjets bisher auf Technik-Klau konzentrierte, werden seine Bemühungen ernstgenommen. Die US-Webseite „DefenseTech“ zitierte Herbert Carlisle, den Kommandanten der US-pazifischen Luftwaffe, 2012 wie folgt: „Die [Volksrepublik China] ist uns in Bezug auf Tarnkappenfähigkeit unterlegen, aber sie entwickelt und verbessert sich, weshalb wir nicht auf unserer jetzigen Position verharren sollten.“ 

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