Foto: Serban Mestecanenau

Kammermusik ist ihre Leidenschaft

Von 22. Februar 2010 Aktualisiert: 22. Februar 2010 16:50
Ein weltbekanntes europäische Quartett

Klassische Musik zu präsentieren und zu produzieren hilft, die Traditionen am Leben zu erhalten, aber mit ihnen zu experimentieren und sie weiter zu entwickeln, beschwört eine wahre Revolution herauf. Das demonstrierten die vier Musiker des Raro Ensembles am 16. Februar bei ihrem Auftritt als Teil des SoNoRo Festivals in der Carnegie Hall.

Razvan Popvici, Mitbegründer und Geiger des Ensembles, sprach vor dem Auftritt mit der Epoch Times über seine Gefühle und seine Ansichten über klassische Musik.

„Ich spiele die Geige in unserem Ensemble – eine sehr wichtige Rolle – denn die Geige stärkt die Gruppe im musikalischen wie im persönlichen Sinne. Normalerweise, und das liegt vielleicht daran, dass die Geige ein paar Noten weniger zu spielen hat als die anderen Instrumente, haben Geiger mehr Zeit und Energie, sich dem Management und den Kontakten zu widmen. Das ist in unserer Gruppe auf jeden Fall ein Thema.“

Der junge Geiger glaubt, dass Kammermusik die intimste Art ist, sich einem modernen Publikum zu nähern.

„Wir alle glauben, dass Kammermusik unsere Leidenschaft ist, bei der wir unsere unterschiedlichen Erfahrungen und Andersartigkeit zusammenbringen und eine gemeinsame Sprache finden.“

Im Jahre 2004 gründete Razvan Popvici das Raro Ensemble zusammen mit der berühmten Pianistin Diana Ketler. Sie hatten sich Jahre zuvor kennen gelernt und sie verband stets ihre gemeinsame Leidenschaft für Kammermusik.

„Wir wollten eine flexible Gruppe bilden, die andere junge enthusiastische Musiker einlädt, an unseren Projekten teilzunehmen.“

Bald wurde das Duo durch die beiden langjährigen Freunde, den Cellisten Bernhard Hedenborg und den Geiger Alexander Sitkovetsky, ergänzt. Bernhard, Diana und Razvan waren  Studenten an der Mozarteum Akademie in Salzburg und dort schon sprachen sie oft über die Zukunft und die Möglichkeit zusammen zu spielen.

„Der Kern unserer Gruppe ist ein Klavier-Quartett, aber wir glauben, dass unsere Stärke darin liegt, sehr flexibel zu sein und zwischen einem Duo und einem Oktett hin und her wechseln zu können. Wir sind eine internationale Gruppe, Diana und Sasha leben in London, Bernhard in Wien, und ich in Deutschland. Das bedeutet, dass jede Probe sehr intensiv und effektiv sein muss.“

Voller Leidenschaft: Razvan Popovici.Voller Leidenschaft: Razvan Popovici.Foto: Serban Mestecanenau

Razvan sagte, dass alle Mitglieder in ihren Solo-Karrieren viel zu tun haben und manche von ihnen lehren an prestigeträchtigen Musikschulen. Diana Ketler beispielsweise ist Professorin für Klavier an der Royal Academy of Music in London.

Das Raro Ensemble ist Hausgast beim SoNoRo Festival in Bukarest in Rumänien, dem Chiemgauer Musikfrühling Festival in Traunstein und dem Kobe Music Festival in Japan .

„Das ist eine einzigartige Möglichkeit, die wir geschaffen haben. Wir können innovative Programme  gestalten, nicht nur für einzelne Konzerte, sondern für eine Reihe von Auftritten, die manchmal ein gemeinsames Thema haben oder neue Konzepte, wie sie DJs und VJs, Autoren und Schauspieler benutzen.“

Das Debüt in der Carnegie Hall

Der Auftritt in der Carnegie Hall in New York ist Teil des SoNoRo und des Raro on Tour Programms 2009/2010, welches Konzerte in der Musashino Hall in Tokyo, dem Konzerthaus und Musikverein in Wien und der Wigmore Hall in London beinhaltet.

„Der erste Auftritt in der Carnegie Hall ist ein besonderer Moment im Leben eines Musikers. Die Tradition, die Geschichte, die besondere Atmosphäre, all das versetzt in Aufregung vermischt mit Verantwortung.“

Eine fabelhafte Mezzosopranistin: Roxana Constantinescu.Eine fabelhafte Mezzosopranistin: Roxana Constantinescu.Foto: Marius Baragan

Auf der prestigeträchtigen Bühne in Manhattan wurde das Raro Ensemble von der fabelhaften Mezzosopranistin Roxana Constantinescu unterstützt, einer gebürtigen Rumänin, die ihre Arbeit an der Wiener Staatsoper mit einer erfolgreichen internationalen Karriere verbindet.

Im Programm am 16. Februar waren Klavierquartette von Robert Schumann und Peteris Vasks, sowie Lieder von George Enescu zu hören.

Razvan erklärt, dass Schumanns „Klavierquartett in Es-Dur, op 47″ eines der beliebtesten Stücke für Kammermusik aus der Romantik ist.

„Es kombiniert sprühende Energie mit gefühlvollen, intimen Melodien und das berühmte Andante ist eins der schönsten langsamen Sätze, die Schumann je komponiert hat.“

Für das Raro Ensemble ist das „Quartett für Klavier, Geige, Viola und Cello“ des lettischen Komponisten Peteris Vasks von besonderer Bedeutung. Sie arbeiten mit dem Komponisten zusammen und spielten das „Quartett“ in Großbritannien, Deutschland und der Schweiz. Laut Razvan ist Vasks einer der berühmtesten baltischen Komponisten der letzten Jahre. Seine Arbeiten wurden von den besten Solisten, Orchestern und Chören der Welt aufgeführt.

„Seine Musik hat einen wirklich universellen Reiz. Sie ist absolut ehrlich und voller Leidenschaft. Sie übermittelt die Botschaft von Hoffnung und Glauben. Wir spielen das „Quartett“ sehr gerne, und es hinterlässt stets einen tiefen Eindruck beim Publikum.“

Die Hauptperson des Raro Ensembles vergleicht die Lieder des rumänischen Komponisten und Geigers George Enescu mit kleinen Juwelen, die es verdient hätten, öfter gespielt zu werden.

„Die Kombination der rumänischen Volkslieder und mittelalterlicher Modi geben ihnen einen besondere Würze. Das filigrane Klavierspiel unterstreicht die Schönheit der französischen Poesie.“

Das SoNoRo Festival – Botschafter der rumänischen Musik

Vor vier Jahren gründete Razvan Popovici das SoNoRo Festival und in kürzester Zeit wurde es zum größten und wichtigsten Event seiner Art in Rumänien.

Das Festival findet immer im November in drei verschiedenen Städten in Rumänien statt: In Bukarest, Cluj und Iasi. Im Laufe der Jahre hat das Festival fesselnde Programme mit Musikern präsentiert, die zu den strahlendsten Jungstars zählen.

Die musikalische Bandbreite reicht von Barock und Klassik über Klezmer und Tango bis hin zu Meisterstücken der Kammermusik und modernen Kompositionen. Das Festival wurde von Größen beehrt wie Mark Padmore, Gilles Apap, Daishin Kashimoto, Adrian Brendel, Konstantin Lifschitz und Michaela Ursuleasa.

SoNoRo rief auch ein Bildungsprojekt mit Namen „Interferenze“ ins Leben, das Stipendien an ausgewählte junge rumänische Musiker vergibt. Die Workshops finden in Cetate an der Küste von Danube und in Montepulciano in Italien statt.

„Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass SoNoRo eine Revolution für die Klassische Musik in Rumänien war.“

Nach Razvan Popovici hat das Festival eine große Welle an Enthusiasmus und Unterstützung hervorgerufen. „Diese Erfahrung war sehr erhebend.“

„Wir haben das Gefühl, dass wir diesen Erfolg mit dem Ausland teilen müssen. Wir sind stolz, Botschafter von SoNoRo zu sein, von den Ideen, die sie repräsentieren, und offensichtlich auch von Rumänien.“

Jetzt blicken Razvan, Diana, Sasha und Bernhard auf ihre nächste Herausforderung: Ein Frühlings-Liederabend in der Wigmore Hall in London und ein Debüt im Musikverein in Wien im Mai.

Das Debüt in Wien ist ein faszinierendes Projekt, bei dem der österreichische Schauspieler Karl Markovics dabei sein wird. Er spielte in dem Film The Counterfeiters die Hauptrolle. Der Film erhielt 2008 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Bei dem Projekt des Raro-Ensembles ist er der Erzähler, während die Musiker von Raro ein Konzert spielen, das auf Bulgakovs Roman Master i Margarita basiert.

Die Musik dieses außergewöhnlichen Auftritts wird Arbeiten von russischen Komponisten und modernen Tango-Arrangements beinhalten, ausgeführt von einem berühmten Bandoneonisten aus Buenos Aires und Schützling von Astor Piazzolla: Marcelo Nisinman.

Im Mai wird das Rero Ensemble zum ersten Mal auch in Vietnam auftreten.

 

Originalartikel auf Englisch: Raro Ensemble: Chamber Music Is Their Passion

 

Foto: Serban Mestecanenau

 



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