Film-Regisseurin: „Die nationale Sicherheit wird durch die Konfuzius-Institute gefährdet“

Epoch Times13. Dezember 2019 Aktualisiert: 13. Dezember 2019 22:21
Die chinesisch-kanadische Regisseurin, Doris Liu, spricht über die Hintergründe des Dokumentarfilmes "Im Namen von Konfuzius" - und auch über die Schwierigkeiten, die die Kommunistische Partei Chinas ihr bereitet.

Weltweit betreibt die Pekinger KP-Führung um die 500 Konfuzius-Institute an den renommiertesten Universitäten in enger Kooperationen mit den Hochschulen. In Deutschland gibt es quer durch die Bundesländer 19 Konfuzius-Institute. An der Oberfläche sollen sie dem Kulturaustausch und der Förderung der chinesischen Sprach- und Schriftkultur dienen. Doch hinter der friedlichen Fassade, so Michel Juneau-Katsuya, ehemaliger leitender Nachrichtenoffizier des kanadischen Geheimdienstes, stecken verdeckte Motive:

Es ist ein trojanisches Pferd Sie kamen [an der Oberfläche] mit friedlichen Absichten, aber leider gibt es versteckte Motive.“

Im Rahmen einer Vorführung des Dokumentarfilmes „Im Namen von Konfuzius“ in Berlin betonte die Regisseurin des Films, die in Toronto lebende Chinesin Doris Liu, hinter die Fassade der Konfuzius-Institute zu schauen.

Epoch Times: Guten Tag Frau Doris Liu, wie kam es dazu, dass Sie einen Film über das Konfuzius-Institut drehten?

Doris Liu: Zunächst einmal, ich selbst als Chinesisch-Kanadierin wusste nicht viel über das Konfuzius-Institut. Als ich 2013 zum ersten Mal von den Kontroversen um die Konfuzius-Institute las, ging es darum, dass eine Universität in Kanada ihr Konfuzius-Institut schloss. Das war das erste Mal auf der Welt das sowas geschah, und ich verspürte ein großes Interesse an diesem Thema. Schließlich wollte ich selbst herausfinden, worum es bei den Konfuzius-Instituten geht. Ist es nur ein sehr wohlgemeintes chinesisches Sprachprogramm oder ist eine versteckte Absicht dahinter? Also wollte ich zuerst selbst eine Antwort auf die Fragen finden und dann meinen Film mit mehr Leuten teilen.

ET: Was waren die größten Schwierigkeiten, während den Dreharbeiten zu „Im Namen von Konfuzius“?

Liu: Die größte Herausforderung während den Dreharbeiten war die Unterstützer der Konfuzius-Institute dazu zu bringen, ihre Argumente darzulegen, warum sie die Konfuzius-Institute unterstützen und wie sie auf all die Bedenken und Kritik gegenüber den Konfuzius-Instituten reagieren. Oft weigerten sich die Mitarbeiter in den Konfuzius-Instituten oder an den Universitäten, an denen es Konfuzius-Institute gibt, diese Fragen zu beantworten. Das war also meine größte Herausforderung. Da in Kanada Bildung unter dem Mandat der Provinzregierung steht, habe ich versucht, die Provinzregierungen in Kanada zu erreichen und sie nach ihrer Meinung über die Kontroversen zu den Konfuzius-Instituten zu befragen. Aber die Provinzregierungen wollten nicht darüber reden, aber auch die Staatsregierung wollte nicht mit mir über diese Themen sprechen. Also war ich während den Dreharbeiten irgendwie blockiert worden. Es war sehr schwierig, diese investigative journalistische Recherche für den Film zu betreiben.

ET: Welche Reaktionen waren beim Publikum, der Öffentlichkeit, den Politikern und den Medien zu sehen nachdem der Film öffentlich gezeigt wurde? Gab es auch Reaktionen seitens den chinesischen Botschaftsmitarbeitern oder anderen Pro-KP-Chinas-Kräften?

Liu: Deutschland ist das 17. Land, in dem meine Dokumentation öffentlich gezeigt wurde. Ich würde sagen, dass sie dem Publikum auf der ganzen Welt die Augen geöffnet hat. Der Film brachte Vielen Informationen, von denen sie nie gehört hatten, und sie empfanden die Themen, die im Film diskutiert wurden, als sehr ernst. So werden beispielsweise Informationen über Menschenrechtsverletzungen in China von den Konfuzius-Instituten bekämpft, und die akademische Freiheit der ausländischen Bildungseinrichtungen wird verletzt. Sogar die nationale Sicherheit wird durch die Konfuzius-Institute gefährdet. Das ist für alle Menschen sehr bedeutend.

So fühlten sie sich überwältigt und einige von ihnen ergriffen sogar sofort Maßnahmen, um sich den Konfuzius-Instituten entgegenzustellen. Das ist sehr ermutigend für mich als Regisseurin des Films. Auf der anderen Seite mag die chinesische Regierung meinen Film überhaupt nicht. So wie vor zwei Jahren. Im November 2017 wurde mein Film zu einer internationalen Menschenrechtskonferenz nach Tokio (Japan) eingeladen. Aber die chinesische Regierung bedrängte über die japanische Regierung den Organisator der Konferenz, die Vorstellung meines Films abzusagen. Sie sagten, dass die Vorstellung meines Films der Freundschaft zwischen China und Japan schaden würde. Das war also das erste Mal, dass mir klar wurde, inwieweit die chinesische Regierung meine Arbeit mag.

Eine Buchempfehlung

Die KP China präsentiert ihre ehrgeizigen Ambitionen unter der Tarnung eines „friedlichen Aufstieg“ Chinas. Dies macht es der internationalen Gemeinschaft schwer, ihre wahren Motive zu verstehen. Die KP China ist keine politische Partei oder Regierung im normalen Sinne. Sie repräsentiert nicht das chinesische Volk. Sie repräsentiert das kommunistische Gespenst. Sich mit der KP China zu identifizieren, bedeutet, sich mit dem Teufel zu identifizieren.

China und die Welt stehen an einem Scheideweg. Für das chinesische Volk kann von der Kommunistischen Partei Chinas, die unzählige Blutschulden hat, keine wirklichen Reformen erwartet werden. China wird nur dann besser dran sein, wenn es frei von der Kommunistischen Partei ist. Durch die Eliminierung der Kommunistischen Partei, die wie ein bösartiger Tumor ist, wird China gedeihen.

Die scheinbar unbezwingbare Sowjetunion löste sich über Nacht auf. Obwohl die KP China weltweit ihre Reißzähne zeigt, könnte ihre Auflösung genauso schnell erfolgen, sobald die Welt ihre böse Natur erkennt und die richtige Wahl trifft.

Im März 2018 dachte „The Economist“ in einem Artikel mit dem Titel „How the West Got China Wrong“ über die Politik nach, die die westlichen Länder gegenüber China verfolgt haben und dass sie wetteten, dass China in Richtung Demokratie und Marktwirtschaft gehen würde. „The Economist“ räumte ein, dass das Glücksspiel des Westens gescheitert ist, dass China unter der KP China keine Marktwirtschaft ist und auf seinem derzeitigen Kurs nie eine sein wird.

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