Der singende Klang der Sitar

Von 7. April 2010 Aktualisiert: 7. April 2010 9:11

Der indische Sitar-Spieler Ravi Shankar der einst auf dem legendären Woodstock Festival auftrat und dem Beatles Gitarristen George Harrison Unterricht im Sitar-Spiel gab, feiert am 7. April seinen 90. Geburtstag. Er ist der mit Abstand berühmteste indische Musiker, war er doch Zeit seines Lebens darum bemüht die klassische indische Raga-Musik zu fördern und bekannt zu machen.

Obertonreicher Klang

Ravi Shankar ist ein legendärer indischer Sitar-Spieler und Komponist. Die Sitar ist ein indisches Zupfinstrument und gehört zur Gruppe der Langhalslauten. Sie ist das bekannteste Instrument der nordindischen Musik und verfügt über einen sehr charakteristischen obertonreichen Klang. Das Musikinstrument besteht aus einem getrockneten Flaschenkürbis (Kalebasse) als Resonanzkörper und einem langen, hohlen Hals, auf dem sich verschiebbare Messingbünde befinden. Die Sitar ist meistens mit zwischen 19 und 21 Saiten bespannt. Die vier Spielsaiten und drei Bordunsaiten, die für rhythmische Akzente verwendet werden, verlaufen oberhalb der gebogenen Bundstäbe. Bis zu 13 Resonanzsaiten verlaufen unterhalb der Bundstäbe. Sie verstärken den Klang der Obertöne und erzeugen den „singenden“ Klang der Sitar. Nach langjährigem Studium dieses Instruments bei seinem Meister Allaudin Khan hatte Ravi Shankar sich in Indien einen Namen als brillanter Musiker gemacht. Schon früh zog es ihn auch in die westliche Welt um seine indische Musik bekannt zu machen.

Vielfache Ehrungen für Lebenswerk

Ravi Shankar komponierte drei Konzerte für Sitar und Orchester und arbeitete mit Musikern wie Yehudi Menuhin, Philip Glass und vielen anderen zusammen. Der Beatles Gitarrist George Harrison produzierte zwei seiner CD Veröffentlichungen und spielte selbst darauf mit. Shankar komponierte auch Ballettmusik und Filmmusiken, so für Filme wie „Charly“, „Ghandi“ oder die „Apu Trilogie“. Er ist ein geehrtes Mitglied der amerikanischen Akademie der Künste (American Academy of Arts and Letters) und ist Mitglied der Vereinigung der Komponisten der Vereinten Nationen (United Nations International Rostrum of Composers). Ravi Shankar erhielt viele Ehrungen und Preise inklusive 14 Doktortiteln. Er ist Preisträger des Music Council Unesco Award, erhielt den Magsaysay Award aus Manila, zwei Grammys und viele Ehrungen mehr. 1986 wurde Shankar in das Parlament Indiens nominiert. Ravi Shankar ist einer der Musiker die ihre Kunst für Frieden und Völkerverständigung  eingesetzt haben. So hatte er tief betroffen vom Leid vieler Millionen von Flüchtlingen aus Bangladesh eines der ersten großen Wohltätigkeitskonzerte organisiert, wofür er unter anderem seinen Freund George Harrison gewinnen konnte. Yehudi Menuhin sagte über den Inder: „Ravi Shankar brachte mir ein wertvolles Geschenk und durch ihn konnte ich meiner musikalischen Erfahrung eine neue Dimension hinzufügen. Meiner Meinung nach kann man sein Genie und seine Menschlichkeit nur mit der Mozarts vergleichen.“

Stolz auf seine musikalischen Töchter

Ravi Shankar ist heute sehr stolz auf seine zwei nicht minder musikalischen Töchter. Die große Tochter ist die amerikanische Rocksängerin Norah Jones die sich der westlichen Popmusik zugewandt hat und internationale Erfolge feiert. Die jüngere Tochter ist Anoushka Shankar, Norahs Halbschwester. Sie ist ebenfalls wie der Vater eine gefeierte Sitar-Spielerin und pflegt die klassisch indische Musik. Anoushka Shankar arbeitet mit Musikern aller Gattungen wie Klassik, Pop und Folk zusammen. So mit dem gefeierten Geiger Joshua Bell. Auf ihrer aktuellen CD „Breathing Underwater“ hat sie in Zusammenarbeit mit dem indisch-amerikanischen Produzenten Karsh Kale wunderschöne Weltmusik veröffentlicht. Am Album mitgearbeitet haben Schwester Norah und kein geringerer als Weltstar und Ex-Police Sänger Sting.

Ravi Shankar veröffentlichte zu seinem Geburtstag auf seiner Webseite folgende Worte: „Das Alter ist ein Käfig in dem ich sitze und meine Jugend dahin schwinden sehe. Obwohl ich nicht mehr so schnell laufen kann wie früher, so, denke ich, bin ich mit Sicherheit in musikalischer Hinsicht besser als jemals zuvor. Sollte ich meine Jugend vermissen oder Gott danken und mich erfreuen an der ewig währenden Magie der Musik?“

Foto: AFP/Deshakalyan Chowdhury
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