Gehöft unter Bäumen von Christian MorgensternFoto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Der Maler Christian Morgenstern

Von 24. Oktober 2005 Aktualisiert: 24. Oktober 2005 23:22

Christian Ernst Bernhard Morgenstern wurde 1805 in Hamburg geboren. Durch seinen Vater Johann Heinrich Morgenstern, einem Miniaturmaler, war sein Berufsweg bereits vorgegeben. Nach einer handwerklichen Lehrzeit bei den Malern, Lithographen und Radierern Peter Suhr und Siegfried Bendixen entfaltete sich rasch sein malerisches Talent. Nach Besuch der Akademie in Kopenhagen und Studienfahrten durch Norwegen und Schweden kehrte er 1828 nach Hamburg zurück, wo ihm der Freiherr v. Rumohr empfahl, sich nach München zu begeben.

So wurde Christian Morgenstern 1829 in München ansässig. Von dort bereiste er regelmäßig die Alpen, aber auch Frankreich, die Schweiz und Italien. Seit 1853 verbrachte er regelmäßig den Sommer in Dachau, wo die farbenprächtige Mooslandschaft ihm viele Motive bot. Ursprünglich als reiner Landschaftsmaler tätig, wobei seinem Talent das zeichnerisches Rüstzeug aus der Hamburger Lehrzeit und die Ausbildung als Maler in Kopenhagen zugute kamen, wandelte er sich in München zu einem der bedeutendsten Vertreter des frühen malerischen Realismus. Seine Bilder aus den weiträumigen Seenlandschaften Oberbayerns und dem Dachauer Moos zeigten eine lockere Pinselführung, wo die Beobachtung der Luft bereits ähnlich wie dreißig Jahre später bei den französischen Impressionisten eine große Rolle spielte.

Unter Einfluss des spätromantischen Stils eines Karl Rottmanns entfernte sich Christian Morgenstern allerdings noch in den dreißiger Jahren wieder von dieser Stilrichtung. Bei den jetzt entstandenen großformatigen Bildern ist er ganz der Neigung des damaligen Trends zur Theatralik verfallen. Mit einem Pinselstrich ins Pathetische wurde er allmählich der typische Vertreter der unwahren Spätromantik.

Christian Morgenstern starb 1867 in München, sein Grab befindet sich dort im alten Südlichen Friedhof an der Thalkirchner Straße.

Das mit Öl auf Holz gemalte Bild „Gehöft unter Bäumen“ ist in seiner Dachauer Zeit entstanden und zeigt einen Hof in dem damaligen Dorf Etzenhausen bei Dachau. Im Gegensatz zu seiner früheren Freiluftmalerei ist bereits der Einfluss der Romantiker unverkennbar.

Münchner Maler des 19. Jahrhunderts

Mit der in zwangloser Folge erscheinenden Reihe Münchner Maler des 19. Jahrhunderts möchten wir unseren Lesern Künstler aus einer Zeit vorstellen, die heute oft nur noch Kennern der Kunstszene des 19. Jahrhunderts geläufig sind. Das Europa des 19. Jahrhunderts, mit seinen politischen Änderungen während und nach der napoleonischen Ära, mit der anschließenden beschaulichen Welt eines oft belächelten Biedermeiers, aber auch die wachsende Industrialisierung mit sozialen Unruhen und die Sehnsucht seiner Völker nach einem nationalen Einheitsstaat; dazu eine Rückbesinnung auf die abendländischen Wurzeln und eine romantische Verklärung des Mittelalters, bis in die Gründerzeit eines selbstzufriedenen Bürgertums. All dies hatte starken Einfluss auf die damaligen Kunstschaffenden. So entstanden neben großem technischen Können eine Vielseitigkeit in der gegenständlichen Malerei und am Ende dieses Jahrhunderts die Anfänge eines Impressionismus, der zu einer neuen Kunstepoche führen sollte.

Viele dieser teilweise vergessenen Maler haben die damalige Kunstszene Münchens mitgeprägt und dazu beigetragen, dass die Münchner Schule ein kunsthistorischer Begriff aus dieser Zeit geworden ist.



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