Hungrige Rentnerin stiehlt Essen, um zu überleben: Haftstrafe

Epoch Times28. Mai 2018 Aktualisiert: 30. Mai 2018 14:13
Sie wurde bundesweit als „Oma Ingrid, die aus Hunger klaute“ bekannt. Weil ihre Rente nicht ausreichte, hatte sie noch Hoffnung auf ein Gnadengesuch. Dieses wurde ihr nun verwehrt - Haftstrafe.

Gnade vor Recht? Nicht im bayerischen Bad Wörishofen. Das Urteil ist gefallen. Die 83-jährige Rentnerin Ingrid M. aus Bad Wörishofen wird zu einer Haftstrafe zu 90 Tagessätzen verurteilt. Der Grund: Diebstahl. Der wahre Grund: Armut.

Die Waren, die Ingrid mitgenommen hatte, waren keine Luxusgüter. Es waren Lebensmittel und andere Kleinigkeiten, eine Creme und nur „Waren, die bereits reduziert waren“, so die Rentnerin.

Früher hat Ingrid als Schneiderin gearbeitet, fast ein halbes Jahrhundert lang hat sie diesen Beruf ausgeübt. Die heutige Witwe lebte nach Abzug aller Fixkosten wie Miete, Strom, Geld für Medikamente von „höchstens 100 Euro im Monat“. Hilfen lehnt sie ab.

Sie hatte sich vor ihrer Tat bereits wochenlang von Knäckebrot und Wasser ernährt – zum Schluss sah sie keinen Ausweg mehr, als Lebensmittel zu stehlen. „Ich habe aus Hunger gestohlen, aus reiner Not. Ich schäme mich so.“ sagte die betagte Dame der tz.

Das abgelehnte Gnadengesuch begründet Oberstaatsanwalt Joachim Ettenhofer von der Generalstaatsanwaltschaft München so: Gnadengesuche „haben Ausnahmecharakter. In diesem Fall lagen keine anderen Umstände vor, als zum Zeitpunkt des Urteils. Es gibt keinen Anspruch auf Gnade.“

Das Urteil ist rechtskräftig. (rm)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion