Zwickau feiert den 200. Geburtstag seines bekanntesten Sohnes

Von 17. Januar 2010 Aktualisiert: 17. Januar 2010 22:06

Die Musik Robert Schumanns, des Komponisten der Romantik und bekannten Musikkritikers, begeistert das Publikum noch 200 Jahre nach seiner Geburt. Um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, veranstaltet seine Heimatstadt Zwickau ein ganzes Jahr lang Veranstaltungen zu Schumanns Ehren.

Die Feierlichkeiten werden am 21. Januar 2010, von einer internationalen Konferenz begleitet, mit einer Reihe von Konzerten beginnen. Originalaufführungen und Premieren bilden hierbei das Hauptaugenmerk.

Anfang Juni wird das jährliche Schumann-Festival stattfinden. Dort wird eine Uraufführung der einzigen Oper Schumanns, Genoveva, aufgeführt. Weiterhin wird ein Konzert unter dem Dirigenten Daniel Barenboim und ein Galakonzert vom MDR mit Hélène Grimaud am Klavier dargeboten.

Für diejenigen, die etwas über Schumanns bemerkenswerte Persönlichkeit erfahren möchten, bietet das Museum Kunstsammlungen eine Ausstellung unter dem Titel „Seit ich ihn gesehen – Reflexionen zu Robert Schumann in der Kunst“.

Bereits seit 1964 wird durch den Zwickauer Bürgermeister der Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau verliehen. Die Festlichkeiten finden für gewöhnlich an Robert Schumanns Geburtstag, dem 8. Juni, statt. Der Preis wird an Musiker, Dirigenten und Musikwissenschaftler vergeben, die dazu beigetragen haben, Schumanns Arbeit bekannt zu machen.

Im Jahre 1956 wurde der Internationale Robert-Schumann-Wettbewerb für Pianisten und Sänger gegründet – ein angesehenes Weltklasse-Event. Der Wettbewerb findet alle vier Jahre statt. Viele große Karrieren begannen nach einem Auftritt bei diesem Wettbewerb.

Schumann war bekannt für seine Lieder und folgte in dieser Hinsicht Franz Schubert. Um dieses große Erbe zu würdigen, gründete die Stadt Zwickau gemeinsam mit dem Westsächsischen Chorverband e.V. den Internationalen Robert-Schumann-Chor-Wettbewerb. Dieser Wettbewerb findet seit 1992 ebenfalls alle vier Jahre statt. Während dieser Zeit verwandelt sich Zwickau in eine Stadt von Sängern, nehmen doch Chöre und Sänger aus der ganzen Welt an dem Wettbewerb teil.

Ein „Kleiner Schumann Wettbewerb“, der vor allem für junge Talente gedacht ist, soll diesen jungen Musikern eine Möglichkeit geben, ihr Können zu zeigen. Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren treten in drei Alterskategorien gegeneinander an. Die Besten unter ihnen erhalten einen besonderen Preis.

Tatsächlich hat die Tradition, Robert Schumann zu feiern, bereits zu seinen Lebzeiten begonnen. Das erste Schumann-Festival wurde 1847 abgehalten, bei dem Robert Schumann seine zweite Symphonie selbst dirigierte und extra für diesen Anlass einen Choral schrieb.

Seither trägt die Veranstaltung den Namen Zwickauer Musiktage und bringt dessen Verehrer jedes Jahr aufs Neue zusammen. Schumann selbst brachte die Idee hervor ein solches Festival abzuhalten, um ein Zeichen der „Liebe für die großartigste Musik zu setzen“.

Das bemerkenswerte Leben des Robert Schumann

Während seines kurzen Lebens, Robert Schumann wurde nur 46 Jahre alt, erfuhr er viele Höhen und Tiefen in seiner Gesundheit, seiner Gefühlswelt und seiner Karriere.

Seit frühester Kindheit zeigte der Musiker einen starken Hang zur Musik, wurde jedoch wiederholt von der Musikwelt abgelenkt, trotz der Klavierstunden, die sein Vater ihm geben ließ. Nach dem Tod seines geliebten Vaters musste Schumann Jura studieren.

Doch seine Liebe zur Musik zeigte sich wieder als er, anstatt zu Vorlesungen zu gehen, an kulturellen Veranstaltungen teilnahm. Mit der Zustimmung seiner Mutter verließ der junge Schumann die Universität und nahm Unterricht bei dem großen Klavierlehrer Friedrich Wieck, dessen Tochter Clara eine versierte Pianistin war. Schumann wollte ebenfalls ein Virtuose auf dem Klavier werden, doch eine Verletzung an einem seiner Finger, die er sich selbst zugefügt hatte, zerstörte diesen Traum. Danach konzentrierte er sich auf das Komponieren.

Schumann schrieb viele Werke zum Thema Kindheit. Kinder und deren Emotionen sind ein wichtiger Teil von Schumanns Kompositionen. Sein Werk Kinderszenen, Op. 15 (1838), zeichnet ein prächtiges Miniaturbild des kindlichen Lebens und ist eins seiner bekanntesten Klavierstücke. Er brachte aber auch Musik für andere Instrumente, Orchester, Kammermusik und Opern hervor.

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Seine bekanntesten Werke sind: Klavierkonzert in A-moll, Arabeske in C-dur Op. 18, Kind im Einschlummern, Träumerei, Papillons, Fantasiestücke, Frauenliebe, Leben, Dichterliebe und Kreisleriana.

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Clara, die 1840 Schumanns Frau wurde, löste aufgrund ihres großen Talents Neid und Wut in dem Komponisten aus, doch sie half ihm seine Werke bekannt zu machen, indem sie die Stücke auf ihren Konzertreisen in Europa und Russland spielte. Als Mutter ihrer gemeinsamen acht Kinder musste sie Zeuge von Schumanns rapider Verschlechterung seiner Gesundheit werden, die von immer wieder aufkommenden Depressionen gezeichnet war.

Schumann war auch ein großer Musikkritiker und zeigte sich in seiner Zeitung als ein Verfechter der Musik von Chopin, Schubert, Beethoven und Mozart.

Johannes Brahms, zu dieser Zeit noch ein junger Bursche, wurde von Schumann entdeckt. Als Chefredakteur der beliebten Musikzeitschrift Neue Zeitschrift, bezeichnete er Brahms als Genie.

Nach sporadisch ausbrechendem Kompositionsdrang gefolgt von gesundheitlichen Einbrüchen, ließ er sich im Jahr 1856 auf eigene Initiative hin, in eine psychiatrische Klinik einweisen.

Trotz seines kurzen Lebens gilt Robert Schumann als einer der höchst angesehensten Komponisten der Romantik und als ein hervorragender Musikkritiker.

 

Originalartikel auf Englisch: Celebrating the 200th Anniversary of Robert Schumann’s Birth

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