Peter Handke gibt flammendes Bekenntnis zur Familie ab – und wirft Journalisten aus seinem Haus

Von 24. November 2019 Aktualisiert: 23. November 2019 15:18
Der Konservatismus, der spätestens seit Mitte der 1990er Jahre das Werk des Literaturnobelpreisträgers Peter Handke prägt, dürfte auch sein Spätwerk kennzeichnen. Dies deutete er in einem Gespräch mit APA-Reportern an – bevor er sie aus dem Haus komplimentierte.

Der österreichische Schriftsteller Peter Handke, den das Komitee in Stockholm Anfang Oktober mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet hatte, hält an seiner Kritik gegenüber der westlichen Politik im Jugoslawienkonflikt der 1990er Jahre fest. Zudem unterstreicht er mit einem Bekenntnis zur Familie jenen tiefen Konservatismus, den Beobachter in seinem Werk schon seit etwas mehr als 20 Jahren zu erkennen meinen.

Wie die „Oberösterreichischen Nachrichten“ berichten, hat Handke, als die Rede auf seine Position zum Jugoslawien-Konflikt kam, ein Interview mit Reportern der APA in seinem Haus im französischen Chaville abrupt abgebrochen und diese zum Verlassen des Gebäudes aufgefordert. Zudem soll er den Journalisten bedeutet haben, diese „in Stockholm nicht sehen“ zu wollen, wenn Handke am 7. Dezember dort der Preisverleihung beiwohnen wird.

Bereits im Oktober gab es einen ähnlichen Eklat

Ähnlich hatte Handke bereits im Oktober reagiert, als Journalisten ihn im Rahmen eines informellen Treffens in seiner Heimatgemeinde Griffen darauf angesprochen hatten. Daraufhin musste ein für den darauffolgenden Tag geplanter offizieller Termin im Gemeindeamt abgesagt werden.

Im Umfeld der Nobelpreisverleihung an Handke hatte sich von mehreren Seiten Kritik geregt. Der Schriftsteller, der 1999 sogar einen jugoslawischen Pass ausgestellt bekommen haben soll, hatte Mitte der 1990er Jahre in seinen Veröffentlichungen „Abschied des Träumers vom Neunten Land: Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien“ und „Sommerlicher Nachtrag zu einer winterlichen Reise“ westlichen Politikern und Medien eine Dämonisierung der serbisch dominierten Regierung des im Zerfall befindlichen Rest-Jugoslawien vorgeworfen.

Kritiker, auf die der Schriftsteller mehrfach mit derben Beschimpfungen reagiere, warfen Handke vor, dabei das Leid der Opfer von Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit auszublenden, die bereits zum damaligen Zeitpunkt jugoslawischen Armeeeinheiten oder serbischen Freischärlern („Tschetniks“) angelastet wurden. Handke unterzeichnete noch in den 2000er Jahren Solidaritätsadressen zu Gunsten des mittlerweile entmachteten und in Den Haag angeklagten Ex-Präsidenten Slobodan Milošević und hielt 2006 auf dessen Begräbnis die Grabrede.

„Im Westen sind die Hauptschuldigen“

Bis heute äußert sich Handke in Texten und Interviews auch kritisch gegenüber Bestrebungen, europäischen Werten in der Welt in stärkerem Maße Geltung zu verschaffen. Auch gegenüber der APA wiederholte er seine Kritik am Sendungsbewusstsein des Westens bezüglich der Verteidigung universeller Werte – wiederum unter Bezugnahme auf Jugoslawien:

„Wenn irgendetwas bestehen bleiben wird von Geschriebenem zu diesen vom Westen verantworteten Kriegen – im Westen sind die Hauptschuldigen -, wenn da irgendwas bleiben wird, dann werden das meine Sachen sein.“

Diese Texte müssten „im Rhythmus meiner anderen Sachen“ gelesen werden, so Handke weiter. „Ich wünsche mir, dass man das darf und nicht sofort geschmäht oder als Irrwitziger angesehen wird, wenn ein Mensch wie ich versucht, mit Sprache, mit Rhythmus Relationen zu setzen. Das ist Literatur.“

Hatte seine Kritik am westlichen Vorgehen im Jugoslawienkrieg sowohl auf der politischen Linken wie der nationalen Rechten überwiegend Zuspruch gefunden, bereiteten die stark konservativen Züge, die Handke in den vergangenen Jahrzehnten erkennen ließ, seiner zuvor eher progressiven Lesergemeinde zunehmend Schwierigkeiten.

Der Traditionalist im Weltliteraten oder: Handkes höckeanische Anklänge

Bereits sein 1997 erschienenes fiktionales Königsdrama „Zurüstungen für die Unsterblichkeit“ stieß wegen unverhohlener nationalromantischer Anklänge auf heftige Reaktionen. Später offenbarte Handke, der 1999 vom Katholizismus zur serbischen Orthodoxie übergetreten sein soll, in einem Gespräch mit der „Kleinen Zeitung“, aus dem kath.net jüngst zitierte, tiefe Sympathien für die traditionellen Formen der Heiligen Messe in der Katholischen Kirche und für das Rosenkranzgebet.

Mit Blick auf sein Spätwerk hat Peter Handke nun im APA-Gespräch auch ein Bekenntnis zur Vorstellung der Familie als Bindeglied zwischen Lebenden, Toten und Kommenden zum Ausdruck gebracht, wie man dies sonst vor allem aus traditionalistischen oder nationalkonservativen Kreisen kennt.

In seiner Rede, die er am 7. Dezember in Stockholm halten soll, will Handke seinen Angaben zufolge aus seinem 1982 uraufgeführten dramatischen Gedicht „Über die Dörfer“ zitieren. Zudem wolle er auch über die „zwei, drei Geschichten, die mir vielleicht noch vergönnt sein werden“, sprechen.

Diese werden, so Handke, von Familie handeln. Dem fügte er hinzu:

„Ich nenne mich immer Familienmensch. Das ist natürlich auch ein frommer oder herzlicher Wunsch, aber mein ganzes Träumen geht eigentlich nur um Familie. Es geht dabei aber auch um die Toten. Die Toten der Familie werden mich bis zu meinem eigenen Hinscheiden auf den Weg bringen und auf dem Weg bleiben lassen. Für alles, was ich noch vorhabe. Und ich hab‘ schon noch einiges vor.“

Im Frühjahr soll Handkes nächster Prosaband „Das zweite Schwert – eine Maigeschichte“ erscheinen.

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