Schüler während eines pro-demokratischen Protests gegen das chinesische Gesetz zur nationalen Sicherheit am 12. Juni 2020 in Hongkong, China. Foto von Billy H.C. Kwok/Getty Images

Hongkonger Regierung zensiert Schulbücher zur Erziehung zum kritischen Bürger

Epoch Times24. August 2020 Aktualisiert: 24. August 2020 17:43

In Hongkong lernen Schüler bisher in einem eigenen Unterrichtsfach das kritische Denken – doch jetzt sollen die Schulbücher dazu zensiert werden. Wie Medien in der chinesischen Sonderverwaltungszone am Donnerstag berichteten, ordnete die Hongkonger Regierung an, „heikle“ Stellen aus den Schulbüchern zu streichen. Die Regierung erklärte, es sollten „fehlerhafte Elemente aus der Vergangenheit“ ausgesiebt werden.

Kritiker sehen in dem Vorgehen einen weiteren Angriff auf die Meinungsfreiheit in der Wirtschaftsmetropole, in der die pekingtreuen Behörden seit dem Inkrafttreten eines umstrittenen Sicherheitsgesetzes aus Peking für Hongkong Ende Juni massiv gegen die Opposition vorgehen. Die Bildungspolitik steht im Fokus Pekings, pekingtreue Politiker werfen den Schulen Hongkongs vor, die Opposition zu unterstützen. Gefordert wird eine verstärkte Erziehung zum Patriotismus gegenüber dem kommunistischen Festlandchina.

Schüler an weiterführenden Schulen in Hongkong haben das Fach „Liberale Studien“, in dem sie kritisches Denken lernen sollen. Aus den dazugehörigen Schulbüchern sollen die Verlage nun Stellen zu zivilem Ungehorsam sowie Fotos mit bestimmten Protest-Botschaften entfernen. Außerdem sollen die Namen einiger Parteien nicht mehr genannt werden.

Die Lehrergewerkschaft HKPTU warf der Bildungsbehörde der Stadt politische Zensur vor. Die Änderungen „verwässern oder verzerren sogar die Realität in der Gesellschaft“, erklärte die Gewerkschaft.

Großbritannien und China hatten bei der Übergabe der ehemaligen britischen Kolonie 1997 einen Vertrag geschlossen, der die Meinungsfreiheit in Hongkong für 50 Jahre garantieren sollte. Das von Peking durchgesetzte, sogenannte Sicherheitsgesetz für Hongkong sieht allerdings lange Haftstrafen für Rufe nach mehr Autonomie oder Unabhängigkeit für Hongkong vor. Wegen des Gesetzes wurden bereits eine Reihe von Demokratie-Aktivisten festgenommen. Schulen und Bibliotheken in der Stadt haben bereits einige Bücher über Demokratie aus ihren Regalen verbannt. (afp/er)


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